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Hinter den Kulissen – Führungen im Opernhaus Bonn

Wer das Bonner Opernhaus besucht, kennt die klassische Perspektive: Man sitzt im blauen Sessel und schaut nach vorn, das Licht erlischt und man wartet, bis der Vorhang aufgeht. Und dann beginnt endlich das Stück! Doch halt – was passiert eigentlich hinter der Bühne, auf den Wegen, die das Publikum nie betritt?

Eine Führung durchs Opernhaus beginnt oft unscheinbar – an der Pforte am Bühneneingang. Es geht durch eine Tür, einen Gang, eine Treppe und plötzlich steht man im auffallend ruhigen Foyer, wo sonst die Garderobe wartet. Auch der Zuschauerraum ist ungewohnt leer. Dann der Schritt hinaus auf die leere Bühne. Kein Applaus, nur ein Raum so hoch wie ein Haus. Über den Köpfen schweben Seilzüge, die die schweren Kulissen bewegen. Wer Glück hat, trifft einen Bühnenarbeiter, der erzählt, wie viele Tonnen Technik über den Köpfen der Zuschauer schweben – und dass ein Vorhang nicht einfach »zugezogen« wird, sondern präzise gefahren.

Auch hinter der Bühne gibt es einiges zu entdecken, etwa den Soloflur mit den Garderoben, in denen sich das Ensemble vor den Vorstellungen zurecht macht. Auch die Masken- und Requisitenabteilung geben spannende Einblicke – von Bühnengewehren über Kunstblut bis zu handgeknöpften Perücken. Normalerweise zeigt die Kostümabteilung der Öffentlichkeit nichts, was noch nicht Premiere gefeiert hat, aber vielleicht gewährt sie doch den ein oder anderen Blick in ihre Räume? 

Alle Führungen sind einzigartig und dauern eine Stunde, manchmal etwas länger. Sie sind keine trockenen Erklärungen, sondern Spaziergänge voller kleiner Überraschungen. Mal hört man durch die Tür, wie sich ein Hornist warmspielt, mal huscht eine Sängerin vorbei. Und wer eine Führung besucht hat, sieht das Opernhaus mit neuen Augen.

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