RIGOLETTO

von Giuseppe Verdi

NACH DER PREMIERE:
PUBLIKUMSMEINUNGEN ZUR BONNER INSZENIERUNG VON VERDIS RIGOLETTO

 

„Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit“ schreibt Schiller in seinen Briefen über die ästhetische Erziehung. Dieser Satz ist im Zusammenhang mit Prof. Joachim Kaisers begeistert aufgenommenen Festvortrag zum 150-jährigen Theaterjubiläum im Bonner Opernhaus auch gefallen.
Und Urteile über künstlerische Leistungen sind ebenso frei wie subjektiv. Es gibt keine Instanz, die vorschreiben kann, was guter Geschmack und gültige Kunst ist. Dennoch: Kunst kann gelingen und allgemeine Zustimmung finden, Kunst kann polarisieren, sie kann aber auch misslingen und muss dann umso mehr offen für Kritik sein. Das Theater wird zum Museum, wenn es nicht mehr Ort lebendiger Auseinandersetzung sein darf.

 

Deshalb möchten wir an dieser Stelle der Auseinandersetzung um die RIGOLETTO-Inszenierung von Bruno Berger-Gorski einen Ort geben und herzlich dazu auffordern, sich eine Vorstellung anzusehen und sich selbst eine Meinung zu bilden. Die Meinung der Presse finden Sie unter der Rubrik 'Kritiken'.

Bitte klicken Sie auf die Rubrik ‚Fragen und Kommentare zum Stück’ weiter unten auf dieser Seite, wenn Sie sich äußern möchten.

PRO:

"Ich bin ausgesprochener Opern-und Theater-Fan und kann mir dieses Hobby auch leisten. Ich habe ausser der Rigoletto -Aufführung an der Komischen Oper in Berlin ( leider auf deutsch, aber wie in Bonn mit der phantastischen Julia Novikova als aktuelle "Welt-Gilda") die Rigoletto-Premiere in Bonn besucht und seitdem die leider selten intelligent geführten Diskussionen und fast dümmlichen Kritiken zur Bonner Aufführung via internet verfolgt. Es ist mir unbegreiflich, wie eine angeblich kulturell entwickelte Universitätsstadt wie Bonn , die nicht nur das übliche Perlen-Premierenpublikum hat, dass aus sozialen repräsenativen Gründen kommt (kommen muss), sich ein solches Buhkonzert und eine solch banale Diskussion über eine Aktualisierung der Oper heutzutage leistet. Die Aufführung war musikalisch -besonders in der Besetzung des Duca und des Rigolettos- um Klassen besser als die Berliner. Szenisch sind beide Interpretationen schwer zu vergleichen, da die Bonner auf Realität und Aktualisierung setzt, die Berliner dagegen fast surreale Bilder bietet. Schon die Opernhäuser in Köln und Düsseldorf sind im Gegensatz zu Essen, Frankfurt oder vormals Stuttgart in den letzten Jahren zur szenischen Provinz verkommen. Ich danke den wahren künstlerischen Theaterleitern wie denen in Bruessel, Essen und nun auch endlich wieder der Staatsoper in München und dem künstlerischen Leiter der Oper in Bonn, die versuchen neue Wege zu gehen und die Oper auch szenisch am Leben zu erhalten!!! Einen Duca wie Herr Oniani, der seinen oberflächlichen Lebensstil bereut, Selbstmord begeht und eventuell wirklich in Gilda die erste Person seines Lebens getroffen hat, die nicht an seinem Geld oder seinem Status interessiert war, finde ich einen SEHR interessanten Ansatz...Stimmlich stellt Herr Oniani jeden anderen Duca,den ich gesehen habe, in den Schatten..eine wahrhaft italienische Stimmführung, die auf seine Ausbildung an der Mailänder Scala hinweist. Und Marc Morouse bietet endlich eine frische NICHT ausgesungene Stimme für die mörderische Partie des Rigolettos, der auch noch spielen kann, dass man berührt ist. Freunde von mir waren beim "piangi"-Duett ,das wir schon in verschiedenen Rigoletto-Aufführungen leider sehr langweilig gesehen haben, wo gestanden und gesungen wurde ("park and bark") SEHR gefangen,sowohl vom stimmlichen wie szenischen Einsatz von Morouse und Novikova.,. Also ein Lob diesem Ensemble, dass es nicht scheut mit vollem Einsatz die heutige Realität eines reichen westlichen männlichen! Lebenstils darzustellen. Besonders hervorzuheben ist der Einsatz von Anjara Bartz, die als brutale Maddalena durchs Stück geführt wird und als attraktive "Mutter" der Prostituierten die jungen importierten Frauen und selbst ein junges Mädchen fürs Leben der Prostituion im reichen Westen herrichtet"

