Spielplan

Gesamt

DER TRAUM EIN LEBEN

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Premiere 30 Mrz 18:00 H
06 Apr 18:00 H
12 Apr 19:30 H
07 Mai 19:30 H
11 Mai 18:00 H
Letzte Aufführung 30 Mai 19:30 H
Opernhaus

Dramatisches Märchen nach Grillparzer
von Walter Braunfels

Walter Braunfels, geschätzter Opern- und Orchesterkomponist mit namhaften Förderern wie Bruno Walter, Wilhelm Furtwängler oder Otto Klemperer, ähnlich erfolgreich wie Richard Strauss oder Franz Schreker, wurde am 2. März 1933 von den Nationalsozialisten als ≫Halbjude≪ aus seinem Amt als [Gründungs-]Direktor der Kölner Musikhochschule entlassen. Jede professionelle Musikausübung war ihm verboten. Braunfels entschied sich für den Weg in die innere Emigration, verkaufte sein Kölner Haus und zog nach – Bad Godesberg. Hier entstand als erstes großes Werk dieser Phase des erzwungenen öffentlichen Schweigens die Oper DER TRAUM EIN LEBEN.

Der unruhig-aktive Rustan zieht ein tatenreiches Leben dem Müßiggang vor. In seinem kaum stillbaren Tatendrang nach Größe und Heldenhaftigkeit sucht er, ermutigt und angespornt durch den Sklaven Zanga, den Weg aus dem vermeintlich eintönigen Dasein in der Hütte seines Onkels Massud. Als Rustan mit Zangas Unterstützung den Fürsten von Samarkand aus höchster Gefahr rettet, verspricht der ihm seine Tochter Gülnare als Gattin und das Königreich als Erbe. Auf dem Weg zu immer mehr Ruhm und immer größerem Reichtum gerät er aber durch die Listen Zangas auf die schiefe Bahn – er wird zum Verbrecher und kehrt ernüchtert und reumütig in sein altes Leben zurück. Das Erwachen aus dem Traum ermöglicht es Rustan, dem fast unausweichlich drohenden Abgrund zu entrinnen.

Mit DER TRAUM EIN LEBEN schuf Walter Braunfels gewissermaßen ein Brückenwerk zwischen dem deutlich schwelgerischeren Stil seiner  Arbeiten vor 1933 und dem spröderen Tonfall insbesondere seiner Kompositionen der inneren Emigration. So findet der märchenhafte Gestus des Grillparzer-Dramas immer seine Entsprechung im Klangrausch vor allem des brillant behandelten Orchesters. Dass die Oper bislang erst zweimal aufgeführt wurde [in den fünfziger Jahren durch den Hessischen Rundfunk in Frankfurt und 2001 schließlich szenisch in Regensburg] kann lediglich mit dem erst allmählichen Einsetzen der längst überfälligen Braunfels-Renaissance erklärt werden. Einer der einstmals im Kanon der aktuellen Musik Schwergewichtigen kehrt unaufhaltsam auf die Spielpläne zurück.

Aufführungsdauer: 3 Stunden inkl. 2 Pausen

-> PROBENTAGEBUCH DES REGISSEURS

Sendetermine DER TRAUM EIN LEBEN:
Deutschlandradio Kultur | 5. April 2014, 19:05h
WDR 3 - WDR Bühne | 22. Juni 2014, 20:05h
SWR | 13. Juli 2014, Uhrzeit wird noch bekanntgegeben

 

DIE HANDLUNG

VORSPIEL
Rustan, ein junger Jäger, verbringt im Hause Massuds ein friedliches Landleben. Massuds Tochter Mirza liebt Rustan, der diese Liebe nur zögernd erwidert, da er glaubt zu Höherem geboren zu sein, darin bestärkt durch seinen Diener Zanga. Die unterwegs aufgeschnappte Erzählung des Jägerkollegen Osmin vom König von Samarkand, der die Hand seiner Tochter dem versprach, der ihn aus der Bedrängnis seiner Feinde befreit, weckt Rustans Wunsch, hier sein Glück zu versuchen. Der Spott Osmins festigt Rustans Vorsatz, noch heute aufzubrechen. Mirza beschwört ihn, das noch eine Nacht zu bedenken. Rustan fällt in den Schlaf: der schicksalhafte Traum beginnt.

ERSTER AUFZUG
Hier jubelt Rustan über die neue Freiheit zu großen Taten, und schon meldet sich das Abenteuer: Hilferufe eines Mannes auf der Flucht vor einer Schlange. Rustan wirft den Speer und verfehlt das Untier. Ein Mann im braunen Mantel, dem Spötter Osmin ähnlich, erscheint auf einem Felsen, wirft den Speer, trifft und verschwindet wieder. Zanga, der im Geretteten einen König erkennt, beschwört Rustan, sich als Retter auszugeben. Rustan zögert. Erst die Schönheit der herbeigeeilten Königstochter Gülnare macht ihn zur Lüge bereit. Der König schenkt ihm als erstes Dankeszeichen seinen kostbaren Dolch. Kaum haben der König und seine Tochter die Bühne verlassen, da erscheint der Mann im braunen Mantel, um bei Hofe seinen Lohn zu erbitten. Es kommt zum Handgemenge auf einer Brücke. Rustan ersticht den Mann und wirft ihn in den Fluss.

