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MAX MOOR & DIE KUNST DES PÖBELNS

Gespräche über Kunst, Kultur und Gesellschaft

Schauspielhaus

Eine Kooperation des THEATER BONN mit der Bundeskunsthalle
Gastgeber Max Moor (ttt - titel thesen temperamente) lädt in sein neu gestaltetes mobiles Studio in Bonn.  

MAX MOOR & DIE KUNST DES PÖBELNS

Beleidigen, pöbeln, diffamieren, hetzen – immer mehr Menschen entladen ungefiltert ihre anonymen Hasskommentare im Internet, den sozialen Medien oder den Kommentarspalten von Nachrichtenseiten. Je beleidigender, so scheint es, desto besser. Ein Phänomen, das längst einen eigenen Begriff hat: Als „Trolle“ bezeichnet man die Internetuser, die mit ihren verletzenden Kommentaren bewusst auf die emotionale Provokation anderer Gesprächsteilnehmer abzielen.

Die Opfer dieser Hassbotschaften reichen von Prominenten über Politiker bis hin zum ganz normalen Teenager, selten gehen die Verbalattacken spurlos an den Angegriffenen vorbei. Die Entgleisungen haben mittlerweile auch Politik und Justiz auf den Plan gerufen. Stimmen werden laut, die die Unternehmer und Betreiber der Internetseiten in der Pflicht sehen.

Was aber sagt es über eine Gesellschaft aus, wenn Einzelne den dunkelsten Seiten ihres Charakters ungehemmten Lauf lassen, sobald sie sich durch Anonymität geschützt sehen? Haben wir den Diskurs, die respektvolle Auseinandersetzung mit Andersdenkenden schlicht verlernt? Und wie könnte ein Unterbinden dieser pervertierten Form von Meinungsäußerung gelingen, ohne Zensur zu betreiben?

Gemeinsam mit seinen Gästen Caja Thimm, Hasnain Kazim und Markus Beckedahl diskutiert Max Moor (titel - thesen - temperamente) über Hintergrund und Auswirkungen von Cybermobbing, über die Verantwortung von Politik und Unternehmen und über die Chancen der sozialen Medien als Plattformen einer demokratische Streitkultur.

 

Besetzung

Max Moor (Moderator), Schauspieler, Autor und Journalist, Reporter, Produzent und Sänger, Moderator und Landwirt, lädt in der Spielzeit 2015/2016 in regelmäßigen Abständen ausgewählte Gäste zu Gesprächen über Kunst, Kultur und Gesellschaft in sein neu gestaltetes mobiles Studio in Bonn. Mal trifft man sich in der Bundeskunsthalle, mal im Bonner Theater, um wechselnde Themen und aktuelle Fragestellungen zu diskutieren.

Markus Beckedahl ist Gründer und Chefredakteur von netzpolitik.org und beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Fragestellungen einer sich entwickelnden digitalen Gesellschaft. Er ist Mitgründer der re:publica, Europas führender Internet-Konferenz, er war zwischen 2010-2013 Sachverständiger in der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zu “Internet und digitale Gesellschaft” und ist seit 2010 Mitglied des Medienrates der Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg.

Hasnain Niels Kazim ist Journalist beim SPIEGEL und Spiegel Online, u.a. als Südasienkorrespondent, als Korrespondent in Istanbul und – seit er die Türkei im März 2016 verlassen musste –in Wien für das Magazin tätig. Kazim ist Mitglied von „Hate Poetry“, einem Zusammenschluss junger Journalistinnen und Journalisten, die sich in  Lesungen öffentlich mit den Anfeindungen auseinandersetzen, die ihnen tagtäglich – vor allem per Email und über die sozialen Netzwerke – zugehen.

Caja Thimm ist Professorin für Medienwissenschaft und Intermedialität an der Universität Bonn. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der Onlinekommunikation, besonders im Bereich Social Media, Unternehmenskommunikation und „Alter und Medien“. Aktuell leitet sie ein DFG-Projekt zur „Deliberation im Netz“, das sich den Formen und Funktionen der Kommunikation über Twitter widmet. Thimm berät außerdem verschiedene Landes- und Bundesinstitutionen zum Bereich Onlinemedien/Social Media.

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