 

"Was für eine wundervolle Inszenierung, endlich einmal wieder eine Inszenierung des Rigoletto, die zum Ursprung zurückführt und gleichzeitig brandaktuell ist. Der Ursprung und Sinn der Oper ist nicht , dass die Zuschauer sich zurücklehnen und in eine Insel der Vergangenheit flüchten, eine Insel der Harmonie, in eine Traumwelt, weil Musik so schön ist, der Sinn der Oper liegt doch  darin, politisch zu sein, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, wachzurütteln, auch einmal den Finger in die Wunden zu legen, provokant und aneckend, brandstiftend zu sein, ob es nun den Zuschauern passt oder nicht. Genau dies ist dem Regisseur Bruno Berger-Gorski gelungen. Damit hat auch das Theater Bonn Klasse bewiesen. Ich kann nur sagen, weiter so, wischen Sie den allzu hohen Staub von den wundervollen Opern weg und führen Sie sie in die Gegenwart. Die Oper muss lebendig sein und genau dies hat diese Inszenierung erreicht. Die Missstände unserer Gesellschaft sind Prostitution, Vergewaltigung, Kinderpornographie und Kindesmissbrauch und genau darauf weist uns diese Oper in einer Art und Weise hin, die wir gar nicht sehen möchten in unseren heilen Welt und die weh tut. Endlich einmal eine Inszenierung der Oper, die der Gegenwart gerecht wird, weiter so."

 

"Diese Inszenierung ist eine rundum gelungene Angelegenheit, die man nur empfehlen kann! Die Kritik im GA, von der ich mich habe verleiten lassen, diese Produktion im Vorfeld zu verurteilen, finde ich nun absolut unsinnig, nachdem ich mir einen eigenen Eindruck verschafft habe. Ich hatte das Gefühl, dass es den meisten Besuchern an diesem Abend ähnlich erging. Erstaunlich war ausserdem, dass mir junge Zuschauer aufgefallen sind, die ansonsten weniger in der Oper anzutreffen sind. Also - weiter so und herzlichen Dank für die tolle Arbeit! L. E."

"Was für eine wundervolle Inszenierung, endlich einmal wieder eine Inszenierung des Rigoletto, die zum Ursprung zurückführt und gleichzeitig brandaktuell ist. Der Ursprung und Sinn der Oper ist nicht , dass die Zuschauer sich zurücklehnen und in eine Insel der Vergangenheit flüchten, eine Insel der Harmonie, in eine Traumwelt, weil Musik so schön ist, der Sinn der Oper liegt doch  darin, politisch zu sein, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, wachzurütteln, auch einmal den Finger in die Wunden zu legen, provokant und aneckend, brandstiftend zu sein, ob es nun den Zuschauern passt oder nicht. Genau dies ist dem Regisseur Bruno Berger-Gorski gelungen. Damit hat auch das Theater Bonn Klasse bewiesen. Ich kann nur sagen, weiter so, wischen Sie den allzu hohen Staub von den wundervollen Opern weg und führen Sie sie in die Gegenwart. Die Oper muss lebendig sein und genau dies hat diese Inszenierung erreicht. Die Missstände unserer Gesellschaft sind Prostitution, Vergewaltigung, Kinderpornographie und Kindesmissbrauch und genau darauf weist uns diese Oper in einer Art und Weise hin, die wir gar nicht sehen möchten in unseren heilen Welt und die weh tut. Endlich einmal eine Inszenierung der Oper, die der Gegenwart gerecht wird, weiter so."

