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HOUSE OF HORROR [Uraufführung]

THEATER. FRAUEN. MACHT.

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Uraufführung 24 Mai 19:30 H
31 Mai 19:30 H
06 Jun 19:30 H
16 Jun 19:00 H
19 Jun 19:30 H
22 Jun 19:30 H
Schauspielhaus

Text: Christine Lang und Volker Lösch

Lucretia, Antigone, Penthesilea, Ophelia, Julie und all die anderen. Die Literaturgeschichte ist voller toter Frauen: vergewaltigt, ermordet, zum Schweigen gebracht. Von Vätern, Brüdern, Liebhabern. Und sie erstechen sich selbst, ertränken sich, springen in Tiefen, sie sterben aus Verzweiflung oder im Wahn. Diese Frauenfiguren und ihre Nachfolgerinnen bevölkern bis heute die Bühnen der Theater, die Leinwände und Bildschirme.
In HOUSE OF HORROR erwecken die SchauspielerInnen alte Rollen zu neuem Leben. Diese Rollen aber beschweren sich: niemand hat sie gefragt, ob sie überhaupt noch gespielt werden wollen. So werden sie zu Klagegeistern, die die Keller und toten Winkel des Theaters bevölkern. Man muss die Untoten erlösen und darauf hören, was sie uns zu sagen haben! 

2017 wurden in Deutschland 149 Frauen getötet, meistens von ihrem (Ex-)Partner. So kommt alle zwei bis drei Tage eine Frau um. 114.000 Frauen wurden von ihren Partnern „bedroht, gestalkt, eingesperrt, sie wurden geschlagen, vergewaltigt, verbrüht, gewürgt, mit der Axt oder einem Messer traktiert“ (Der Spiegel). Bezeichnet werden diese Frauenmorde, als wären sie aus dem Theater, als „Familientragödie“ oder „Eifersuchtsdrama“. Aber spricht die hohe Zahl nicht von etwas anderem? Was hat sie zu bedeuten in Zeiten der Gleichberechtigung?

Regisseur Volker Lösch (WAFFENSCHWEINE, NATHAN, BONNOPOLY) und sein Team stellen Fiktion und Realität in Zusammenhang, in dem sie einen Blick auf das Theater selbst werfen. Das Theater – eigentlich ein Ort, an dem die Gesellschaft kritisiert und Utopien entworfen werden können – ist von patriarchalen Machtstrukturen durchdrungen, ebenso wie andere Institutionen der Stadt. SchauspielerInnen, Frauen wie Männer, sind diesen Strukturen ausgesetzt, im Vorsprechen, bei der Rollenauswahl – und sie werden sichtbar in der Höhe der Gagen und Gehälter.

In HOUSE OF HORROR kommen SchauspielerInnen und Bonner BürgerInnen mit ihren Geschichten und Erfahrungen zu Wort, die zurück zu der Frage führen, was das Sterben der Frauen in unserer Literaturgeschichte mit uns heute zu tun hat, und wie wir die Fiktion verändern müssen, um in der Realität etwas zu bewegen.

Im Rahmen der Produktion suchen wir Interviewpartnerinnen. Haben Sie Gewalt erlebt? Haben Sie Missbrauch erfahren? Dann melden Sie sich bei uns. Hier erfahren Sie mehr.

Besetzung

Es spielenSophie Basse

Daniel Breitfelder

Annika Schilling

Birte Schrein

Lydia Stäubli

Daniel Stock

Sandrine Zenner

NN


RegieVolker Lösch
BühneJulia Kurzweg
KostümeAnnegret Riediger
VideoNN
LichtMax Karbe
DramaturgieElisa Hempel, Christine Lang


RegieassistenzJulia Grothgar
Co-RegieassistenzSarah Braun
DramaturgieassistenzMale Günther
BühnenbildassistenzFlorence Klotz
KostümassistenzLara Hohmann
InspizienzAndreas Stubenrauch
SoufflageAngelika Schmidt
RegiehospitanzNN
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