Turing
Anno Schreier
Libretto von Georg Holzer
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Gefördert im Rahmen von Fonds Neues Musiktheater
Produktion des Staatstheaters Nürnberg
Musikalische Leitung: Daniel Johannes Mayr | Regie: Jens-Daniel Herzog
14+ ca. 2 Stunden 15 Minuten inkl. PauseWürde Alan Turing, Mathematiker und einer der KI-Vordenker, heute den Turing-Test gegen eine KI bestehen? In dieser Oper taucht eine neue Figur in Turings Leben auf: Madame KI. Sie ist die Einzige, die dieses Genie verstehen kann. Die Komposition von Anno Schreier lädt das Publikum dazu ein, in Turings Kopf hineinschauen wie in das Innere einer unfassbar komplexen Maschine.
Erst allmählich hat sich in den letzten Jahren das Bild Alan Turings als eines tragischen Helden des 20. Jahrhunderts zusammengesetzt: der Mathematiker, der dem Computer den Weg bereitete, der die deutschen Codes knackte und damit zu denen gehörte, die den Zweiten Weltkrieg entschieden, bevor man ihn wegen seiner Homosexualität in den Suizid trieb. Anno Schreier erzählt in seiner Oper vom hart erkämpften Aufstieg und dem ungerechten Fall eines Genies, das in der Welt, die es zu retten half, nie heimisch geworden ist.
Die Kluft zwischen dem, was Turing geleistet hat, und der Art und Weise, wie die Gesellschaft ihn dafür behandelte, bietet jede Menge dramatischen Stoff für eine Oper. Das Libretto von Georg Holzer basiert auf mehreren historischen Quellen, ist jedoch keine biografische Nacherzählung, sondern eine Annäherung an Turings Persönlichkeit. Im Mittelpunkt steht Turings Beziehung zu einer fiktiven Figur namens Madame KI. Sie ist die einzige »Person« in seinem Leben, mit der er sich auf Augenhöhe unterhalten kann, und zugleich eine Allegorie auf Turings wahrscheinlich einzige wahre Liebe – die Wissenschaft.
Als »Uraufführung mit Unterhaltungsqualität« vom Bayerischen Rundfunk gekürt, ist diese Oper ein ergreifendes Spektakel mit effektvoller, klangvoller Musik. Sie greift vielfältige musikalische Traditionen der 1940er und 50er Jahre auf, balanciert an der Schwelle zwischen Oper und Musical und entfaltet die emotionalen Höhen und Tiefen ihres Protagonisten mit großer Kraft.