"Diese Inszenierung ist eine rundum gelungene Angelegenheit, die man nur empfehlen kann! Die Kritik im GA, von der ich mich habe verleiten lassen, diese Produktion im Vorfeld zu verurteilen, finde ich nun absolut unsinnig, nachdem ich mir einen eigenen Eindruck verschafft habe. Ich hatte das Gefühl, dass es den meisten Besuchern an diesem Abend Ähnlich erging. Erstaunlich war ausserdem, dass mir junge Zuschauer aufgefallen sind, die ansonsten weniger in der Oper anzutreffen sind. Also - weiter so und herzlichen Dank für die tolle Arbeit! L. E."

 

Contra:

Die junge Generation weiss sehr wohl etwas mit den "angestaubten Themen" der Opern zu anzufangen! Gerade die besten Opern zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Thematik zeitlos ist und keiner Modernisierung bedürfen. Persönlich kenne ich (und ich gehöre zur jungen Generation) mehr Komilitonen, die von modernen Inszenierungen abgeschreckt werden, als solche, die daran Gefallen finden. Manchmal wäre es in der Tat besser ein Stück konzertant aufzuführen, als es, so wie hier geschehen, derart zu verunstalten. Sicher geht dann ein Teil des Zaubers der Oper verloren. Dann bleibt aber wenigstens der Zauber der Musik ungetrübt erhalten und wird nicht vom Ärger über die Inszenierung überschattet.

 

Pro:

"Da ich hier sehe, wie kontrovers die Inszenierung von Bruno Berger-Gorski diskutiert wird, möchte auch ich etwas zur Diskussion beitragen zu einer Diskussion, ohne die Oper überhaupt keinen Sinn machen würde. Die Oper an sich hat ein grundsützliches Problem: sie stammt aus einer vergangenen Zeit! Viel zu wenig zeitgenössische Opern finden ihren Weg auf die grossen Bühnen in Deutschland und die immer gleichen Stücke werden rauf und runter gegeben. Zugleich überaltert das Publikum zusehends und den Jungen ist nicht zu vermitteln, was sie mit den scheinbar angestaubten Themen anfangen sollen. Nur an Häusern, wo es gelingt, die Aktualität der alten Stoffe herauszuarbeiten, ist dieser Prozess der Überalterung aufzuhalten. Mit seiner Inszenierung erreicht auch Herr Berger-Gorski eine Aktualisierung des schwierigen Stoffes und regt damit zum Nachdenken und zur Hinterfragung der überkommenen Denkmuster an. Die Diskussion in diesem und anderen Foren zeigt, dass der Regisseur das wichtigste Ziel überhaupt mit seiner Inszenierung erreicht hat: er rüttelt an den gewohnten Seh- und Hörweisen, von denen sich das gemütliche Opernpublikum nicht trennen mag. Auch wenn man der Interpretation in manchen Punkten vielleicht persönlich widersprechen mag, stellt sie doch einen starken Denkanstoß dar. Wenn dies nicht gelänge, könnte man tatsächlich dazu übergehen, Opern nur noch "konzertant aufzuführen". Dann wären aber der Zauber und die Kraft der Oper verloren, die nur auf einer Bühne mit schauspielernden Sängern und starken Bildern funktioniert. Man kann allen Beteiligten daher nur gratulieren, ein derartig lautes und vor allem kontroverses Echo hervorgerufen zu haben. Schliesslich hatte auch die erste Fassung der Oper sowie das Stück von Victor Hugo "Le roi s'amuse" den Obrigkeiten wegen der abstossenden Unmoral und obszönen Trivialität missfallen. Dass es in der heutigen Zeit noch gelingt, die Gemüter derart zu erhitzen, sollten alle als Lob und Bestätigung ihrer Arbeit verstehen. Ich bedanke mich herzlich für den aufregenden Abend. M.G.
 

