Ein Blick von der Brücke

von Arthur Miller
Deutsch von Alexander F. Hoffmann und Hannelene Limpach

100 Min. keine Pause

Im New Yorker Hafenviertel lebt Eddie Carbone ein bescheidenes Leben mit seiner Frau Beatrice und seiner verwaisten Nichte Catherine, die er wie seine eigene Tochter großgezogen hat. Aus Italien stammend hat er sich durchgebissen und betrachtet sich nach 20 Jahren mit Stolz als Amerikaner. Als zwei Verwandte seiner Frau als illegale Einwanderer aus Sizilien mit dem Schiff ankommen, gewährt Eddie ihnen für den Anfang Zuflucht in seiner Wohnung. Sie finden Arbeit im Hafen, leben ohne Aufenthaltserlaubnis und Pass jedoch in ständiger Angst vor Abschiebung und können am sozialen Leben außerhalb der Wohnung nicht teilnehmen.

Rodolpho, der jüngere, will in den USA bleiben und heiraten, um der Chancenlosigkeit in seiner Heimat zu entkommen. Als er sich in Catherine verliebt, werden die Spannungen in der ohnehin engen Wohnung unerträglich. Catherine erwidert Rodolphos Gefühle und will ihn heiraten, um in Freiheit mit ihm zu leben. Doch in Eddie erwachen Eifersucht und Angst vor Veränderung. Die eigene besitzergreifende Liebe zu seiner Nichte und sein verletztes Ehrgefühl machen ihn rasend: Er verrät Rodolpho an die Einwanderungsbehörde. Familie, Freunde und Kollegen wenden sich daraufhin von ihm ab. In einer wütender Konfrontation mit Rodolphos Bruder Marco ersticht dieser Eddie schließlich mit dessen eigenem Messer.

Arthur Millers sozialkritisches Drama beschreibt mit Einwanderung verbundene Prozesse, die seit seiner Entstehung 1955 nichts an Aktualität verloren haben. Martin Nimz war bis Ende der Spielzeit 20/21 Schauspieldirektor am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und ist Spezialist für psychologische Erzählweisen. Nach von Publikum und Presse gelobten Produktionen wie DIE FRAU VOM MEER, EINES LANGEN TAGES REISE IN DIE NACHT und zuletzt DIE MARQUISE VON O. inszeniert er bereits zum achten Mal am Theater Bonn.

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