31. May 2026

Versöhnung – eine Utopie?

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»Recht auf Unversöhnlichkeit« – eine pure Selbstverständlichkeit?

Da eine »Pflicht zur Versöhnung« auf ein bloßes Paradox hinausliefe, wäre ein solcher »Pflicht« gegenüberstehendes »Recht auf Unversöhnlichkeit« eine schiere Selbstverständlichkeit. Was sollte die Erwähnung? Da aber dem Wort »Versöhnung« ein gewisser Zauber anhaftet, der dem Reihentitel VERSÖHNUNG – EINE UTOPIE? seine Aura gibt, wäre es stilistisch verfehlt, zu trocken zu reden. Aber das Risiko ist groß, sich verführen zu lassen, in die ölige Rhetorik von Kirchentagen zu verfallen. Wäre vielleicht der erwähnte Zauber des Wortes »Versöhnung« zunächst zu beschädigen, um freier zu sehen. Gäbe es eine Pragmatik unversöhnten Zusammenlebens? Oder wenigstens so etwas wie Sphären »verdünnter (Un)Versöhntheit?« Mit Gott hat man ja auf dieser Basis auch seinen Frieden machen können, wie das Buch Hiob zu lehren scheint.

Mit: Jan Philipp Reemtsma, Literatur- und Sozialwissenschaftler, Publizist

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