Die menschliche Stimme
LA VOIX HUMAINEFrancis Poulenc
Monooper nach dem Drama von Jean Cocteau
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung und Klavier: Michelle Papenfuss | Regie: Yannick-Muriel Noah
14+ ca. 50 Minuten ohne PauseEine Frau telefoniert. Am anderen Ende der Leitung ist der Mann, der sie verlassen hat. Die Telefonverbindung, die für sie von existentieller Bedeutung ist, bricht immer wieder ab, während nur noch die Stimme aus dem Hörer sie scheinbar am Leben hält. In dieser Monooper nimmt Yannick-Muriel Noah die Zuschauenden mit auf den emotionalen Ritt einer unglücklich verliebten Frau und gestaltet den Abend nicht nur als Sängerin, sondern auch als Regisseurin und Bühnenbildnerin.
Eine Frau telefoniert: Sie wurde vor Kurzem von ihrem Geliebten verlassen und klammert sich an den Telefonhörer, aus dem sie seine vertraute Stimme vernimmt. Eine grausame Folter, sich jemandem so nah zu fühlen und ihn doch mit allen Sinnen nicht erreichen zu können.
Das Monodrama LA VOIX HUMAINE von Jean Cocteau, das 1930 an der Comédie Française uraufgeführt wurde, inspirierte mehrere szenische Darstellungen der Frau am Telefon: von Anna Magnani über Ingrid Bergman bis hin zu Tilda Swinton. 1958 entsteht die tragédie lyrique für Sopranstimme und Orchester von Francis Poulenc nach dieser Vorlage. Mit Störungen und Unterbrechungen verläuft das Gespräch, das wir in seiner Vollständigkeit nur musikalisch erleben können. Manchmal fragt man sich, ob es die Stimme auf der anderen Seite überhaupt noch gibt.
Am Theater Bonn gestaltet diese Rolle Yannick-Muriel Noah, die als Ensemblemitglied schon in zahlreichen Titelrollen das Bonner Publikum begeisterte, nicht nur als Darstellerin, sondern auch als Regisseurin und Bühnenbildnerin.