BEING HAENSEL & GRETEL
Bonns erste Christmas Panto
Wer glaubt, das Märchen von Hänsel und Gretel ließe sich nur nostalgisch am Kamin vorlesen, der wird sich wundern! Denn die vertraute Geschichte kommt als Familienstück in ganz und gar neuer Gestalt in der Halle Beuel heraus – als erste „Christmas Panto“ auf Bonner (Bühnen-)Boden. „Christmas Panto(-mime)“ heißt in Großbritannien eine unverwechselbare Art des Theaterspiels für Groß und Klein, ohne deren Besuch jenseits des Kanals keine Vorweihnachtszeit denkbar ist. Eine „Panto“ im Dezember ist die traditionelle und dabei quicklebendig gebliebene Form populärer Theaterunterhaltung: Mit Mitteln der Commedia dell’Arte und anderer Formen des Stegreiftheaters wird eine einfache Geschichte völlig neu erzählt. Parodie ist zulässig, Aktualität erwünscht, kurzum: erlaubt ist, was gefällt! Je nach Tagesform und Publikum können die Schauspieler Börsenkurse oder Bundesliga ins Geschehen einbauen. Improvisation und Spielfreude der Darsteller sollen vor den Zuschauern nicht haltmachen – Mitsingen (mindestens!) und Mitmachen (besser!) sind ausdrücklich gefragt. Ein Spaß für die ganze Familie: Seien Sie unbedingt mit dabei im Beueler Märchen-Hallenwald, wenn es heißt – frei nach Otto Waalkes und sehr frei nach den Brüdern Grimm – „Das ist neu, das ist neu, hurra, hurra, die Hexe brennt …“ Jens Poth, Jahrgang 1972, inszenierte bisher an den Staatstheatern Darmstadt und Kassel, am Schauspiel Köln und am Theater Osnabrück. BEING HAENSEL & GRETEL ist seine erste Arbeit in Bonn.
Besetzung
Inszenierung: Jens Poth
Bühne: Anja Jungheinrich
Kostüme: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Musik und musikalische Leitung: Michael Barfuß
Licht: Helmut Bolik
Dramaturgie: Almuth Voß
Mit: Anastasia Gubareva, Maria Munkert; Günter Alt, Yorck Dippe, Arne Lenk, Hendirk Richter, Raphael Rubino
Musiker: Martin Erdmann (Klavier)
Kritiken
GA vom 16.11.2009
Spaß für die ganze Familie: Bonns erste Christmas Panto
"Being Haensel & Gretel" lässt die stressige Vorweihnachtszeit für 75 Minuten in Vergessenheit geraten
Liebe Leser, bevor es sich herumspricht: Wenn Sie diesen Artikel gelesen haben, sollten Sie zum Hörer greifen und Karten für Jens Poths Inszenierung von "Being Haensel & Gretel" in der Halle Beuel ordern.
So vergnügliche 75 Minuten werden Sie in der stressigen Zeit bis Weihnachten im Kreise der Lieben nicht erleben. Das wird ein Selbstläufer. Das Familienstück des Bonner Theaters in britischer Tradition - dort nennen sie es Christmas Panto - verwandelt "Hänsel und Gretel" der Brüder Grimm in eine bunte, assoziationsreiche, wunderschöne Revue.
Die Halle Beuel ist ein magischer Wald. Anja Jungheinrichs Bühne schafft Märchenzauber und eine intime Atmosphäre, in der die Zuschauer dem bunten, fantasievollen Treiben beiwohnen. Yorck Dippe ist der Conférencier.
Künstlich erblondet singt er zur Miniaturgeschichte à la Rio Reiser: "So ähnlich, so ungefähr würd' es aussehen, wenn ich Hänsel und Gretel wär!" Und alle singen mit. Und machen die La-Ola-Welle. Martin Erdmann bedient an diesem Abend die Instrumente, Michael Barfuß ist für die musikalische Leitung zuständig: Kompliment.
