Spielplan

Gesamt

DER THEATERMACHER

Fällt aus 26 Jan 19:30 H
Kammerspiele

von Thomas Bernhard

Einsam flackert das Licht über dem Notausgang im heruntergekommenen Tanzsaal des Gasthofes Schwarzer Hirsch in der 280-Seelen Gemeinde Utzbach. In die finsterste Provinz hat es den Staatsschauspieler Bruscon mit seiner Sippschaft für seine künstlerische Darbietung verschlagen, und doch ist diese Provinz einfach nicht finster genug. Denn um seine „Menschheitskomödie“ DAS RAD DER GESCHICHTE auf der improvisierten Bühne des Gasthofes zumindest ins rechte Licht zu setzen, muss komplette Dunkelheit herrschen. Dass Behörden aber gemeinhin wenig Kunstverstand besitzen, muss Bruscon aufs Ärgste am eigenen Leib erfahren, als bis kurz vor Vorstellungsbeginn noch immer nicht klar ist, ob sich die ortsansässige Feuerwehr bereit erklärt, das Notlicht für die Darbietung abzuschalten.
Nebst solcher technischen Pannen sieht sich der tyrannische Theaterstar auch noch mit der Talentlosigkeit seiner Kinder, die ihm für das selbstgeschriebene Werk als Schauspieler zur Verfügung stehen, sowie einer herannahenden Naturkatastrophe in Form eines heftigen Gewitters ausgesetzt. Und so findet die desaströse Landpartie ihr fulminantes Finale im alten Kampf zwischen Kunst und Natur, realem und inszeniertem Spektakel.

In seiner 1985 uraufgeführten „Künstlerkomödie“ parodiert Sprachakrobat Thomas Bernhard mit gewohnt bösem Witz und triefendem Spott das Theater, die Kulturlosigkeit in der Provinz und das Schauspielerdasein, und entfaltet dabei ein tragikomisches Spiel über die Tyrannei eines Kunstbesessenen, der seine gesamte Umgebung in den Dienst einer unbeirrbar verfolgten Idee stellt.

Nach DER ENTERTAINER und DIE MÖWE bildet DER THEATERMACHER den Schlusspunkt einer Trilogie, die das Schicksal scheiternder Künstler ins Zentrum stellt. Regisseur Sebastian Kreyer bringt sie am Theater Bonn mit seinen phantasievoll- spielerischen Inszenierungen auf die Bühne der Kammerspiele.

ACHTUNG: Die angesetzte Premiere von Thomas Bernhards DER THEATERMACHER in den muss aus gesundheitlichen Gründen auf bisher nicht bestimmte Zeit verschoben werden.

Besetzung

Bruscon, TheatermacherWolfgang Rüter
Frau Bruscon, Theatermacherin - Andrea Boehm-Tettelbach
Ferruccio, deren Sohn - Daniel Gawlowski
Sarah, deren Tochter - Lena Geyer
Der Wirt - Holger Kraft

Regie: Sebastian Kreyer
Bühne: Matthias Nebel
Kostüme: Britta Leonhardt
Musik: Valerij Lisac
Licht: Sirko Lamprecht
Dramaturgie: Jens Groß

Regieassistenz: Silvana Mammone
Ausstattungsassistenz:  Luisa Pahlke
Inspizienz: Hans-Jürgen Schmidt
Soufflage: Kerstin Heim

Top of Page