IL BARBIERE DI SIVIGLIA

von Gioacchino Rossini

Der Barbier von Sevilla, Komische Oper in zwei Akten

Text von Cesare Sterbini, nach der Komödie LE BARBIER DE SÉVILLE ou LA PRÉCAUTION INUTILE von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Graf Almaviva hat sich in Rosina verliebt. Verkleidet als armer Student Lindoro schafft er es, ihr Herz zu erobern. Einfach war das nicht, denn Rosinas Vormund, Dr. Bartolo, wacht mit scharfem Auge über sein Mündel. Auch er möchte Rosina heiraten und trifft bereits die Vorbereitungen für die schnellstmögliche Eheschließung. Mit Hilfe des listigen Barbiers versucht Graf Almaviva nun seinem Konkurrenten mit der Heirat zuvorzukommen. Wird er es schaffen, den misstrauischen Dr. Bartolo zu überlisten?

In knapp drei Wochen schrieb Rossini das fröhliche Versteck- und Verkleidungsspiel, das er erstmals am 20. Februar 1816 in Rom vor Publikum präsentierte. Das Libretto von Cesare Sterbini – basierend auf Beaumarchais’ LE BARBIER DE SÉVILLE ou LA PRÉCAUTION INUTILE (1775), dem ersten Teil der Figaro-Trilogie – war bereits 1782 von Giovanni Paisiello erfolgreich vertont worden. Daher nannte Rossini seine Bearbeitung zunächst ALMAVIVA. Doch obwohl die Uraufführung noch hörbar ausgepfiffen wurde, sprach man schon bald nur noch von Rossinis BARBIERE DI SIVIGLIA, und unter diesem Titel sollte das Werk seinen Platz in der Musikgeschichte einnehmen. Mit seinen vielen „Ohrwürmern“, raffinierten Ensembles und den vom Komponisten musikalisch humorvoll gezeichneten Charakteren eroberte die Musikkomödie in kurzer Zeit die Bühnen auf der ganzen Welt. Die Figur des sympathischen wie listenreichen Figaro hatte schon Mozart erfolgreich in Musik gesetzt. Heute zählt sie zu den berühmtesten Rollen der Opernwelt.

Nach dem Publikumserfolg von LA FINTA GIARDINIERA in der Spielzeit 2011/12 erarbeitet Regisseur Philipp Himmelmann eine weitere Musikkomödie in Bonn. Bonns Erster Kapellmeister Robin Engelen wird den turbulenten Rossini-Klassiker mit seinen temporeichen Ensembles und mitreißenden Melodien zu neuem Leben erwecken.

Termine

Sa. 01.06.13 // 19:30 bis 22:15 Uhr // Opernhaus Karten bestellen >>
Sa. 08.06.13 // 19:30 bis 22:15 Uhr // Opernhaus Karten bestellen >>
Do. 11.07.13 // 19:30 bis 22:15 Uhr // Opernhaus Karten bestellen >>

Besetzung

Musikalische Leitung: Stefan Blunier (18.5., 11.7.)/ Robin Engelen (30.3., 13.4., 4.5., 1.6., 8.6.)/ Thomas Wise (1.3., 7.4.)
Inszenierung: Philipp Himmelmann
Bühne: Johannes Leiacker
Kostüme: Gesine Völlm
Licht: Thomas Roscher
Choreinstudierung: Ulrich Zippelius
Dramaturgie: Michaela Angelopoulos


Graf Almaviva: Tamás Tarjányi (30.3., 4.5., 18.5.)/ Tansel Akzeybek (1.3.)
Bartolo: Ramaz Chikviladze (13.4., 4.5., 18.5.)/ Thomas Jesatko (7.4., 13.4.)
Rosina: Susanne Blattert (30.3., 1.6.)/ Kathrin Leidig (1.3., 7.4., 13.4., 4.5., 18.5., 8.6., 11.7.)
Figaro, Barbier: Aris Argiris (1.3., 18.5., 1.6., 8.6.)/ Giorgos Kanaris (30.3., 7.4., 13.4., 4.5., 11.7.)
Don Basilio: Martin Tzonev (7.4., 13.4., 4.5., 18.5., 1.6., 11.7.)/ Andrej Telegin (22.2., 8.6.)
Berta: Vardeni Davidian (4.5., 18.5.) / Emiliya Ivanova
Fiorello: Sven Bakin/Algis Lunskis (13.4.)
Ein Offizier: Johannes Marx/Kamen Todorov
Ein Notar: Homai Toyoda


Alternativbesetzung in alphabetischer Reihenfolge
Herrenchor des THEATER BONN
Statisterie des THEATER BONN
Beethoven Orchester Bonn

Kritiken

Der neue Merker
In Phillip Himmelmanns „Barbiere“-Inszenierung sind alle Mitwirkenden (incl. Chor) in merklich bester Laune. Ramaz Chikviladze war wohl noch nie so körperbeweglich wie jetzt als Bartolo und gibt der Partie mit seinem profundem Bass feste Kontur. Kompliment auch für Martin Tzonev, der als Basilio an irgendeiner Stelle sogar ein hohes G schmettert. Kostümlich aufgedunsen und mit Klumpfuß durchstakst er das wirbelige Geschehen. Als fast schon dämonisch gezeichneter Figaro hält Giorgos Kanaris, vital und beweglich singend, die Fäden der Handlung fest in der Hand.  

Kölner Stadt-Anzeiger
Die Ensembleleistung profitiert davon, dass hier eine reine Hausbesetzung am Werk ist, die ohne Gäste auskommt. Das schließt auch die exzellenten Chorsolisten ein: Algis Lunskis (Fiorillo) und Vardeni Davidian, die der eigentlich blassen Hausdame Berta wunderbar komisch-tragische Züge gibt. Tamás Tarjányis Graf Almaviva sieht wohl nicht ganz zufällig aus wie Prince Charming aus „Shrek 2“ ... Hinreißend ist sein Spielwitz, der sich mit den Verkleidungen als Offizier und buckliger Abbé noch steigert ... Kathrin Leidug ist eine sympathische Rosina mit schönem, hellem und dennoch „echtem“ Mezzo-Timbre.   

online musik magazin
Zum Erfolg trägt eine engagierte Personenregie bei, die mit viel Lust am Spiel umgesetzt wird. Dazu gehören running gags wie die immer wiederkehrende Geste Almavivas, den Sitz seiner perfekt gefönten Frisur zu überprüfen, oder kleine Anekdoten am Rande wie in Basilios Verleumdungsarie, zu der quasi als Veranschaulichung der Posaunist des Orchesters weggemobbt wird. Den Orchestergraben zu umbauen und die Sänger immer wieder ganz nahe an das Publikum herantreten zu lassen, auch die Musiker hier und da in das Spiel einzubeziehen – das sind bewährte und auch hier funktionierende Elemente. Rossinis musikalische Pointen sitzen.