Das Herz eines Boxers
von Lutz Hübner
Regie: Bene Greiner
Ein Stück übers K.O.-Gehen und Wieder-Aufstehen, über Einsamkeit, Mut und die Kraft neuer Allianzen: Jojo und Leo könnten unterschiedlicher kaum sein und werden doch zu Verbündeten im Kampf um ein selbstbestimmtes Leben.
Zwei fremde Menschen, die zunächst unterschiedlicher nicht könnten. Jojo ist 17 und hat weder Lust auf die Sozialstunden, die er im Seniorenheim ableisten muss, noch auf den Senior namens Leo, der dort lebt. Mit seiner Schweigsamkeit geht Leo auf sichere Distanz zur »Jugend von heute« und Jojo damit gehörig auf die Nerven. Gemeinsam schleppen sie sich von Stunde zu Stunde, aber von Mal zu Mal öffnet sich Leo, der Jojo mit seiner Vergangenheit als Profiboxer imponiert. Einander zeigen sie sich aus ihren jeweiligen Perspektiven, worum es wirklich im Leben geht: um Courage, um Freundschaft und Selbstbestimmtheit. Der Dialog über Generationen hinweg spielt mit Vorurteilen, die schließlich zu Gemeinsamkeiten werden. Er thematisiert Gewalt und Liebe, Angst und Mut, Einsamkeit und Zusammenhalt. Jojo und Leo werden zu Freunden, zu Verbündeten, die gemeinsam Pläne schmieden, um nochmal neu zu beginnen und ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.
Lutz Hübner wurde 1964 in Heilbronn geboren und ist bekannt für sein umfangreiches und vielfältiges Stückerepertoire. Zu seinen Auftraggebern zählen die renommiertesten deutsche Theaterhäuser. Vor 30 Jahren wurde HERZ EINES BOXERS in Berlin uraufgeführt und 1998 mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Mit FRAU MÜLLER MUSS WEG und DER HAKEN waren bereits Stücke Hübners am THEATER BONN zu sehen. Die meisten seiner Stücke entstehen in Zusammenarbeit mit Sarah Nemitz.
Bene Greiner wurde 1985 in Immenstadt im Allgäu geboren und ist Regisseur und Schauspieler. Er war fest in Frankfurt, Bern und Graz engagiert und ist seit 2017 freischaffend als Regisseur, Schauspieler und Sprecher tätig. Er gründete das Kollektiv »schöner scheitern«, inszenierte am Vorarlberger Landestheater, Luzerner Theater und am Theater Trier, bevor er nun mit HERZ EINES BOXERS am Theater Bonn sein Debüt gibt. Brisante und tabuisierte Themen zugänglich zu machen, liegen sehr in seinem Interesse. So entstanden zum Beispiel sein Masterprokjekt 17 Welten, das zu einer lösungsorientierten Perspektive auf globale Herausforderungen einlädt sowie Ar.mut – was wäre, wenn ich?, das Menschen ohne Armutserfahrung einen Perspektivwechsel ermöglicht und für das Thema sensibilisiert.
Besetzung