Ab 7. November 2020

Der zerbrochne Krug

Lustspiel

von Heinrich von Kleist

Termine & Karten

In der Nacht ist in Eves Zimmer ein Krug zu Bruch gegangen. Mit den Überresten des ihr kostbaren Erbstücks steht Mutter Marthe am nächsten Morgen vor Richter Adam, um Eves Verlobten Ruprecht zu verklagen, den sie fälschlicherweise verdächtigt. Ruprecht wiederum ist voller Zorn auf Eve, weil er irrtümlich glaubt, einen Nebenbuhler bei ihr ertappt und in die Flucht geschlagen zu haben. Wer da wirklich Hals über Kopf aus dem Fenster flüchtete und dabei den Krug zu Boden riss, weiß Eve. Sie aber schweigt. Richter Adam, verräterisch derangiert, liegt wenig daran, Licht ins Dunkel zu bringen. Denn er selbst ist der Übeltäter, der Eve nachts in ihrem Haus bedrängt hat. Zu seinem Unglück ist Gerichtsrat Walter angereist, um die Methoden der hiesigen Rechtsprechung auf ihre Korrektheit zu überprüfen. Auf diese Weise in arge Bedrängnis gebracht, muss Adam über sich selbst Gericht halten. Mit zweifelhaften Verhörmethoden setzt er auf der Flucht vor sich selbst alles daran, die Wahrheit zu vertuschen, die mitnichten eine Lappalie ist. Denn schnell wird klar: Marthes Klage um das zertrümmerte Gefäß ist nur Anlass. Adams Sündenfall hat weit mehr zerstört – Liebe, Familie, Unschuld, Staatsräson und das Vertrauen in eine gerechte Ordnung; eine ganze Welt liegt hier in Scherben. Was als Komödie voller Sprachwitz beginnt, eröffnet bald den Blick in menschliche Abgründe und auf einen lügnerischen Vertreter der Justiz.

Kleists Lustspiel, das 1808 uraufgeführt wurde, spiegelt Machthaber unserer Zeiten, die ebenso geschickt wie manipulativ und schamlos ihre Wertungsspielräume ausnutzen und deren Machtmissbrauch von der jeweiligen Gesellschaft mitgetragen wird.

Nach den Publikumserfolgen KUNST von Yasmina Reza und FRAU MÜLLER MUSS WEG von Lutz Hübner und Sarah Nemitz inszeniert Schauspieldirektor Jens Groß zum dritten Mal am Theater Bonn.

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Besetzung

Richter Adam  Klaus Zmorek
Schreiber Licht  Wolfgang Rüter
Gerichtsrätin Walter  Merle Wasmuth
Eve Rull  Lena Geyer
Veit Tümpel  Wilhelm Eilers
Ruprecht Tümpel  Markus J. Bachmann
Inszenierung  Jens Groß
Bühne und Kostüme  Tom Musch
Licht  Boris Kahnert
Dramaturgie  Male Günther
Regieassistenz  Maximilian Immendorf
Ausstattungsassistenz  Annika Garling
Inspizienz  Sascha Maurice Höchst
Soufflage  Miklós Horváth
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