SCIROCCO
TOD IN VENEDIG / BRIDGE OF SIGHSWINNDance Company (DEUTSCHLAND)
Deutschlandpremiere | 9 Tänzerinnen & Tänzer | ca. 120 Minuten, eine Pause
#Sehnsucht #Rausch
Der erste Teil TOD IN VENEDIG entfaltet einen inneren Dialog zwischen Thomas Mann und Gustav von Aschenbach, dem Protagonisten seiner gleichnamigen Novelle, der den verhängnisvollen Sommer in Venedig nochmals durchlebt. Sein innerer Konflikt verdichtet sich zum Ausdruck von Manns emotionaler Ambivalenz und wird in körperlich erfahrbare Bewegung übersetzt.
Im zweiten Kapitel schöpft John Neumeiers BRIDGE OF SIGHS aus der Geschichte der Seufzerbrücke in Venedig, einem Liebeszitat des Augustinus und der düsteren Musik Schostakowitschs. Die Brücke steht für Abschied, Sehnsucht und unwiederbringliche Vergangenheit. Die Tänzerinnen und Tänzer verdichten diese Bilder zu einer emotionalen Landschaft zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
WINNDance Company ist eine in Stuttgart gegründete Tanzkompanie und kreative Plattform, die künstlerische Praxis, Forschung und soziale Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Gegründet wurde die Kompanie von Slava Tutukin und Marijn Rademaker als Antwort auf eine strukturelle und kulturelle Lücke im internationalen Tanzsektor. WINN entstand aus dem Bedürfnis heraus, neue Perspektiven zu eröffnen und Strukturen zu entwickeln, in denen Erfahrung zur treibenden Kraft künstlerischer Entwicklung und Reflexion wird.
Der Name WINN steht für „When, If Not Now“. Er formuliert sowohl eine künstlerische als auch eine ethische Haltung und ist zugleich Aussage und Frage. Er verweist auf den richtigen Zeitpunkt, auf Eigenverantwortung und auf den Moment des Handelns im Kulturbereich. Statt den Blick zurück zu richten, lädt der Name dazu ein, im Hier und Jetzt aktiv zu werden – zukunftsorientiert, von Erfahrung geprägt und fest in der künstlerischen Praxis verankert.
Im Zentrum von WINN steht ein Ensemble international renommierter Tänzerinnen und Tänzern über 40, deren Karrieren das internationale Ballett- und zeitgenössische Tanzgeschehen über Jahrzehnte geprägt haben. Ihr körperliches Wissen, ihre interpretatorische Tiefe und ihre künstlerische Intelligenz eröffnen neue Dimensionen des Ausdrucks auf der Bühne. Der choreografische Schaffensprozess ist eng mit der gelebten Erfahrung der Tänzer verbunden; Biografie, Erinnerung und künstlerische Reife werden integraler Bestandteil der künstlerischen Arbeit.
WINN versteht sich als Impulsgeber für einen grundlegenden Wandel im Tanzberuf – hin zu einem neuen Verständnis von Alter, Erfahrung und Wertschätzung.
Mitwirkende:
Konzept: Slava Tutukin, Marijn Rademaker, Ira Goldbecher, John Neumeier
Choreografie: Imre & Marne van Opstal, Omar Román De Jesús, Rainer Behr, John Neumeier
Kostüme: BOSS
Licht: Konstantin Binkin und John Neumeier
Film: Javier De Frutos
Visuelles Kommunikationsdesign: Giselle Tuetuekin
Musik: Ricardo Villalobos / Max Loderbauer / Mohammad Reza Mortazavi / Boxhead Ensemble / Jesse Scheinin / Floex and Tom Hodge / Hildur Guðnadóttir / Dmitri Schostakowitsch / Friedrich Hollaender / Kurt Weill / Bryan Ferry