Ab 26. November 2021

November (UA)

von Sascha Hawemann

120 Min keine Pause
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November, die Anmutung und Empfindung dieses Herbstmonats färbt die Erinnerungen dreier Freunde, zunächst noch Jungen, dann Männer, die in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts in Berlin, Hauptstadt der DDR, erwachsen werden. Sie sind Teil einer Gegenkulturbewegung: Sie sind Punks. Und als solche sind sie den staatlichen Organen des später untergegangenen Landes höchst verdächtig.

Zu Recht: Punk ist auch politischer Widerstand. Der Theatertext lässt uns teilhaben an ihrem Leben als „subversive Elemente “, ihrem Leiden an und in der Schule, ihrer Erfahrung von Demütigungen; dem dauernden Zwang zur Unterordnung; ständige Disziplinierungsmaßnahmen, die aus aufsässigem Schülermaterial willfährige Untertanen formen sollen; Unterwerfungsgesten; Gewalt. Seid bereit. Immer bereit. Er berichtet aber auch vom Glück und der Erfahrung einer ersten großen Liebe im alljährlichen Urlaub einer weit verzweigten Familie in Ex-Jugoslawien, der Heimat der Mutter eines der Freunde. Eine lange Liebesgeschichte beginnt, die durch den beginnenden Bürgerkrieg in dem Balkanstaat keine Fortsetzung findet. Zurück im Nachwende-Deutschland: Der Frontverlauf „zwischen rechts und links“ ist klar, nicht nur in den tätlichen Auseinandersetzungen Berliner Fußballfans.

Aus Stichworten und Klischees werden in diesem Theatertext Figuren mit Schicksalen weit über den Horizont der dokumentierten Tatsachen hinaus. Große Sehnsüchte und kleine Tragödien.

Sascha Hawemann studierte Regie in Belgrad und Berlin. Von 1995 bis 2000 war er Hausregisseur, ab 1997 Leitender Regisseur am Hans Otto Theater in Potsdam; von 2008 bis 2013 war er in gleicher Funktion am Leipziger Centraltheater tätig. Er inszeniert u. a. an Theatern in Berlin, Hannover, Dortmund und Nürnberg. Nach WUT von Elfriede Jelinek, LILIOM von Ferenc Molnár, VOR SONNENAUFGANG von Ewald Palmetshofer ist NOVEMBER seine vierte Arbeit am Theater Bonn und gleichzeitig seine erste in der Doppelfunktion als Autor und Regisseur.

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Besetzung

Inszenierung  Sascha Hawemann
Kostüme  Ines Burisch
Licht  Ewa Górecki
Dramaturgie  Carmen Wolfram
Regieassistenz  Maximilian Immendorf
Inspizienz  Sascha Maurice Höchst
Soufflage  Angelika Schmidt
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