22. April 2022

Gespräch: Die deutsch-französischen Musikbeziehungen im 19. Jahrhundert

In Kooperation mit dem CERC der Universität Bonn und dem Institut français Bonn

In den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich spielt die Musik bereits seit dem 18. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Viele Entwicklungen der Zeit lassen sich anhand der Musikbeziehungen ablesen. Eine zunehmende Internationalisierung des gesamten Musikbetriebs innerhalb Europas steht dem Beharren auf Musik als „national“ und nationales Kulturgut gegenüber. Ein Blick auf das musikalische Paris zur Mitte des 19. Jahrhunderts bestätigt: Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind eng, der Austausch intensiv. Nichtsdestotrotz bleiben die Beziehungen asymmetrisch: Das Interesse für Paris und Frankreich ist deutlich höher als das Interesse für Deutschland. Mittendrin in dieser Dynamik lässt sich auch Giacomo Meyerbeer verorten, der in Frankreich problemlos zum „Franzosen“ wird. Er ist nur ein Beispiel für viele seiner Zeitgenossen, die sich zwischen den (musikalischen) Welten bewegen.

Dr. Michael Werner ist ein französischer Historiker und Germanist, der 1946 in Freiburg im Breisgau geboren wurde. Nachdem er Germanistik, Romanistik und Geschichte in Freiburg, München und Bonn studiert hatte, zog es ihn nach Paris. Dort trat er 1970 eine Forschungsstelle am Centre national de la recherche scientifique an. 1991 wurde er Professor für Sozialgeschichte der deutsch-französischen Kulturbeziehungen an der École des Hautes Études en Sciences Socials, wo er seitdem das Centre de recherches interdisciplinaires sur l’Allemagne (CRIA) leitet.

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Moderation: Johanna Gremme

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