Im Dickicht der Städte
nach Bertolt Brecht
Regie: Martin Nimz
Hat jeder Mensch einen Preis? Im Dickicht der Städte macht diesen Gedanken zum harten Kampf um Geld, Macht und Deutungshoheit – in einer Gesellschaft wachsender Ungleichheit aktueller denn je. Für die Bühne wird Brechts „Boxkampf“ von Volker Lösch gemeinsam mit Lothar Kittstein für die Gegenwart überschrieben und als scharfe Zuspitzung eines Kapitalismus gezeigt, der soziale Unterschiede verschärft.
George Garga arbeitet in einer Bibliothek in Chicago, wo eines Tages der reiche Holzhändler Shlink erscheint. Er macht ein verlockendes Angebot: Wenn Garga ein bestimmtes Buch für schlecht erklärt, bekommt er eine Riesensumme Geld. Garga lehnt den Willkürakt ab. Er besteht auf seiner geistigen Freiheit. Aber Shlink besteht auf Unterwerfung und lässt die Bibliothek verwüsten. So beginnt ein monumentaler Zweikampf, der schließlich die ganze Stadt erfasst. Die Kontrahenten setzen alles aufs Spiel: Geld, Familie, Arbeit, Liebe – und das eigene Leben.
IM DICKICHT DER STÄDTE nimmt prophetisch den außer Kontrolle geratenen Kapitalismus von heute vorweg, der soziale Ungleichheit immer weiter wachsen lässt. Die Überreichen fühlen sich unantastbar. Die Schwächsten werden abgehängt. In der Mittelschicht grassiert die Abstiegsangst – Ein Nährboden für faschistische Ideologie. Vor diesem Hintergrund überschreibt Regisseur Volker Lösch mit dem Autor Lothar Kittstein Brechts wuchtigen Text für die heutige Zeit. Der »Boxkampf», wie Brecht sein Stück bezeichnete, ist aktueller denn je.