CONTRA:
„Ich gratuliere dem Redakteur Ulrich Bumann (General-Anzeiger) für seinen erforderlichen Verriss der Aufführung von Verdis RIGOLETTO in der Bonner Oper unter der Überschrift „Aus dem Katalog der Perversionen“ und den Verfassern der Leserzuschriften für ihre deutlichen Worte über die „unverschämte Geschmacklosigkeit“ dieser Aufführung. Was immer mehr männliche und weibliche Regisseure und künstlerische Leiter an meist hoch subventionierten Bühnen den zahlenden Besuchern zumuten, muss endlich dazu führen, dass die Verantwortlichen in Bund, Ländern und Gemeinden auch die Intendanten den Mut haben, Theateraufführungen, in denen unter dem Deckmantel künstlerischer Freiheit zunehmend Geschmacklosigkeiten und Perversitäten auf der Bühne angeboten werden, nicht auch noch durch Steuergelder zu unterstützen. Für die Verantwortlichen wäre es ein deutliches und bei vorhandener Einsicht auch hilfreiches Zeichen, wenn mehr Theaterbesucher ihren Unmut schon während der Aufführung lautstark zum Ausdruck bringen, notfalls die Säle verlassen und sogar ihr Theaterabonnement kündigen würden. Außerdem sollten die darstellenden Künstler öfter und unmissverständlich auch einmal „Nein“ sagen, wenn von ihnen erwartet wird, sich zur „künstlerischen Erbauung“ des Regisseurs auf der Bühne zu prostituieren.“ (Leserbrief an den Generalanzeiger von N. Behle, veröffentlicht am 11. November 2009)

 

PRO:
„Uns hat diese moderne Inszenierung gefallen. Die schlechte Kritik im General-Anzeiger teilen wir nicht und sind froh, dass wir uns nicht davon abbringen liessen, die Aufführung zu sehen und zu hören. Einzig am Anfang waren die Eindrücke zu wuchtig: Orchester Musik, Gesang, bewegte Bilder in der Kugel, Szenen in den Fenstern und auf der Bühne, Übersetzungstext. Ich wüsste nicht, wofür ich mich entscheiden sollte ... worauf sollte ich verzichten? Großartig der Gesang der Gilda, d.h. der Julia Novikova“

 

CONTRA:
„Die Besprechung der Oper RIGOLETTO haben wir erst ungläubig, dann mit Entsetzen gelesen. Man kann es nicht glauben, dass heute fast alles an Opern, Operetten, Schauspiel in den Dreck gezogen wird. Aber diese Aufführung war ja wohl eine einzige Schweinerei. Nennt man so etwas nicht Pornographie? Es verwundert doch sehr, dass Sänger und Mitspieler sich dafür hergeben … Auch wir wollen keine Peep- oder Pornoshows finanzieren und protestieren aufs Schärfste, dass dafür unsere Steuergelder ausgegeben werden. Wir hoffen, dass noch weitere Proteste kommen, auch von den Kirchen, damit dieses unerträgliche Spektakel wieder vom Spielplan verschwindet. Wieso wundern wir uns noch, dass unsere Jugend verroht und keine Achtung mehr vor den Mitmenschen hat?“ (Leserbrief an den Generalanzeiger von H. Wein und D. Schaepe, veröffentlicht am 11. November 2009)

 

PRO:
„Die Inszenierung hat nicht nur Mut zur Moderne - sicherlich plakativ - bewiesen und war im Gegensatz zu vielen Kommentaren ganz nah am Libretto, die Ausstattung, v.a. das beeindruckende Bühnenbild war endlich wieder einmal ein "geschaffener Raum" und kein reduziertes "Etwas". Schön und lobenswert, dass sich die Oper Bonn "traut", auch einmal tradierte Wege zu verlassen. Danke und "weiter so".“

 

