Ab 10. Oktober 2021

Leonore 40/45

Rolf Liebermann (1910 –1999)
– In deutscher und französischer Sprache –

Eine Produktion im Rahmen der Reihe Fokus ’33

120 Minuten Eine Pause

1959 erlebte Rolf Liebermanns Opera semiseria ihre letzte Neuproduktion – das Oldenburger Publikum zeigte sich ähnlich uneinverstanden mit dem ‚Fraternisierungsdrama‘ zwischen einem deutschen Wehrmachtssoldaten und einer jungen Französin, wie in vorangegangenen Inszenierungen: Nachkriegsdeutschland war nicht reif für ein derartiges Stück.

An der Musiksprache nämlich – Liebermann bewies, dass Dodekaphonie durchaus keine Garantie für sinnliche Sprödigkeit ist – kann es nicht gelegen haben, dass die Oper auf so weitreichendes Unverständnis stieß. War die Uraufführung im neutralen Basel 1952 noch ein veritabler und von der Presse sehr wohl betonter Publikumserfolg, „führte“, wie Ulrich Schreiber in seinem Opernführer für Fortgeschrittene schreibt, „die Semiseria in Deutschland bei allen (!) Aufführungen zu Publikumsaufständen. Statt einer Versöhnung zwischen den einstigen ,Erbfeinden‘ nahm man nur verachtenswerte Kollaboration wahr“. Erstmals seit dem letzten Skandal stellt die Oper Bonn das Werk – mit großer Zuversicht – auf den Prüfstand.

Diese Produktion wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und zeitversetzt übertragen.

Vor der Premiere am 10. Oktober hat Dr. Thomas Bauer einen Festvortrag anlässlich der Eröffnung der Reihe Fokus ’33 gehalten: Vom Kanon zum Einerlei – warum die Oper ihre Vielfalt liegenlässt. Bauer ist Professor für Islamwissenschaft und Arabistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Im akademischen Jahr 2006/2007 war er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin im Projekt Die Kultur der Ambiguität. 2013 wurde er mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis geehrt. Zuletzt veröffentlichte er 2018 Die Vereindeutigung der Welt. Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt.

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Besetzung

Germaine, ihre Mutter / Eine weißhaarige Melomanin  Susanne Blattert
Hermann, sein Vater  Pavel Kudinov
Lejeune  Martin Tzonev
Monsieur Emile  Joachim Goltz
Eine junge Massenet-Schwärmerin / La Patronne  Katrin Stösel
Ein Soldat  Christian Specht
Der 1. Präsident des Tribunals  Jeongmyeong Lee
Der 2. Präsident des Tribunals / Ein alter Melomane / Ein gebild. Herr u.a.  Michael Krinner
Ein Kellner / Ein Zeitungsverkäufer / Ein Richter  Takahiro Namiki
Erster Gefangener  Justo Rodriguez (Termine)
Zweiter Gefangener  Enrico Döring
Hinweise zur Besetzung

Michael Krinner wird gefördert von den Opernfreunden Bonn

Chor  Chor des Theater Bonn
Orchester  Beethoven Orchester Bonn
Musikalische Leitung  Daniel Johannes Mayr
Inszenierung  Jürgen R. Weber
Ausstattung  Hank Irwin Kittel
Licht  Friedel Grass
Video  Gretchen fan Weber
Choreinstudierung  Marco Medved
Regieassistenz und Abendspielleitung  Ruben Michael
Musikal. Assistenz und Studienleitung  Pauli Jämsä
Bühnenbildassistenz  Ansgar Baradoy
Kostümassistenz  Dieter Hauber
Inspizienz  Karsten Sandleben
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