Unsere Welt neu denken

Digitales Programmheft

UNSERE WELT NEU DENKEN ist als Open-Source-Theaterprojekt angelegt. Die Idee entspringt dem Wunsch nach Vernetzung, sowohl innerhalb der Theaterlandschaft, als auch vor Ort – im Theatersaal und der Stadt.

Open Source

Open Source bedeutet, dass das Theater Bonn seine Bühnenfassung des Buches an alle interessierten Theater frei gibt. Somit kann auf Grundlage des Buches und der Bühnenfassung in vielen verschiedenen Städten ein Theaterabend entstehen.

Hinzu kommt, dass verschiedene Bausteine des Projekts von verschiedenen Theatern dargestellt und aufgenommen werden können. Diese Bausteine werden in einem Materialpool gesammelt und allen beteiligten Theatern zur Verfügung gestellt. So können verschiedenste Formate von UNSERE WELT NEU DENKEN mithilfe des gesammelten Materials an anderen Orten ihren Weg auf die Bühne finden.

Mit der Premiere in Bonn veröffentlichen wir die ersten Videos des Materialpools, der stetig weiter wachsen wird. Dahinter steckt der Versuch, künstlerische Zusammenarbeit neu zu denken, um den öffentlichen Diskurs zur Transformation unserer Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

Videos aus der Inszenierung

Weitere Videos aus dem Materialpool

Da das Sachbuch in unserer Bearbeitung für die Bühne gar nicht vollumfänglich dargestellt werden kann und auch im Probenprozess immer wieder neue Bausteine hinzukamen, entstanden auch Videos, die nicht mehr Teil der Theaterfassung des Theater Bonn sind. Diese stehen jedoch allen beteiligten Theatern zur Umsetzung ihres Abends zur Verfügung.

Pionierinnen und Pioniere

...aus Bonn

In den kommenden Wochen finden Sie hier Videos über Pionierinnen und Pioniere aus Bonn, die sich bereits in der Nachhaltigkeit engagieren, u.a. Critical Mass Bonn, Foodsharing, das Cradle 2 Cradle-Prinzip, das Repair Café im Haus Müllestumpe, das Urban Gardening-Projekt Stadtfrüchtchen.

...aus der Inszenierung

  • Michael Braungart – Cradle to Cradle

    Der deutsche Verfahrenstechniker und Chemiker Michael Braungart entwickelte zusammen mit William McDonough das Kreislaufkonzept „Cradle to Cradle“, englisch für „von der Wiege zur Wiege“. Das Prinzip geht davon aus, dass die Natur keine Abfälle kennt, sondern nur Nährstoffe. Deshalb sind Cradle to Cradle-Produkte entweder als biologische Nährstoffe in biologische Kreisläufe zurückführbar oder werden als „technische Nährstoffe“ kontinuierlich in technischen Kreisläufen gehalten. Der Lebenslauf der Produkte soll nicht mehr von der Wiege ins Grab führen, sondern Firmen sollen zu Rohstoffbanken werden die  die Nutzungsrechte eines Produktes abgeben und aber das Material in ihrem Besitz bleibt. Damit können sie auf Dauer viel günstiger produzieren auf Dauer, weil sie nicht die billigsten Materialien einsetzen, sondern die besten Materialien. Die Firmen steigen gleichzeitig  in ihrem Wert, da sie jedes Jahr mehr Materialien haben, die sie an Kunden abgeben und wieder in definierten Zeiten zurückbekommen.

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  • Christian Felber – Gemeinwohl-Ökonomie

    Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein „Wirtschaftsmodell mit Zukunft“ des Österreichers Christian Felber, das die Extreme Kapitalismus und Sozialismus hinter sich lassen soll. Stattdessen soll sich die Wirtschaft an den Grundwerten demokratischer Verfassungen orientieren. Dazu gehören Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung. Die Bewegung sieht sich selbst in einer historischen Tradition von Aristoteles bis Adam Smith. Grundsätzliches Ziel einer ethischen Marktwirtschaft soll „nicht die Vermehrung von Geldkapital, sondern das gute Leben für alle" sein. Langfristig sollen durch verschiedene Reformen nur noch wirtschaftliche Aktivitäten rentabel sein, die keine ökologischen und sozialen Schäden anrichten.

