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SYMPHONY OF SORROWFUL SONGS / CACTI

SLOWENISCHES NATIONALBALLETT (Ljubljana, Slowenien)

Opernhaus

SLOWENISCHES NATIONALBALLETT (Ljubljana, Slowenien)
SYMPHONY OF SORROWFUL SONGS / CACTI
Inszenierung/Choreografie Tomaž Pandur/Ronald Savković und Alexander Ekman
Musik: Henryk Mikołaj Górecki (Symphony No. 3) und Franz Schubert, Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven (Band und Streichquartett live)
16 Tänzerinnen und Tänzer

 

Mit einem für die HIGHLIGHTS extra zusammengestellten, zweiteiligen Programm stellt sich das Slowenische Nationalballett erstmals in Bonn vor. Geleitet wird das Ballett aus der Hauptstadt Sloweniens von der Startänzerin Sanja Nešković Peršin.

Für das Staatsballett Berlin erarbeitete der slowenische Theaterregisseur Tomaž Pandur gemeinsam mit dem Choreographen Ronald Savković eine monumentale Inszenierung über die Wahrnehmung von Zeit: SYMPHONY OF SORROWFUL SONGS. Der bildmächtige Regisseur ist in Bonn kein Unbekannter. 2004 inszenierte er Leos Janáceks Aus einem Totenhaus. Zu Ehren des Regiestars, der 2016 im Alter von nur 53 Jahren verstarb, studiert das Slowenische Nationalballett dieses Auftragswerk des Staatsballettes Berlin neu ein. 

Zur dritten Sinfonie von Henryk Górecki (1933-2010), bestehend aus drei langsamen Sätzen, ergründet Tomaž Pandur das Wesens der Zeit, inspiriert vom russischen Filmregisseur Andrej Tarkowski und Stephen Hawking. Vor dem Hintergrund des Werdens und Vergehens von Kreativität entfaltet sich ein hochemotionaler szenischer Kosmos, in den Stimmungen hineingetragen werden, wie sie sich mit dem Ikonenmaler Andrej Rublow und seiner archaischen, russischen Lebenswelt verbinden lassen. Die Welt der Träume und unterbewussten Emotionen der Zuschauer im Blick, spielt Tomaz Pandur extrem und kompromisslos mit visuellen Reizen. Eine 60 minütige Geschichte der Zeit mit intensivem, expressivem, zeitgenössischem Tanz.

„Von Heraklit bis Stephen Hawking, tausendfach wurde in unserer Zivilisation versucht, dem verborgenen Gesicht der Zeit auf den Grund zu gehen. Millionen von Antworten wurden bereits formuliert, aber jede einzelne von ihnen eröffnet zugleich tausende neuer Fragen“, sagte Pandur. Choreografisch unterstützt wurde er von Ronald Savkovic, dem langjährigen Ersten Solotänzer des Staatsballetts.

Tomaž Pandur galt als führender Regisseur des modernen slowenischen Theaters. Geboren 1963 in Maribor, gründete er bereits als Gymnasiast seine eigene Theatergruppe „Thespiskarren – Neues slowenisches Theater“ und sorgte schon damals für Aufsehen in Slowenien und dem damaligen Jugoslawien. Im Jahr 1988 absolvierte er ein Studium an der Akademie für Theater, Radio, Film und Fernsehen in Ljubljana. Das Theatergenie, wie er bezeichnet wurde, stellte das Nationaltheater seiner Heimatstadt Maribor ins Rampenlicht, dessen Leitung er 1989 als 26-Jähriger übernahm. Die kleine Stadt an der Drau wurde zu einer Station für Theaterliebhaber von nah und fern. Seine Inszenierungen waren auch in Österreich und Deutschland zu sehen, z.B. bei den Salzburger Festspielen. Dantes Göttliche Komödie inszenierte er 2000 bis 2002 in deutscher Sprache am Hamburger Thalia Theater. Es wurden die außergewöhnlichsten Aufführungen der Saison. Nach Bonn holte ihn Generalintendant Klaus Weise 2004 und übertrug ihm die Regie zu Leos Janáceks Oper Aus einem Totenhaus. 2010 zeigte er an der Berliner Staatsoper mit dem Staatsballett den Abend Symphony of Sorrowful Songs. Im April 2016 erlag er einem Herzinfarkt bei dem Proben zu König Lear in Skopje.

Mit CACTI (Kakteen) gelingt Alexander Ekman, was man im zeitgenössischen Tanz eher selten antrifft: Humor, Charme und überbordende Freude an der reinen Bewegung. In diesem rasanten Stück für 16 Tänzerinnen und Tänzer parodiert Ekman liebevoll aktuelle Strömungen im Tanz. CACTI ist Satire und ernsthafte Abhandlung zugleich. Die Violine jault, das Cello wird gezupft – und irgendwie klingt es, als seien die Instrumente hungrig oder quengelig wie kleine Kinder, die sich gehen lassen. Vier Streicher befinden sich auf der Bühne und nicht im Orchestergraben. Sie sind Protagonisten im Frack, wandeln zwischen den Tanzenden und spielen sich selbst, außerdem natürlich gefühlvoll auf ihren Instrumenten – Musik von Beethoven etwa. Der schwedische Choreograf Alexander Ekman hat sich hier aber nicht nur die Interaktion zwischen den Tänzern und Musikern ausgedacht, sondern lässt auch immer wieder Textgeflüster aus dem Off einspielen: Eine Gesamtkunstwerkmischung von absurd-skurrilen Profil ist entstanden – atemberaubend und voller Humor.

CACTI wurde mit zahlreichen Preisen bedacht und bei einem Staatsbesuch als Geschenk der niederländischen Königin Beatrice an das norwegische Königshaus im Jahr 2010 in Oslo getanzt. Im gleichen Jahr wurde es für den Swan Award für die beste neue Tanzproduktion der Niederlande nominiert.

Der gebürtige Schwede Alexander Ekman, Jahrgang 1984, tanzte beim Königlich Schwedischen Ballett, beim Cullberg Ballet und beim Nederlands Dans Theater II. 2006 beendete er seine Tänzerkarriere, um sich ganz dem Choreografieren widmen zu können. Seitdem ist er international gefragt und entwickelt Werke unter anderem für das Cullberg Ballett, die Compañia Nacional de Danza, das Göteborg Ballett, das Berner Ballett, das Ballet de l’Opéra du Rhin, das Königlich Schwedische Ballett, das Norwegische Nationalballett, das Cedar Lake Contemporary Ballet und das Boston Ballet. 2011 arbeitete Ekman als Lehrer und Choreograf an der Julliard School in New York City. Seit 2011 bis 2013 ist er Associate Choreographer am Nederlands Dans Theater. Auch im Bereich Filmproduktion ist er engagiert. Für seine Werke komponierte Alexander Ekman bereits selbst die Musik, oft kreiert er zusätzlich das Bühnenbild. Den Bonner Tanzfreunden ist Alexander Ekman bereits mehrfach begegnet. Seine Werke werden von Compagnien in  der ganzen Welt getanzt. 2016 erhielt er den renommierten Theaterpreis „FAUST“.

 

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