Ab 28. Februar 2020

König Lear

von William Shakespeare

190 Minuten 1 Pause

Lear, König von Britannien, will die Regierungsverantwortung abgeben. Dazu hat er das Reich gedrittelt, um jeder seiner Töchter einen Teil zu vermachen. An die Übergabe knüpft er die Bedingung, dass die Töchter ihm die Größe ihrer Liebe bezeugen sollen. Die beiden älteren, Goneril und Regan, die es dem König gegenüber nicht an Gehorsam fehlen lassen wollen, gehen auf diese vermeintlich harmlose, wenn auch absurde, Forderung ein und überbieten sich mit Liebesbekundungen. Cordelia, die jüngste, setzt der Frage Lears, was sie zu sagen habe, nur ein schlichtes „Nichts“ entgegen. Dieses „Nichts“ bildet den Anfang einer nicht mehr endenden Abwärtsspirale für alle Figuren. Tief enttäuscht von der kargen Antwort seiner Lieblingstochter gerät Lear in Zorn, enterbt und verstößt sie und teilt sein Reich unter ihren Schwestern auf, bei denen er abwechselnd leben will. Der Graf von Kent, der versucht den König zur Vernunft zu bringen, wird verbannt. Bald wird Lear, der seine älteren Töchter nicht nur mit Launenhaftigkeit und Jähzorn, sondern auch mit seinem Gefolge von hundert Rittern tyrannisiert, lästig und keine ist bereit, ihn weiter zu beherbergen. Wütend und verzweifelt darüber irrt der König im Gewittersturm über die Heide, nur von seinem Narren begleitet. Seine Ausbrüche nehmen mehr und mehr den Charakter des Wahnsinns an. Parallel dazu nutzt Edmund, der uneheliche Sohn des Grafen von Gloster, die Chance des instabilen Staats- und Gesellschaftssystems, um seinen Bruder Edgar aus dem Weg zu räumen und Alleinerbe zu werden.  Er lässt den Vater glauben, Edgar habe ihn ermorden wollen. Dieser flieht vor der Rache seines Vaters und verbirgt sich als Verrückter getarnt auf der Heide. Als Gloster vom Schicksal Lears erfährt, will er ihm zu Hilfe eilen, wird aber von Regan und ihrem Gatten Cornwall gefangen gesetzt und für seine Königstreue geblendet. Der Verlauf der Handlung entschleiert das Wesen der Figuren und führt sie in ihr Schicksal, in Leid und Selbstzerstörung. Am Ende stehen die letzten Zeugen dieser aus den Fugen geratenen Welt vor dem, was Cordelia unfreiwillig prophezeit hat: dem „Nichts“.

Luise Voigt, Regisseurin, Autorin und Medienkünstlerin, ist mittlerweile keine Unbekannte mehr am Theater Bonn. Nach einem bemerkenswerten Auftakt in der Spielzeit 2017/18 mit Goethes UNTERHALTUNGEN DEUTSCHER AUSGEWANDERTEN inszenierte sie in der letzten Spielzeit mit Becketts WARTEN AUF GODOT das Erfolgsstück auf der Werkstattbühne.

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Besetzung

Videoaufnahmen  Lars Figge
Klaus Figge (Termine)
König Lear  Bernd Braun
Goneril  Sophie Basse
Cordelia / Narr  Lena Geyer
Graf von Gloster  Wolfgang Rüter
Graf von Kent  Roland Riebeling
Herzog von Cornwall  Holger Kraft
Herzog von Albany  Sören Wunderlich
Haushofmeister Oswald  Manuel Zschunke
König von Frankreich, Ritter, Bote, u.a.  Florian Janik
Musiker  Alex Röser (Termine)
Friederike Bernhardt (Termine)
Herzog von Burgund, Ritter, u.a.  Markus Müller
Ritter, Bote, u.a.  Leander Sparla
Florian Stenzenberger
Regie und Bühne  Luise Voigt
Musik  Friederike Bernhardt
Bühne und Video  Stefan Bischoff
Kostüme und Mitarbeit Bühne  Maria Strauch
Körperarbeit / Biomechanik  Tony De Maeyer
Modellkonzept Puppe  Rüdiger Stern
Licht  Sirko Lamprecht
Dramaturgie  Nadja Groß
Regieassistenz  Julie Grothgar
Ausstattungsassistenz  Milena Gawlick
Dramaturgieassistenz  Jan Pfannenstiel
Inspizienz  Hans-Jürgen Schmidt
Andreas Stubenrauch
Soufflage  Heike Mia Hülsebusch
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