15. October 2021

Im Spannungsfeld zwischen Erbfeindschaft und Völkerfreundschaft

Ein Gespräch über Besatzer, Besetzte und späte Staatsbürger

Anmeldung unter johanna.gremme@bonn.de

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Die deutsch-französischen Beziehungen bewegen sich spätestens seit 1870 in einem Spannungsfeld zwischen Feindschaft und Freundschaft, die Dr. Stefan Martens insbesondere mit Blick auf die Zeit der deutschen Besatzung in Frankreich (1940-44) erforscht. Er ist Mitherausgeber der Briefsammlung „Comme un Allemand en France. Lettres inédites sous l’Occupation 1940–1944“, in der die Geschichte der deutschen Besatzung aus den Augen der Besatzer erzählt wird – unmittelbar, über die Briefe, die deutsche Soldaten in die Heimat zu ihren Lieben schicken.

Einer dieser Soldaten hätte Albert aus Liebermanns LEONORE 40/45 sein können, der seinem Vater davon berichtet, wie er Yvette kennenlernt…

An diesem Gesprächsabend vermischen sich also Geschichte und Geschichten – der historische Kontext, in dem sich die Oper LEONORE 40/45 bewegt, wird in einem lockeren Gespräch kritisch hinterfragt und mit seinen Auswirkungen bis in die Gegenwart untersucht.

Dr. Stefan Martens studierte Geschichte und Philosophie in Frankfurt am Main und in Münster/Westfalen. Nach der Promotion im Jahre 1983 bei Klaus Hildebrand zur Rolle Hermann Görings in der Außenpolitik des Dritten Reiches wurde er zunächst Mitarbeiter und später Leiter der Abteilung Zeitgeschichte am Deutschen Historischen Institut Paris. Von 2002 bis zu seinem Ausscheiden im Dezember 2020 war er Stellvertretender Direktor des Instituts. 2015 wurde Stefan Martens für seine Verdienste um die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich der Forschung durch die französische Ministerin für Kultur und Kommunikation, Fleur Pellerin, zum Ritter des Ordens der Künste und der Literatur ernannt.

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