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  • Thomas Piketty – Das Kapital im 21. Jahrhundert & Kapital und Ideologie

    Thomas Piketty ist ein französischer Wirtschaftswissenschaftler. Sein Werk „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ beschreibt die Fragen des Kapitals sowie der Vermögensungleichheit und Einkommensungleichheit anhand eines historischen Abrisses darüber, wann welches Kapital in wessen Händen war, und welchen Einfluss dies jeweils auf eine Gesellschaft hatte.

    Er kommt zu dem Schluss, dass ein steigendes Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich kein zufälliges, sondern ein notwendiges Merkmal des Kapitalismus ist und zwangsläufig zum Verlust von Demokratie führt.

    In seinem jüngsten Werk „Kapital und Ideologie“ entwickelt er auf dieser Grundlage die Idee des "partizipativen und dezentralen Sozialismus". Er fordert progressive Besteuerung von Einkommen, Besitz und Erbe, eine radikalisierte Mitbestimmung in Betrieben und ein "Grunderbe" in Form eines Startkapitals, das allen Bürgerinnen und Bürgern mit 25 Jahren ein ausgezahlt wird, um selbst in ein eigenes Vorhaben oder eine Unterkunft investieren zu können.

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  • Kate Raworth – Das Donut-Modell

    Kate Raworth ist eine britische Wirtschaftswissenschaftlerin, die die Theorie der Donut-Ökonomie entwickelt hat. Anstelle von Graphen und Kurven arbeitet das Donut-Modell mit einem kreisrunden Diagramm - wie das runde, frittierte Gebäck. Der Außenrand ist das natürliche Limit durch die begrenzten Ressourcen des Planeten. Der innere Rand ist das Netz der sozialen Absicherung mit den menschlichen Grundbedürfnissen. Zwischen den Rändern liegt die Glasur, der "Sweet Spot" - ein sicherer Raum, in dem Menschen leben und wirtschaften können. Im Loch des Donuts aber herrschen menschenunwürdige Verhältnisse. Eine gerechte Wirtschaft sollte niemanden in dieses Loch fallen lassen.

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  • Michael Reynolds – Earthships

    Michael Reynolds ist ein amerikanischer Architekt, der die These des „radikal nachhaltigen Leben“ propagiert. Er baut sogenannte Earthships – abgeleitet vom englischen Wort für Raumschiff: „Spaceship“ - aus Dosen, alten Autoreifen und anderes unkonventienelles Baumaterial aus Abfallströmen. Seine Entwürfe testen zwar häufig die Grenzen der Bauvorschriften aus, sind aber als "netzunabhängige" Häuser gedacht, die nur in geringem Maße auf öffentliche Versorgungseinrichtungen und fossile Brennstoffe angewiesen sind. Sie sind so konstruiert, dass sie die verfügbaren natürlichen Ressourcen nutzen, insbesondere die Energie der Sonne und des Regenwassers.

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  • Armin Steuernagel – Die Purpose-Stiftung

    Der deutsche Gründer Armin Steuernagel hilft mit seiner Purpose-Stiftung hilft Unternehmen dabei, durch Verantwortungseigentum dauerhaft unabhängig und sinnorientiert zu bleiben. Die Idee des Verantwortungseigentums besagt, dass eine gesunde Wirtschaft, den Menschen dienen muss, um einen einen neuen, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Kapitalismus darzustellen. Dafür sollen neue Eigentumsformen entwickelt werden, nach denen Unternehmen nicht zwingend an die Nachkommen übergeben werden, wie in Familienbetrieben üblich, sondern an „Werte- und Fähigkeitenverwandte“. So können die Eigenständigkeit von Unternehmen gesichert und Gewinne nicht zum Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck angesehen werden.

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  • Peter Singer – Effektiver Altruismus

    Der australische Philosoph und Ethiker Peter Singer ist großer Verfechter des effektiven Altruismus. Diese Philosophie und soziale Bewegung versucht die effektivsten Wege zu finden, anderen zu helfen. Die Effektivität bezieht sich darauf, mit den verfügbaren Ressourcen so viel Gutes wie möglich zu und zu bestimmen, was das Beste ist, indem man sich auf Beweise und Argumente stützt - im Gegensatz dazu, nur das zu tun, was sich gut anfühlt oder intuitiv ansprechend erscheint. Der effektive Altruismus steht dem Egoismus also diametral gegenüber.

    In seiner angewandten Ethik schrieb Singer zudem „Animal Liberation – die Befreiung der Tiere“, eines der maßgeblichen Werke in der zeitgenössischen Diskussion über den moralischen Status von Tieren in der Tierrechtsbewegung.

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