Ab 9. Oktober 2021

Bin nebenan

Monologe für Zuhause

Drei Monologe von Ingrid Lausund
aus BIN NEBENAN – MONOLOGE FÜR ZUHAUSE

60 Minuten keine Pause

Die eigenen vier Wände als Ausdruck von Selbstverwirklichung – das gab es schon vor der Corona-Zeit. Während der Monate des Lockdowns entwickelte sich das Zuhause umso mehr zum Lebensmittelpunkt, zum Ort des Aufenthalts und des Rückzugs. Ausmisten, renovieren, es sich schön machen wurde Beschäftigung und für manch einen zur Leidenschaft.

Ingrid Lausunds Monologe entstanden lange vor der Pandemie. Nicht etwa durch äußere Umstände gezwungen, sondern von Ausbruchsfantasien aus dem als ungemütlich empfundenen Leben angetrieben, kreisen hier alle Protagonistinnen in emotionalen Krisen existenziellen Ausmaßes um Wohnen und Zuhause.

Eine unternimmt beim Möbelkauf den Beweis ihrer Individualität, wird aber noch vor der Kasse eingeholt von den Algorithmen der Einrichtungshäuser. Einer zweiten dient ihr Badezimmer als Wellness-Oase und düfteumnebelte Traumfabrik. Wäre da nur nicht das Wissen um die Welt da draußen, das sie im Schaumbad mehr und mehr bedrängt. Für die dritte wird die eigene Grabstelle zum Fixpunkt inmitten von Rastlosigkeit. Damit gäbe es endlich eine Aussicht auf ultimative Ruhe und ersehnte Erlösung von der Unfähigkeit zum Ankommen. Oder doch nicht?
Drei skurril-durchschnittliche Frauenfiguren sind hier auf der Flucht vor sich selbst und einer Welt voller Klischees, Konsum und Vorurteile und verfangen sich im Unbehaustsein unserer Zeit.

Bea Banca studierte English Studies sowie English Literatures and Cultures in Bonn und arbeitete als freie Autorin beim WDR-Projekt Digit. Seit der Spielzeit 19/20 ist sie Regieassistentin am Theater Bonn. BIN NEBENAN ist ihre erste Arbeit als Regisseurin.

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Besetzung

Alle Frauen  Lydia Stäubli
Regie, Abendspielleitung und Soufflage  Beatrice Banca
Bühne für "Die Glasmenagerie"  Ran Chai Bar-zvi
Bühnenbildassistenz und Kostüme  Annika Garling
Licht  Johanna Salz
Ewa Górecki
Ton  Lena Weckerling
Dimitrij Uvagin
Dramaturgie  Male Günther
Inspizienz  Andreas Stubenrauch
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