Tanz

Monatsspielplan

BALLET DU GRAND THÉÂTRE DE GÉNÈVE [SCHWEIZ]

CALLAS

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27 Apr 19:30 H
28 Apr 18:00 H
Opernhaus

Ein Tanzstück von Reinhild Hoffmann
Musik Léo Delibes, Charles Gounod, Giuseppe Verdi, Ambroise Thomas, Georges Bizet, Christoph Willibald Gluck
Choreografie Reinhild Hoffmann
Ballettdirektor Philippe Cohen

mit 20 Tänzerinnen und Tänzern

Samstag, den 27. April 2019, 19.30 Uhr, Opernhaus
Sonntag, den 28. April 2019, 18.00 Uhr Opernhaus

 

2014 begeisterte das Ballet du Grand Théâtre de Génève im Bonner Opernhaus mit dem Barockabend LUX und GLORY, in der letzten Spielzeit mit einer sehr einprägsamen Choreografie von TRISTAN UND ISOLDE. Nun kehrt die Compagnie mit der Rekonstruktion eines Tanzstückes von Reinhild Hoffmann zurück. 35 Jahre nach der Uraufführung hat der Künstlerische Direktor des Genfer Balletts, Philippe Cohen, Reinhild Hoffmann eingeladen, ihr Meisterwerk mit dem Ballet du Grand Théâtre de Génève neu einzustudieren. Die Rekonstruktion ist eine Hommage an eine Frau, die Muse und Pionierin zugleich ist.

CALLAS zählt zu den Signaturwerken des deutschen Tanztheaters. Das Stück ist eines der herausragenden Werke, das Reinhild Hoffmann 1983 in ihrer Zeit als Choreografin und künstlerische Leiterin des Bremer Tanztheaters geschaffen hat. 1984 wurde CALLAS zum Berliner Theatertreffen eingeladen. In acht Bildern von hoher theatralischer Intensität lässt die deutsche Choreografin den Kult um den Opernstar und dessen Abgründe Revue passieren. Was Reinhild Hoffmann zu den von Maria Callas (1923-1977) gesungenen Arien zeigt ist keine Biografie der Primadonna Assoluta, sondern eine Spiegelung des Glanzes und Elends des Opernbetriebes, eine Auseinandersetzung mit menschlichem Leben und der Theaterscheinwelt. 

Reinhild Hoffmann, geb. 1943, gehört – mit Susanne Linke, Pina Bausch, Gerhard Bohner und Johannes Kresnik – zu der Pioniergeneration des deutschen Tanztheaters. Ihre Ausbildung erhielt sie bei Kurt Jooss an der Folkwang Hochschule Essen. Nach ersten choreografischen Arbeiten und verschiedenen Stipendien, u.a. in New York, gründete sie 1978 am Bremer Theater ein eigenes Tanztheaterensemble. Ihre dort entstandenen Arbeiten waren verstörend, weil schwer zuzuordnen, unterschieden sie sich doch vom traditionellen Handlungsballett ebenso wie von der klassischen Moderne des Ausdruckstanzes. Es waren nicht mehr länger Choreografien im üblichen Sinn, die Übersetzung einer vorgegebenen Erzählung in die Sprache des Tanzes, sondern tatsächliche Stücke, eigene Kompositionen aus Bewegung, Raum und Klang, die das Thema, das sie erzählen, überhaupt erst hervorbringen.

Ihre Soloarbeiten setzen nicht auf ein schon vorhandenes Vokabular, sie erforschen immer wieder neu die Sprache des eigenen Körpers, indem sie dessen Ausdruckspotential radikal beschränken – durch unbewegliche oder sperrige, durch massive oder durch äußerst reduzierte Objekte. In Stücken wie diesen tritt die Auseinandersetzung mit der bildenden Kunst in den Vordergrund. Auch sie bestimmt die Arbeiten Reinhild Hoffmanns von Anfang an.

Die Stücke, die Reinhild Hoffmann zunächst am Bremer Theater (1978-1986) dann am Schauspielhaus Bochum (1986-1995) erarbeitete, wurden auf vielen internationalen Gastspielen gezeigt und erhielten zahlreiche Auszeichnungen; drei Stücke – KÖNIGE UND KÖNIGINNEN (1983), CALLAS (1984) und FÖHN (1986) – wurden zum Berliner Theatertreffen der herausragenden Inszenierungen einer Spielzeit eingeladen.

Philippe Cohen ist 1953 in Marokko geboren. 1971 begann er seine Tanzausbildung im Le Centre de Danse International Rosella Hightower und setzte sein Studium bis 1974 fort. Die politische Offenheit dieser Schule ermöglichte ihm die Arbeit mit verschiedenen Persönlichkeiten wie Anton Dolin, Nora Kiss, Tatiana Grantzeva, Igor Youskevitch, Sonia Arova, John Gilpin. Er trat  das Ballet de Nancy unter der Leitung von Gigi Caciuleanu bei und tanzte in allen Kreationen der Compagnie, darunter mehreren von Dominique Bagouet. 1978 begleitete er Bagouet als Künstler, Professor und Assistent vor allem in der Produktion von LES VOYAGEURS von der Pariser Opéra. Parallel dazu erforschte er verschiedene zeitgenössische Tanztechniken wie Peter Goss, Susan Buirge und Alwin Nikolais. Engagements bei Merce Cunningham und der School of American Ballet folgten. Philippe Cohen wurde 1990 Direktor für choreografische Studien des  Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Lyon. Er entwickelte einen internationalen politischen Austausch mit Vietnam, Kambodscha, China, Süd-Korea, Hongkong, Thailand, Weißrussland, Deutschland, England, Georgien und Kanada. Seit 2003 leitet er überaus erfolgreich das Ballet du Grand Théâtre de Génève.

Seit 1962 verfügt das Grand Théâtre de Génève über ein eigenes Ballettensemble, das von Beginn an die stilistische Vielfalt des Tanzes im 20. Jahrhundert erkundet und sich zu eigen gemacht hat. Diese Offenheit ermöglichte die Zusammenarbeit mit berühmten Choreografen wie George Balanchine, Mikhail Baryshnikov, Rudolf Nurejew, Jiří Kylián, Ohad Naharin, William Forsythe oder Lucinda Childs. Die zahlreichen Umschreibungen von Repertoirestücken von einigen der aufregendsten und bahnbrechenden Choreografen sind Teil dieses Prestiges. Bestehend aus 22 klassisch ausgebildeten Tänzerinnen und Tänzern ist die Compagnie heute international eines der führenden Tanz-Ensembles. Ihre Besonderheit liegt in der von Ballettdirektor Philippe Cohen gebotenen Auswahl an Tänzerinnen und Tänzern und in seiner hochkarätigen künstlerischen Vision, die die Compagnie und die Gastchoreografen in einer klar definierten Richtung führt. Das Ensemble folgt neben seinen Verpflichtungen vor Ort regelmäßig auch Einladungen innerhalb und außerhalb Europas und beschert seinem Publikum weltweit magische Momente von hoher Intensität und mitreißendem Elan.  

Besetzung

Bühne Johannes Schütz, Kostüme Joachim Herzog, Licht Alexander Koppelmann (auf Basis des Original Lichts von Manfred Voss), Dramaturgie Bernd Wilms, Premiere 10. Oktober 2017, Generaldirektor des Grand Théâtre de Genève Tobias Richter, mit Unterstützung von Pro Helvetia. Eine Produktion von Theater Bremen mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes, Uraufführung 18. September 1983 im Concordia Theater

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