La Cenerentola

Gioachino Rossini (1792 – 1868)

Dramma giocoso in zwei Akten
Libretto von Jacopo Ferretti
– In italienischer Sprache –

180 Minuten Eine Pause

Die Geschichte vom Aschenputtel, das als Dienstmagd ein Schattendasein im elterlichen Haus führt und am Ende den Prinzen heiratet, gehört zu den beliebtesten Topoi der Märchenliteratur.

Nicht erst die Gebrüder Grimm machten den Stoff populär, seine Wurzeln reichen bis zu den orientalischen Märchensammlungen aus Tausendundeiner Nacht oder zu den Überlieferungen der nordamerikanischen indigenen Völker. Rossini, der sein „dramma giocoso“ um die Jahreswende 1816/17 in angeblich nur drei Wochen komponierte, stützte sich vor allem auf die Version von Charles Perrault, dessen Cendrillon ou La petite pantoufle de verre von 1697 stammt. Perrault selbst griff vermutlich auf das Pentamerone zurück, eine Märchensammlung des 1575 in Neapel geborenen Giambattista Basile, der nicht nur Charles Perrault, sondern u.a. auch Clemens Brentano, Ludwig Tieck und die Brüder Grimm inspirierte. Seinen Zeitgenossen galt Rossinis LA CENERENTOLA – mehr als sein ein Jahr zuvor entstandener BARBIERE DI SIVIGLIA – als der Inbegriff einer komischen Oper.

Rossini selbst legte sein Werk allerdings nicht so sehr als reine opera buffa an, sondern machte daraus eine sogenannte semiseria, eine „halb-ernste“ Oper. Die Leiden der von ihrer Familie verachteten Angelina werden nicht ohne tragische Untertöne auf die Bühne gebracht, und trotz des überaus komischen Potentials der handelnden Personen bleibt am Ende der „Triumph der Tugend“ eine wichtige und ernstzunehmende Einsicht, zumindest als Utopie, die Rossinis Opernmärchen mit den meisten Märchen der Welt teilt.

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