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KYLWORKS: ANONYMOUS / 14'20" / CAR-MEN / BIRTH-DAY

[Jiří Kylián]

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19 Feb 19:30 H
20 Feb 19:30 H
Opernhaus

Choreographien von Jiří Kylián
Musik von Dirk Haubrich (basierend auf zwei Themen von Gustav Mahler), Anonymous und Wolfgang Amadeus Mozart
6 Tänzerinnen und Tänzer

Das Lamento seitens des Publikums und der Tanzwelt war unüberhörbar, als die einzigartige Tanzkompanie Nederlands Dans Theater III 2006 ihre weltweit beachtete Arbeit nicht länger fortsetzte. Durch eine Initiative von Jiří Kylián wird nun eine neue Vorstellung ermöglicht, in denen außergewöhnliche Tänzerpersönlichkeiten jenseits der 40 oder älter weiterhin die hohe Schule der darstellenden Künste zeigen.

ANONYMOUS beschäftigt sich mit den Welten, die wir in uns tragen. Die Welt, die wir zeigen und die Welt, die wir verstecken. Wenn wir unsere innere Welt zeigen, so wird sie öffentlich: eine Vorstellung. Unsere Geheimnisse müssen verschlossen sein, jedoch können wir manchmal ein Fenster „öffnen“ und versuchen aus diesem herauszublicken.

Jiří Kylián schuf das Werk 27’52’’ zum 25. Geburtstag des NDT II im Jahre 2002. Der Titel gibt die genaue Länge der Choreographien an. Jedoch beträgt die Gesamtvorbereitungszeit unglaubliche 4.418,75 Stunden. Gezeigt wird das eindrucksvolle Duett, das exakt 14‘20‘‘ dauert und für die Tänzer von KYLWORKS bearbeitet wurde.

Genau 20 Jahre liegen zwischen Jiří Kyliáns Solo Silent Cries und seinem 2006 gemeinsam mit dem holländischen Filmemacher Boris Paval Conen gedrehten Schwarz-Weiß-Streifen CAR-MEN. Was beide Werke verbindet, ist einerseits die rein tänzerische Ausdruckskraft und andererseits das markante Mienen- bzw. Körperspiel der Interpretin Sabine Kupferberg. Sie ist die Strippenzieherin bei CAR-MEN – Opfer und Intrigantin zu gleichen Teilen, immer bereit, dem Ernst des Lebens ebenso wie ihren drei Mitakteuren Escamillo, Don José und Micaëla mit Humor und hintergründigem Witz zu begegnen. Und so fährt sie in Kyliáns ungewöhnlicher, slapstickartiger Tragikomödie ihren drei Kollegen zu guter Letzt einfach davon, selbstgewiss und unbelehrbar – wie ihr Vorbild: Carmen.

BIRTH-DAY: „Wir sind alle geboren, und wir alle feiern dieses Ereignis alle 365 Tage… Dies ist der Zyklus der Zeit, in dem die Natur neu erwächst, stirbt und schließlich wieder erwächst – unabhängig von unserer Existenz. Wir stellen Fragen, warum wir geboren wurden, darüber, was vor unserer Geburt war und was nachher sein wird. Es gibt aber keine (und wird es auch niemals geben) zufrieden stellenden Antworten. Seit ich jung war, hatte ich das tiefe Gefühl, dass unsere Geburtsurkunde eigentlich unser Todesurteil ist. Manchmal, wenn wir Geburtstag haben, denken wir an den Tag, an dem wir geboren wurden. Aber vielleicht denken wir auch an den Tag, an dem wir sterben werden (oder wiedergeboren werden). Es ist immer das Gleiche, der selbe Zyklus des Jahres, das gerade vorüber ist – mit Knospen und frischem Grün, gefolgt von Blumen, Hitze und Sonne, voll von Reife und Erfüllung, die köstliche Ernte der Früchte und bald das Einsetzen des Frostes – das imaginäre „Ende der Zeit“, das allerdings alle Naturkräfte darauf vorbereitet, wiedergeboren zu werden. Viel Zeit und Energie, angefüllt mit Schaffen, Wünschen, Liebe und Verwirrung, werden zwischen unserem Geburtstag und unserem Todestag verbracht … und während dieser Zeit machen wir uns oft lächerlich. Mozart, dessen Musik ich für diese Produktion ausgewählt habe, ist eines der besten Beispiele für jemanden, dessen Zeit zwischen Tag A und Tag Z schmerzlich begrenzt war, der aber nichtsdestotrotz das Leben in all seinem Reichtum, seiner Phantasie, Clownerie und Verrücktheit verstanden hat. Sein Geist und seine Akzeptanz dafür, dass unser Leben nicht mehr als eine Maskerade oder eine Kostümprobe für etwas Tieferes und Bedeutungsvolleres ist, haben mich zu dieser Arbeit inspiriert.“
[Jiří Kylián]

Jiří Kylián (1947 in Prag geboren) begann seine Karriereim Alter von neun Jahren an der Nationalen Ballettschulein Prag. 1962 akzeptierte ihn das Prager Konservatoriumals Studenten. Er verließ Prag, nachdemer ein Stipendium für die Royal Ballet School in Londonim Jahre 1967 erhalten hatte. Anschließend ginger zum Stuttgarter Ballett unter der damaligen Leitungvon John Cranko. Dort gab er auch sein Debüt als Choreographmit Paradox für die Noverre-Gesellschaft.Nachdem er drei Werke (Viewers, Stoolgame und LaCathédrale Engloutie) für das Nederlands Dans Theater(NDT) geschaffen hatte, wurde er 1975 zum KünstlerischenDirektor der Compagnie ernannt. 1978 erzielteer seinen endgültigen internationalen Durchbruchdurch seine Kreation Sinfonietta für das SpoletoFestival in den USA. Im selben Jahr gründete er mitCarel Birnie NDT II, das als wachsender Boden für jungeTalente diente. Im Jahre 1991 gründete er schließlichNDT III für Tänzer jenseits 35. Dieses dreidimensionaleKonstrukt war einzigartig in der Welt des Tanzes.Nach dem Jiří Kylián dem NDT viele Jahre diente,gab er im Jahre 1999 die künstlerische Leitung wiederab, blieb der Compagnie jedoch bis Dezember 2009als Hauschoreograph erhalten.

Besetzung

jirikylian.com

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