Im Dickicht - Der Städte
Der Kampf zweier Männer in der Riesenstadt Chicagovon Bertolt Brecht
Regie: Martin Nimz
Hat jeder Mensch einen Preis? Im Dickicht der Städte macht diesen Gedanken zum harten Kampf um Geld, Macht und Deutungshoheit – in einer Gesellschaft wachsender Ungleichheit aktueller denn je. Für die Bühne wird Brechts „Boxkampf“ für die Gegenwart aktualisiert und als scharfe Zuspitzung eines Kapitalismus gezeigt, der soziale Unterschiede verschärft und den letzten Rest von Menschlichkeit vertreibt.
George Garga arbeitet in einer Bibliothek in Chicago, wo eines Tages der reiche Holzhändler Shlink erscheint. Er macht ein verlockendes Angebot: Wenn Garga ein bestimmtes Buch für schlecht erklärt, bekommt er eine Riesensumme Geld. Garga lehnt den Willkürakt ab. Er besteht auf seiner geistigen Freiheit. Aber Shlink besteht auf Unterwerfung und lässt die Bibliothek verwüsten. So beginnt ein monumentaler Zweikampf, der schließlich die ganze Stadt erfasst. Die Kontrahenten setzen alles aufs Spiel: Geld, Familie, Arbeit, Liebe – und das eigene Leben.
Regisseur Martin Nimz verwebt Brechts frühe Fassung IM DICKICHT (Jahr: 1923) und IM DICKICHT DER STÄDTE (Jahr: 1927) zu einer neuen Fassung. Dabei treten die beiden Werke in einen Dialog, der Brechts schonungslose Analyse von Macht, Konkurrenz und gesellschaftlicher Entfremdung in unsere Gegenwart verlängert. Im Dickicht einer zunehmend polarisierten Gesellschaft wird der Kampf ums Überleben zum Kampf um Macht und Anerkennung. Der »Boxkampf», wie Brecht sein Stück bezeichnete, ist aktueller denn je.