Don Carlo

Giuseppe Verdi (1813 – 1901)

Oper in fünf Akten
Libretto von Joseph Méry und Camille du Locle
nach Friedrich Schillers Tragödie
Italienische Fassung von Achille de Lauzières
– In italienischer Sprache –

250 Minuten Zwei Pausen

Man weiß, dass Giuseppe Verdi sich als kritischer Geist nicht nur mit den Zeitläuften seiner Epoche herumgeplagt hat, sondern sehr wohl auch dem eigenen Schaffen mit stetig überarbeitungsbereiter Skepsis begegnet ist. Keine andere seiner Opern hat er so häufig redigiert, gekürzt, umgestellt und neugefasst wie ausgerechnet diejenige, die durch ihr engmaschiges Gewirk aus politischen, religiösen und gesellschaftlichen Zwängen am ehesten an die Unausweichlichkeiten des griechischen Dramas heranreicht und damit seine düsterste geworden ist: DON CARLO.

Über zwanzig Jahre liegen zwischen dem Kompositionsbeginn 1865 und der Aufführung in Modena jener fünfaktigen Fassung (1886), die heute wieder häufiger gespielt wird als die bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts gebräuchliche vieraktige Mailänder Fassung von 1884. Verdi plagte sich dabei nicht nur mit den beiden Sprachen und ihrem jeweils so verschiedenen Ausdrucksgestus, sondern versuchte auch immer wieder durch Kürzungen und Umstellungen zum optimalen Ergebnis zu gelangen. So bringt es die Schillers Drama in weiten Teilen getreue Oper auf nicht weniger als sieben Versionen. Das Licht der Vernunft freilich sieht man in keiner aufscheinen. Gefangene ihrer Zwänge, Gefangene in selbstangelegten Zügeln, Gefangene aber vor allen Dingen einer stets tödlich drohenden geistlichen Macht, der selbst die weltliche Herrschaft nicht gewachsen ist – die Ausweglosigkeit menschlicher Verstrickungen in diesem Netzwerk des Terrors bringt Verdi elementar auf den Punkt: Freiheit verspricht allenfalls der Tod.

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