NORMA
von Vincenzo Bellini
Lyrische Tragödie in zwei Akten von Vincenzo Bellini
Text von Felice Romani nach der Tragödie von Alexandre Soumet
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Sie ist die Personifizierung des italienischen Belcanto: Norma, die Hauptfigur in Vincenzo Bellinis gleichnamiger, 1831 an der Mailänder Scala uraufgeführten Oper.
Mit den speziellen stimmlichen Anforderungen, die diese Partie an ihre Interpretin stellt, da sie sowohl ein dramatisches Potential als auch eine flexible Koloraturfähigkeit bis in die Spitzentöne verlangt, begründete Bellini gar ein eigenes Stimmfach, den ‚Soprano drammatico d’agilità’, der typisch für den Belcanto-Gesang wurde. Giuditta Pasta und Jenny Lind zählten im 19. Jahrhundert zu den berühmten Interpretinnen, Maria Callas ist es zu verdanken, dass mit ihrer Gestaltung der Norma in den 1950iger und 60iger Jahren dieses Stimmfach reanimiert wurde, und auch andere, lange Zeit von den Opernbühnen verschwundene Werke des Belcanto eine Renaissance erfuhren.
Zwischen politischer Verantwortung und religiösem Keuschheitsgebot lebt die Druidenpriesterin Norma eine heimliche Liebe zu Pollione, dem Befehlshaber der römischen Besatzungsmacht, dem sie zwei Kinder geboren hat.
Doch die unmöglichen Verhältnisse kreisen sie immer enger ein. Ihr gallisches Volk will den offenen Kampf mit den Römern austragen und erwartet Normas Signal. Pollione hat sich derweil in Adalgisa, Novizin im Dienste Normas, verliebt.
Für Norma beginnt ein ganz persönlicher Kampf, in dem sie sich der Aufrichtigkeit ihrer Gefühle und der Verantwortung für ihr Volk stellen muss.
Robin Engelen, der bereits mit LA SONNAMBULA in Bonn ein Werk des Komponisten Bellini vorstellte, übernimmt nun die musikalische Leitung der wohl berühmtesten Belcanto-Oper.
Nach dem großen Erfolg seiner Inszenierung der CARMEN kehrt der junge Regisseur Florian Lutz an das Bonner Opernhaus zurück.
Besetzung
Musikalische Leitung: Robin Engelen (31.3., 14.4., 31.5., 15.6.)/ Christopher Sprenger (8.5.)/ Luigi di Bella
Inszenierung: Florian Lutz
Bühnenbild: Martin Kukulies
Kostüme: Mechthild Feuerstein
Licht: Bernd Winterscheid
Choreinstudierung: Sibylle Wagner
Dramaturgie: Ulrike Schumann
Pollione: George Oniani
Oroveso: Ramaz Chikviladze (31.3., 14.4., 8.5., 31.5., 15.6.)/ Christian Hübner (14.4.)/ Andrew Nolen
Norma: Miriam Clark (31.3., 14.4., 8.5., 31.5.)/ Kelly Hogan (15.6.)/ Hyunju Park
Adalgisa: Nadja Stefanoff (8.5., 15.6.)/ Eva Maria Günschmann (31.5.)
Clotilde: Daniela Denschlag (14.4., 31.5.)/ Susanne Blattert (31.3., 8.5., 15.6.)
Flavio: Tamás Tarjányi (15.6.)/ Johannes Mertes (31.3., 14.4., 8.5., 31.5.)
Chor des THEATER BONN
Statisterie des THEATER BONN
Beethoven Orchester Bonn
Kritiken
© 2012 Deutschlandradio, Kultur heute
Gallier und Sparpolitik an der Bonner Oper
Der junge Regisseur Florian Lutz inszeniert "Norma" als gallische Ulknummer mit Asterix und Obelix. Dabei erzählt er an der Bonner Oper mehr als eine Geschichte: Er karikiert den Klassik-Kommerz und zeigt die existenzielle Liebesgeschichte zwischen Norma und Pollione.
