17. September 2020

Lesung: Die rechtschaffenen Mörder

Ingo Schulz liest aus seinem neuen Roman

Karten ausschließlich über die Parkbuchhandlung

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Ingo Schulze hat die Geschichte des Antiquars Norbert Paulini aus Dresden-Blasewitz geschrieben, einer Gegend, die der Autor schon als Schüler kennenlernte. Man wundert sich zunächst über die altertümliche Sprache, den getragenen Stil. Nichts weißt darauf hin, wer hier überhaupt spricht: „Im Dresdner Stadtteil Blasewitz lebte einst ein Antiquar, der wegen seiner Bücher, seiner Kenntnisse und seiner geringen Neigung, sich von den Erwartungen seiner Zeit beeindrucken zu lassen, einen unvergleichlichen Ruf genoss.“ Das geht so weiter. Es ist von „Knaben“ die Rede, vom „verbrauchten Odem einer von Schmieröl gesättigten Luft“. Es ist spannend zu erfahren, warum sich Ingo Schulze dieses Stils bedient? Und warum hier ein Buchmensch glorifiziert wird, nur weil er ein Buchmensch ist?  „Die rechtschaffenen Mörder“ ist im Grunde eine raffinierte Konstruktion, die eine aktuelle Frage stellt: Wie konnte es passieren, dass jemand, der zu DDR-Zeiten ein bewunderter Intellektueller war; ein Mann, belesen wie kein Zweiter, dessen Buchladen an Samstagvormittagen zum Treffpunkt für Gesprächsrunden, geisteswissenschaftliche und Lesungen junger Gegenwartsautoren wurde – wie konnte dieser Mann zum Rechtsradikalen werden?

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