Die Familie von Hänsel und Gretel ist eine soziale Zelle, um die sich die Gesellschaft kümmern müsste. Günter Alt und Hendrik Richter (als Stiefmutter) geben den Albtraum aller Kinder, denken immer nur an sich selbst und haben nur den gewaltigen Hunger mit den Kindern gemeinsam. Der Hunger-Blues ist ein schön gesungenes Lamento. "Being Haensel & Gretel" ist auch eine prima Schlager-Parade.
Im Wald begegnen den von den Eltern mutwillig verlassenen Kindern (Anastasia Gubareva und Arne Lenk) zahlreiche Gestalten, die aus Märchen und Filmen bestens bekannt sind: Wolf ("Es rumpelt und pumpelt in meinem Bauch"), Rotkäppchen (Raphael Rubino), Bob der Baumeister, Hahn, Frau Holle und weißes Entlein. Maria Munkert ist Spider- Woman, eingeschweißt in schwarzes Gewebe, geschmeidig, rätselhaft - und vollkommen unverständlich. Das verstehen nur Spinnen.
In der schönsten Szene des Abends schüttelt Frau Holle Kopfkissen aus, auf der anderen Seite der Bühne fallen Schneeflocken vom illuminierten Himmel, Yorck Dippe spielt Saxophon, und sie singen ein Lied, in dem es heißt, "dass die Hoffnung als allerletztes stirbt".
Doch es geht nicht nur poetisch, sondern auch ganz funkig zur Sache. Aus James Browns "Sex Machine" macht Hendrik Richters böse Hexe die "Fett Machine". In der steckt der als "Backhänsel" vorgesehene Hänsel.
Die Schauspieler sind so beweglich und unwiderstehlich albern wie Stück und Inszenierung. Es macht ihnen offenbar ebenso viel Spaß wie dem Publikum. Liebe Leser: Jetzt bitte anrufen.
Autor: Dietmar Kanthak
Fragen und Kommentare zum Stück
Kurze Frage: Das Stück ist aber auf deutsch, oder?
Ja. der Titel soll nur die Englische Tradition der Christmas Panto (siehe Text) verdeutlichen.
Für welche Klassen eignet sich dieses Stück?
Wir empfehlen BEING HAENSEL & GRETEL für Kinder ab sechs Jahren.
Darf man nur zuschauen?
Nein, mitsingen und mitraten erwünscht!
Gibt es irgendwo noch Karten für die Zeit vom 24.-27.12.?
Nein, die Vorstellungen sind ausverkauft.
Man kann natürlich versuchen, an der Abendkasse Karten zu bekommen, die nicht abgeholt wurden.
Muss man die Vorstellung mit Klassen besuchen oder kann man auch mit Familie oder Freunden gehen?
Selbstverständlich können Sie alle Nachnittags- und Abendvorstellungen mit Freunden und Familie besuchen. Bei den Vormittagsvorstellungen rufen Sie bitte die Theaterkasse unter 0228 778022 an.
Welches Alter wird für Kinder empfohlen ?
BEING HAENSEL & GRETEL ist für Kinder ab 6 Jahren zu empfehlen.
Wir waren heute mit unserer Klasse in diesem Stück und es ist klasse! Arne Lenk ist super toll und nett. Wir haben sogar ein Autogramm von ihm bekommen.
Ein lustiges, herrlich alberndes Spektakel - vor allem Yorck Dippe als "Thomas-Gottschalk-Look-Alike" war eine Wucht - ebenso die liebenvolle Ausstattung und die schrägen Kostüme: selbst Leoparden-Leggings können die Beine von Henrik Richter nicht entstellen! Liebe Grüße und ich hoffe, dass die Vorstellungen nach Weihnachten auch noch ausverkauft sein werden - denn das Stück funktioniert zu jeder Jahreszeit. A.S.
Ist es auch noch was für eine Gruppe vorpubertierender 12 jähriger? Wie lange dauert das Stück?
Bei BEING HAENSEL & GRETEL ist für jede Altersgruppe für Unterhaltung gesorgt. Das Stück dauert 75 Minuten ohne Pause.
