CONTRA:
„Die vortreffliche Besetzung würde in einer konzertanten Aufführung dem Publikum einen unvergesslichen Abend bereiten. Die Inszenierung ist jedoch ein Ärgernis. Teile des Bühnenbildes beeinträchtigen die Akustik, die Musik wird in den Hintergrund gedrängt und eine wunderbare Verdioper bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Wahrlich schade um die Mühe und die Arbeit, die das Ensemble und die Werkstätten investiert haben, schade um das Geld, das in diese Inszenierung geflossen ist“

 

PRO:

„Ich gehöre zwar nicht mehr zur "jungen Generation", war aber heute Abend (5.11) restlos begeistert, vor allem von der, in meinen Augen genialen Inszenierung. Prostitution, Vergewaltigung, Kinderpornographie und -missbrauch , eine korrupte, käufliche Gesellschaft, Minderheiten, die sich in einer solchen Gesellschaft hoch kämpfen müssen, ein Vater, der seine Tochter überbehütet nicht erwachsen werden lässt, Themen, die heute genau so brandaktuell sind, wie vor knapp 180 Jahren bei der Uraufführung in Paris. Unglaublich eindrucksvoll, wie Bruno Berger-Gorski diesen modernen RIGOLETTO inszeniert. Der Duce, der kiffend und angetrunken jeden Rock "abarbeitet"; seine Höflinge- jede prekäre Situation mit ihren Kameras festhaltend -erinnerten mich an Schülerhorden, die die Gewaltexzesse auf ihren Schulhöfen mit ihren Handys aufnehmen, anstatt den Geprügelten zur Seite zu stehen. Gelungen auch die Freudenmädchen (in ihren weissen Slips und roten ...ja was war das denn eigentlich, was die da anhatten? ), die ihre Liebes-(Lebens)-Lust nur noch zugedröhnt mit Alkopops zeigen können, weil auch ihre Illusionen wie Seifenblasen zerplatzt sind. Dann der "Bucklige", der "Aussenseiter, der Ausgestossene, der nur durch einen Kanaldeckel in sein Versteck unter der Erde gelangen kann, sich tagsüber seinen Lebensunterhalt mit Drogenhandel verdient und alles und jeden provoziert. Oder Sparafucile, der gedungene Mörder, der seine eigene Schwester missbraucht und auf den Strich schickt. Und schliesslich Gilda, von ihrem Vater "in Watte gepackt" , erlebt ihre erste grosse Liebe. Ihr Vater ist von dem Jupy-Freund der Tochter natürlich überhaupt nicht begeistert, und verordnet 30 Tage Stubenarrest. Und wie in vielen Vater-Töchter-Beziehungen heute auch, nützt das Einsperren genauso wenig wie das Diskutieren. Selbst als der Vater seiner Tochter vorführt, dass ihr Freund sie mit einer anderen betrügt, ist Gilda nicht von ihrer blinden Liebe zum "wandelnden Testosteron" ( in der Stretchlimousine, einfach herrlich!!!) abzubringen. Sie wählt ihren eigen Tod, da ihr Lebenstraum wie eine grosse Seifenblase (genialer Einfall der Regie!!!) zerplatzt. Ich persönlich vermute ja, dass sie sich auch deswegen umbringen liess, weil sie womöglich durch den ersten Sex in ihrem unerfahrenen, jungen Lebens dummerweise geschwängert worden ist, warum sonst ausgerechnet 30 Tage Isolationshaft? Harry v.d.Plas als Herzog hat mir zwar stimmlich nicht so gut gefallen, aber dafür brachte er den Herzog schauspielerisch wunderbar rüber, es fehlte nur noch der berühmte "Jackson Griff" in den Schritt. Auch Daniela Denschlag als Maddalena hab ich schon schöner singen gehört, wobei ich natürlich sehr gut verstehen kann, dass man bei dem Geturne im Gerüst sich mehr auf das Halten des Gleichgewichts als des Tons konzentrieren muss. Egbert Herold als "Mafioso" Sparafucile und Ulrike Gmeiner als (korrupte) Kinderfrau Giovanna waren gesanglich und besonders auch schauspielerisch wunderbar. Super auch die Leistung von Tito You, stimmlich und schauspielerisch ein wahrer Ohren-/Augenschmaus. Bei Gilda- Julia Novikova lief mir ein Schauer nach dem anderen über den Rücken, und ich frage mich, habe ich da heute Abend etwa schon die zweite Anna Netrebko gehört und gesehen? Nun möchte ich fragen, ob es diese wunderbare Aufführung auch als DVD zu kaufen gibt? Solch ein brandaktuell inszeniertes Musikerlebnis sollte zur Pflichtveranstaltung in jeden Musikunterricht an unseren Schulen gehören. Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich jede der nächsten Vorstellungen besuchen, weil man an nur einem Abend gar nicht alle wundervollen Details der Inszenierung wahrnehmen und gar nicht genug von dem herrlichen Gesang bekommen kann. Danke für diesen wunderbaren Abend“, Hildegard Meyer, Ahrbrück