Warum geht man in Vincenzo Bellinis "Norma"? Warum schaut man sich diese antikisierende Historienklamotte in Gallien um die Druidenpriesterin Norma an, die den römischen Prokonsul Pollione liebt, die ihr Keuschheitsgelübte längst gebrochen und zwei Kinder mit diesem römischen Besatzungssoldaten hat, der aber nach Rom stiften gehen will, mit der jungen Adalgisa, der Novizin des heiligen Hains? Warum tut man sich das an? Natürlich wegen der Musik, eigentlich wegen einer einzigen Arie, wegen "Casta Diva", und immer noch mit Maria Callas' Stimme im Ohr …oder mit Edita Gruberova im Sinn, die heute wie am Fließband die Bühnen weltweit beglückt.
Die Bonner Inszenierung gibt dem Affen sofort Zucker und liefert allen Schmachtgelüsten Spontanbefriedigung. Noch bevor sich der Vorhang hebt, winkt der gespielte Theaterdirektor Chor und Titelsopranistin an die Rampe, und das Klassik-Spektakel startet, mit "Casta Diva". Zuvor hat der geschäftstüchtige Impresario noch flott das Beethovenorchester plus Dirigenten Robin Engelen über den grünen Klee gelobt, den Ungeist gegenwärtiger Kulturlosigkeit und die Bonner Opernsparpolitik verdammt und die Bühne als Ort heiliger nationaler Werte gepriesen. Zur Ouvertüre dann lässt der Haus-Chef die Kulisse auffahren, alte Bäume, Nebel, Mondlicht, und echte Gallier: Asterix und Obelix mit Hinkelstein und Idefix, Majestix, Miracolix, Troubadix und alle anderen und natürlich kräftig vermöbelte römische Blechbläsersoldaten.
"Norma" als gallisch-gallige Ulknummer. Die ersten Zuschauer wüten und flüchten. Pollione schmettert in goldblitzendem Brustpanzer und viriler Ekstase seinen Adalgisa-Liebestraum.
George Oniani und Orchester liefern eine ins Satirische glänzend überzeichnete Bravourarie. Die Bühne dreht sich und auch das Geschehen. Wir blicken hinter die Kulissen in die Tristesse einer Operngarderobe. Die Sängerin der Adalgisa zieht ihr Kostüm aus, die Klamotte fällt, das Drama hebt an. Nicht der Römer Pollione taucht auf, sondern der italienische Sponsor der Operngala, der schmierige Formel-1-Manager à la Flavio Briatore, mit High Heels in der Hand und Polliones Verführungsbelcanto auf den Lippen. So erzählt der junge Regisseur Florian Lutz in einer Oper zwei und mehr Geschichten: die Bühnenseite und die Backstage-Seite, den karikierten Klassik-Kommerz vorn, hinten die existenzielle Liebesgeschichte, die prekäre Sängerinnenexistenz und die soziale Misere des Künstlers. Immer wieder muss die Norma-Darstellerin an die Showfront, während sie ihre beiden Kinder zwischendurch flott mit Wienerle und Ketchup versorgt. Virtuos spielt und singt Miriam Clark ihre beiden Normas, die Gala-Norma mit herzerweichendem zuckersüßen Schmelz und die wirkliche Norma mit aller Bitterkeit und Härte der betrogenen und ausgebeuteten Frau.
Und dann gelingt Florian Lutz am Ende das Kunststück, die verschiedenen Erzählebenen miteinander zu verbinden. Der Intendant verliert die Kontrolle über seinen Laden. Wahnsinn, Hass und Tod stoßen in die Gegenwart vor und überrollen Galavergnügen und Publikum gleichermaßen. So wird eine Kultoper des Schöngesangs lebendig und wahrhaftig. So zeigt das Musiktheater sein reiches Geschichtenpotenzial, wie es unter den zeitgenössischen Regisseuren nur solche vom Range eines Stefan Herheim zu aktivieren vermögen. Und Florian Lutz mit seiner Bonner "Norma". Dabei ist die Kunstfigur des Theaterdirektors nicht der bittere Preis, den man für das gewagte Projekt in Kauf nehmen müsste, sondern ein Gewinn. Nach einigen Arbeiten an kleinen und mittelgroßen Häusern sollten auch die großen versuchen, diesen Regisseur zu engagieren. Da passiert was.