ZWEITER AUFZUG
Rustan kehrt siegreich aus dem Feldzug heim, triumphal begrüßt vom König und Gülnare. Der König zieht sich mit Rustan in ein Zelt zurück, um bei einem Becher Wein die Ereignisse zu bereden. Da dringt ein gellender Schmerzensschrei herein. Der Kämmerer berichtet von einem Toten, den der Fluss an Land gespült und der durch des Königs Dolch ermordet wurde. Der König fordert von Rustan den ihm übergebenen Dolch zurück und verlässt das Zelt, um Näheres zu erfahren. Kaum ist er draußen, schleicht eine alte Hexe mit einem Giftbecher herein, den sie Rustan aufdrängen will. Da er ihn nicht nimmt, vertauscht sie ihn mit des Königs Becher und verschwindet. Rustan verbirgt den Giftbecher unter einem Tuch. Der zurückgekehrte König zeigt Rustan den Morddolch und will dem Überführten Zeit zur Flucht geben. Sein Auge sucht nach dem zurückgelassenen Becher. Rustan reißt das Tuch vom Becher, den der König arglos trinkt. Den Sterbenden trägt man hinaus. Jetzt will Rustan fliehen. Da tritt ihm die ahnungslose Gülnare entgegen und bittet ihn um Schutz vor dem rebellierenden Heer, das Rustan als König fordert. Nach Beschwichtigung des Heeres ist Gülnare bereit, mit Rustan die Krone zu teilen.

DRITTER AUFZUG
Die Verwandten des erdolchten Mannes erwirken eine genaue Untersuchung des Königsmordes, dessen einziger Zeuge der stumme Greis Kaleb ist. Dieser vermag in letzter Anspannung Rustan als Mörder zu benennen. In diesem Augenblick, da alles auf den Mörder Rustan blickt, schlägt eine reale Turmglocke in den Traum hinein. In flachem Halbschlaf ersehnt Rustan das Erwachen zur Schuldlosigkeit, aber der Traum geht weiter. Gülnares Krieger dringen auf Rustan ein, sein Zelt geht in Flammen auf. – Mirza, ein Lämpchen in der Hand, schleicht in tiefster Sorge durch das Haus. – Doch der Traum geht weiter: Auf der Flucht vor seinen Feinden findet sich Rustan auf der gleichen Brücke wieder, auf der alles Unheil begann. Von Zanga verraten, vom Heer umzingelt, von Gülnare zur Übergabe aufgefordert, stürzt sich Rustan verzweifelt in den Fluss.

NACHSPIEL
Er wacht in Massuds Hütte auf. Der Traum hat ihm die Illusionen über die Früchte des Ehrgeizes unter Kompromissen genommen. Erwacht erkennt er sein wahres Glück in der Selbstbescheidung an der Seite Mirzas.

 

Besetzung

Endrik Wottrich Rustan, ein junger Krieger
Mark Morouse Zanga, ein Mohr, sein Sklave
Rolf Broman Massud [im Traum: König]
Manuela Uhl / Carola Glaser [6.4.] Mirza, seine Tochter [im Traum: Gülnare]
Graham Clark Der alte Kaleb
Ludwig Grubert Der Mann vom Felsen, sein Sohn
Johannes Mertes Karkhan, sein Neffe
Anjara I. Bartz Die Alte
Josef Michael Linnek Ein Kämmerer
Christina Kallergis / Brigitte Jung, Vardeni Davidian / Nina Unden Zwei Genien

Chor des Theater Bonn | Beethoven Orchester Bonn | Statisterie des Theater Bonn

Musikalische Leitung: Will Humburg / Guido Johannes Rumstadt [30.5.]
Inszenierung: Jürgen R. Weber
Bühnenbild: Hank Irwin Kittel
Kostüme: Kristopher Kempf
Licht: Max Karbe
Videoproduktion: Mariana Jocic
Choreinstudierung: Volkmar Olbrich
Dramaturgie: Andreas K. W. Meyer
Regieassistenz: Barbara Schröder
Musikalische Assistenz: Thomas Wise
Musikalische Einstudierung: Christopher Arpin, Akiko Nozue, Carlos Vazquez, Thomas Wise
Inspizienz: Tilla Foljanty
Soufflage: Susanne Heidt / Arminia Friebe
Bühnenbildassistenz: Ansgar Baradoy
Kostümassistenz: Dieter Hauber, Emilia Schmucker
Bühnenbildhospitanz: Katharina Wilting
Regiehospitanz: Laura Charlotte Kuntschke

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