Der Rosenkavalier

Komödie für Musik in drei Aufzügen
von Richard Strauss (1864 – 1949)
Text von Hugo von Hofmannsthal

Eine Koproduktion mit der Volksoper Wien

- Mit deutschen und englischen Übertiteln -

 

240 Minuten zwei Pausen

„Sie sind da Ponte und Scribe in einer Person.“ Wenn Richard Strauss seinem über alle Maßen sensiblen, wenn nicht gar empfindlichen Librettisten einen Tort antun konnte, dann mit dieser unglücklichen Formulierung – gewiss hatte Hugo von Hofmannsthal nichts gegen die Gleichsetzung mit Mozarts stets auf Augenhöhe arbeitendem Textdichter; die Nennung allerdings des fabrikmäßig schreibenden Erfolgsautors Eugène Scribe, dem literarische Qualität nicht wirklich nachgesagt werden kann, dürfte das bestimmt wohlgemeinte Kompliment vergällt, wenn nicht gar vergiftet haben.

DER ROSENKAVALIER steht für die kongeniale Zusammenarbeit des so überaus produktiven Duos wie kein zweites Werk. Nach der ELEKTRA suchten der Dichter und der Komponist einen leichteren Stoff für eine neue Oper. „Ich habe in nur drei Nachmittagen ein komplettes, ganz frisches Szenar einer Spieloper gemacht, mit drastischer Komik in den Gestalten und Situationen ...“, schrieb Hofmannsthal am 11. Februar 1909 an Strauss. Er hatte das Ambiente für diese Spieloper im Wien der Zeit Maria Theresias gefunden, das ihm einen Rahmen bot für eine – letztlich zeitlose – Gesellschaftskomödie mit unterschiedlicher kaum denkbaren Charakteren; ein Stück voll nicht allein österreichischer Morbidität und Boshaftigkeit, Panorama einer Gesellschaft im Wandel der Zeit mit aktuellen Bezügen, eine melancholische Meditation über die Vergänglichkeit.

Immer wieder ist den beiden Autoren vorgeworfen worden, mit dem ROSENKAVALIER einerseits eine Weltflucht angetreten, andererseits auch den Mut zu über ELEKTRA hinausgehender Radikalität verloren zu haben. Diese Sicht freilich ignoriert die subversive Macht des Humors und das große Potenzial der psychologischen Feinfühligkeit der Urheber: „Leicht muß man sein: mit leichtem Herz und leichten Händen, halten und nehmen, halten und lassen ... Die nicht so sind, die straft das Leben und Gott erbarmt sich ihrer nicht“, singt die Marschallin – Typen und Charaktere, die aufsteigen, die absteigen – hin- und hergetrieben zwischen Liebe und Vergänglichkeit.

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