GENERAL-ANZEIGER, Bonn
Musiktheater mit Asterix & Co.
Miriam Clark wird an der Bonner Oper als „Norma“ gefeiert. Florian Lutz‘ Regie polarisiert
„Ganz Gallien ist von Römern besetzt. Ganz Gallien? ...“ Mit diesen unsterblichen Sätzen aus der Asterix-Serie könnte eigentlich auch die jüngste Inszenierung von Vincenzo Bellinis Oper „Norma“ in Bonn beginnen. Florian Lutz, der nach „Carmen“ das zweite Mal in Bonn inszeniert, lässt im naturalistischen Wald (Bühne: Martin Kukulies) die komplette gallische Dorfgesellschaft aufmarschieren: Asterix und Obelix samt Hinkelstein, Hündchen Idefix und erlegtem Wildschwein, Majestix und Troubadix, der mit einer Schreibfeder eine aus römischen Kriegern bestehende Banda dirigiert. Und natürlich Miraculix, der Druide und Herr über den Zaubertrank.
Die zufällige zeitliche Übereinstimmung des Asterix-Stoffes mit der Geschichte um die Druidenpriesterin rechtfertigt freilich nicht, dass man Norma gleichsam als Asterix-Fortsetzung inszeniert. Dieser Aspekt ist denn auch nur ein Teil einer Inszenierung, die über Strecken tumulthafte Zwischenrufe und Pfiffe provozierte und nach der sich die leidenschaftlichen Gegner mit Buhs ebenso Luft verschafften wie die Befürworter mit lauten Bravo-Rufen.
Lutz interessiert an diesem Opernstoff weniger die politische Konstellation, die die Handlung beschreibt als die tragisch-menschliche, die er auf einer ganz anderen Ebene sucht. Es geht ihm um die Sängerin als Star. Denn Norma bedeutet immer auch die Inszenierung einer Diva. Es ist ja kein Zufall, dass ausgerechnet die Primadonna assoluta des 20. Jahrhunderts, Maria Callas, für die Rehabilitierung dieser Belcanto-Oper steht. Noch heute sind echte Opernfans vor einer Aufführung so aufgeregt wie vor dem Abitur.
Vor der Ouvertüre zitiert ein von dem Schauspieler Roland Silbernagl gespielter Intendant den Opernchor und Norma-Darstellerin Miriam Clark auf die Bühne und lässt sie vorab in Gala-Robe (Kostüme: Mechthild Feuerstein) schon mal den größten Hit der Oper singen: „Casta Diva“. Man ist dank ihrer wunderbaren Stimme den Tränen der Rührung nahe. Mit dieser Produktion und mit dieser Sängerin, brüstet sich der Intendant, werde er die Oper aus dem Klammergriff der Sparpolitik befreien. Man begreift jedoch schnell, dass hier ganz andere Motive als die selbstlose Rettung der Kultur im Spiel sind: Der Intendant will mit seinem neuen Star Geld machen, Sponsoren bei Laune halten. Dass er immer wieder in die Handlung eingreift, Nummern umstellt, Besetzungen auswechselt, war großen Teilen des Publikums freilich zu viel.
Einer der Geldgeber trägt laut Besetzungszettel den Namen Flavio Briatore (Schrägstrich Pollione) und ist der Geliebte Normas und Vater ihrer beiden Kinder. Die Kinder leben sozusagen in der Garderobe, ihr Spielzimmer ist die Bühne: Sie fahren Bötchen mit einem Konzertflügel, spielen mit einer lebensgroßen Giraffe, die in Asterix‘ Spielzeug-Wald steht. Die Kinder sind die Spielbälle in einem Eifersuchtsdrama zwischen der Hohepriesterin des Operngesangs und ihrem öligen Liebhaber (George Oniani), das sich im Verlauf des Stückes zu einer echten Tragödie entwickelt. Das brutale Ende ist ein Schlag in die Magengrube des Zuschauers.
