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Gesamt

KARL UND ROSA

Eine Geschichte zwischen Himmel und Hölle

Kammerspiele

Uraufführung
nach dem Roman von Alfred Döblin
Für die Bühne bearbeitet von Alice Buddeberg und Nina Steinhilber

Deutschland im Herbst 1918: Es ist das Ende des ersten Weltkriegs, das Land befindet sich im Umbruch. Während viele Tausende auf einem Trümmerfeld nach Orientierung suchen und nach einem Weg zurück ins Leben, kämpft im Breslauer Gefängnis eine Frau gegen die Einsamkeit der Haft und die erzwungene Tatenlosigkeit: Rosa Luxemburg, Ikone der deutschen Arbeiterbewegung, fiebert sich ihren toten Geliebten Hannes herbei. Mit ihm stürzt sie sich in imaginäre Gespräche von politischer Klarsicht und poetischer Raserei, lässt ihn Besitz ergreifen von ihren Träumen und Gedanken. Hannes wird zum geisterhaften Begleiter auf ihrer Reise in den Tod.

Doch zunächst überschlagen sich die Ereignisse: Gerade aus der Haft zurückgekehrt, ruft der linksrevolutionäre Sozialdemokrat Karl Liebknecht am 9. November in Berlin die freie sozialistische Republik aus. Kurz darauf lässt auch Rosa Luxemburg das Gefängnis hinter sich. Die Zeichen der Zeit stehen auf Sturm. ≫Karl und Rosa, zwei Schmetterlinge, flattern an≪ – bereit, die gemeinsam initiierte Revolution des Proletariats zum Erfolg zu führen.

Der jüdische Arzt und Schriftsteller, Sozialist und spätere Katholik Alfred Döblin hat den Protagonisten der Revolution, die keine werden durften, ein Denkmal gesetzt – und eine Sprache gefunden, die die Tragik der Ereignisse um KARL UND ROSA mit einem ironischen Blick auf die politischen Wirren der Zeit verbindet. Nach über 60 Jahren kommt der letzte Band seines großen Erzählwerks November 1918 erstmals auf die Bühne.

KARL UND ROSA ist intimes Kammerspiel, große Tragödie und surreales Feuerwerk, ein reicher Stoff für die neue Bonner Hausregisseurin Alice Buddeberg, die seit ihrem Regiestudium in Hamburg regelmäßig am Schauspielhaus Hamburg und am Schauspiel Frankfurt inszeniert und für ihre prägnanten, poetischen Klassikerinszenierungen 2011 mit dem ≫Kurt-Hübner-Preis≪ ausgezeichnet wurde. Ausgehend von Döblins Roman erzählt sie die Geschichte Rosa Luxemburgs als Geschichte einer schmerzhaften Emanzipation, voller Widerspruche und Wechselwirkungen zwischen politischer und privater Identität, revolutionärer Idee und Sehnsucht nach persönlichem Glück – als Geschichte zwischen Himmel und Hölle. Wo das Paradies für den Menschen verloren ist, bleibt der wütende Traum von einer besseren Welt.

Besetzung

Regie: Alice Buddeberg
Bühne: Cora Saller
Kostüme: Martina Küster
Musik: Stefan Paul Goetsch
Video: Nazgol Emami
Dramaturgie: Nina Steinhilber

 

Länge: 3:45 Stunden inkl. Pause

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