Miriam Clark, gerade auch von der Fachzeitschrift „Opernwelt“ zur Nachwuchssängerin des Jahres gekürt, singt die Norma mit einer verzaubernden Musikalität und einer technischen Reife, die das Schwere so leicht erscheinen lässt. Sie ist der Star dieser Aufführung (und nicht nur in Florian Lutz‘ intelligenter Deutung). Neu in Bonn ist die Mezzosopranistin Nadja Stefanoff, deren Adalgisa ebenfalls beeindruckte, George Oniani (Pollione) und Ramaz Chikviladze (Oroveso) führten stimmkräftig die Männerriege an, und Daniela Denschlag war eine Luxusbesetzung für die Clotilde. Chor (Einstudierung Sibylle Wagner) und das unter Leitung von Robin Engelen spielende Beethoven Orchester sorgten für die authentische musikalische Begleitung.
Auf einen Blick:
Die Oper: Bellinis 1831 uraufgeführte „Norma“ gilt als Meisterwerk des Belcanto.
Die Inszenierung: Florian Lutz‘ Regie reflektiert über die tragische Seite des Starwesens.
Die Musik: Star der Bonner Produktion ist die junge Sopranistin Miriam Clark: Ihre Stimme ist ein Ereignis.
OPERNNETZ.de
Falscher Titel
Das Haus ist ausverkauft und voll besetzt mit Menschen, die eine mehr oder minder reguläre Norma von Bellini erwarten. So nämlich verkünden es Plakate und Programmhefte. Der Titel führt in die Irre. Noch ehe der Vorhang sich hebt, tritt der „Intendant“ auf die Bühne, um einen Vortrag über die verfehlte Sparpolitik zu halten und andererseits auf die Verpflichtung der Häuser hinzuweisen, mit wahrer Kunst dagegen zu halten. Er selbst werde am heutigen Abend alles präsentieren, was eine gute Oper haben müsse. Spätestens jetzt wird klar, dass es sich bei diesem Abend ganz und gar nicht um eine Norma handeln wird, wie der Bellini-Liebhaber sie kennt. Es beginnt ein Spiel auf verschiedenen Ebenen, reichlich bizarr und mit Szenen aus Norma gespickt. Moderations- und Spielebene werden mehr und mehr miteinander verwoben, bis am Ende alle verlieren. Dem „Intendanten“ gelingt es weder, eine ordentliche Oper auf die Beine zu stellen, noch eine neue Primadonna für sein Haus zu gewinnen oder sie gar ins Bett oder wenigstens auf die Couch zu bekommen. Das Ende von Norma ist bekannt.
Junge Regisseure wie Florian Lutz werden beauftragt, weil man sich von ihnen neue, frische Sichtweisen erhofft. Dass die Vorankündigung täuscht, haben selbst nach der Pause große Teile des Publikums noch nicht verstanden und quittieren jeden Auftritt des „Intendanten“ mit lautstarken Unmutsbekundungen. Das Gelärme beeinträchtigt den Spaß, unterbleibt aber zumindest, wenn Szenen aus Norma gespielt werden. Ausgehend von einer leeren Bühne gibt es auf der mittigen Drehscheibe nach und nach einen Wald mit Giraffe und Wildschwein, ein Klavier, auf dem mächtig herumgetobt wird, und eine Künstlergarderobe mit Kochnische. In der rechten vorderen Bühnenecke hat Martin Kukulies noch eine Besetzungscouch in Gestalt eines Diwans untergebracht. Mechthild Feuerstein hat Kostüme geschaffen, die einerseits der Historie so nahe wie möglich kommen sollen und andererseits den Ebenenwechsel mit moderner Bekleidung unterstreichen sollen. Wer die Systematik des Bühnenspiels begriffen hat, versteht denn auch recht gut, wozu Kostüm- und Perückenwechsel auf der Bühne gut sind. Auch das Licht von Bernd Winterscheid soll die verschiedenen Bedeutungsebenen kenntlich machen, schafft aber nicht ganz die erwünschte Deutlichkeit.
Vollmundig verspricht „Intendant“ Roland Silbernagl, die Oper opulent zu gestalten und damit sein Haus wieder in die vorderste Reihe zu bringen. Das versucht er mit markigem und machohaftem Auftritt. Beherzt und tapfer hält er sich gegen alle Buh-Rufe, Drohungen und Besucher, die den Saal verlassen. Eine starke Leistung, die eigentlich erst nach der Aufführung so recht gewürdigt wird. Von den Leistungen der SängerdarstellerInnen allerdings ist das Publikum überzeugt. Auch wenn Miriam Clark als Norma weniger durch Bewegungsfreude als durch ausgedehnte Koloraturen auffällt. Mit ihrem schönen Sopran wäre das gar nicht nötig, aber Robin Engelen trägt das als Musikalischer Leiter mit. Schön wird es, wenn Nadja Stefanoff als Adalgisa mit ebenbürtiger Stimme in das Duett einstimmt. Stefanoff zeigt mit erheblich größerer Spielfreude denn auch eine Bikini- und eine anschließende Sexszene, beides allerdings eher gewollt denn gekonnt. In der Stimmführung disziplinierter, erfreut sie auch in der Höhe mit Verständlichkeit. Pollione, zwischen Norma und Adalgisa hin- und hergerissen, wird von George Oniani mit großer Lässigkeit gespielt. Ein exzellenter Tenor in allen Lagen, der keine Wünsche offen lässt. Daniela Denschlag singt ihre kurzen Auftritte makellos, geht aber in ihrem unscheinbaren Kleid unberechtigt unter, vielleicht gerade weil sie mit so großer Natürlichkeit spielt. Unglaublich diszipliniert spielen die Kinder Friederike und Constantin Firmbach. Selbst als sie das Klavier als Boot hin- und herschieben und die Requisiten im Hintergrund verrücken müssen, geht das wie am Schnürchen. Extra-Kompliment vor allem für die letzte Szene!
Lutz bewegt große Menschenmengen recht gekonnt über die Bühne. Allein Chor und Extrachor wollen auf selbst gewähltem, engem Raum platziert sein. Und das gelingt erstaunlich gut. Wobei die Chöre in der Einstudierung von Sibylle Wagner auch musikalisch eine erstklassige Leistung abliefern. In der Raumaufteilung liegt eine der Stärken des jungen Regisseurs. So bringt er eine Bläsergruppe des Beethoven-Orchesters noch mit auf die Bühne, die Fanfaren auf den Balkon und verstärkt so geschickt den Raumklang.
Robin Engelen sieht seine Rolle in erster Linie in der Unterstützung des Geschehens auf der Bühne. Dem ordnet er die Arbeit des Beethoven-Orchesters im Graben unter, orientiert sich an den Bedürfnissen der Sängerdarsteller und lässt sich auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn beispielsweise während der Ouvertüre der Lärm von Windmaschine und Nebelwerfer auf der Bühne den Klang aus dem Graben empfindlich beeinträchtigen.
Jung-Regisseur Lutz gehört – noch – nicht zu den Meistern seines Fachs. Viele Elemente scheinen zu kompliziert gedacht oder nicht zu Ende geführt. Aber er ist bereit, Dinge mit der nötigen Respektlosigkeit anders zu denken und Stoffe auch einmal in neuen Zusammenhängen zu verbinden. Da sind die Altvorderen schnell dabei zu erklären, warum das alles nicht funktioniert. Am Ende des Abends klingen die Buh-Rufe für das Regie-Team trotzdem nur noch halbherzig unter dem brandenden Applaus hervor. Frenetisch und teils stehend feiern die Gäste die Leistungen von Solisten, Chor und Orchester mit lang anhaltenden Ovationen. Ist ja auch schon mal ein Anfang – das Regie-Team steht ebenfalls mit auf der Bühne.
