 

CONTRA:

"Ich gehöre zur jungen Generation und fand diese Aufführung SCHRECKLICH! Ich hatte mich so auf den Abend gefreut und bekam etwas völlig anderes geboten, als was im Libretto stand. Ich finde es traurig, dass in Bonn nicht eine Inszenierung im Repertoire ist, die genau dem Libretto entspricht. Immer ist irgend etwas modernisiert, schrill oder überinterpretiert. Selbst bei "Hänsel und Gretel" gibt es keine Engel sondern komische Tannenbaumwurzelzwerge. Richtig schade! Und dann erst die Bohème mit diesem Jack the Ripper. Voll albern! Wenn ich Fotos in alten Opernführern sehe, dann wünsche ich mir, Oper mal so erleben zu dürfen!!!!!!!"

 

PRO:

„War am Sonntag in der Aufführung und es war fast wie bei einem Popkonzert ! Wusste nicht wie modern Oper "klingen" kann, war echt klasse!!“
„Endlich mal eine Inszenierung für die junge Generation...war super!“

 

 

Wenn nicht anders angegeben, handelt es sich bei den wiedergegebenen Stellungnahmen um zumeist anonym auf der website des THEATER BONN eingegangene Kommentare.

Besetzung

Musikalische Leitung: Thomas Wise (17.4., 28.4.)
Inszenierung: Bruno Berger-Gorski


Bühne und Kostüme: Fred Fenner und Daniel Nunez-Adinolfi


Herzog: George Oniani (17.4., 28.4.) 
Rigoletto: Mark Morouse (17.4., 28.4.) 
Gilda: Julia Novikova (28.4.) / Sigrún Pálmadóttir (17.4.)
Monterone: Martin Tzonev


Sparafucile: Ramaz Chikviladze (17.4., 28.4.)
Maddalena: Anjara I. Bartz (17.4., 28.4.)


Chor des THEATER BONN
Beethoven Orchester Bonn


 


Änderungen vorbehalten.


 


Wegen Erkrankung im Ensemble übernimmt in der Vorstellung am Mittwoch, 28. April 2010 Diana Tomsche die Partie der Gilda und Tito You die Partie des Rigoletto.

Kritiken

"Sigrún Pálmadóttir ist die erfahrenere Sängerin für die Gilda ... Sie ist technisch perfekt. Sie kann die lyrischen Koloraturen richtiggehend auffüllen und hielt damit auch Stand gegen das (noch erst) viel versprechende Stimmmaterial der jungen Russin Novikova, die sich jüngst erst in Budapest den Operalia-Preis ersungen hat."

(Bonner Rundschau, 16.11.2009)

 

"The Mantuan Court was a den of organized crime - drugs and white slaving - in Bruno Berger-Gorski’s produciton of Rigoletto for the BONN OPERA (premiere 25 October), his fourth approach to the work. Taking his cue from “Ella mi fu rapita”, he saw a good streak in the Duke, usually lost under the frequent “snorts”, which latter explained his callous rape of Gilda in the back of a long-bodied car after the gang had delivered her gift-wrapped during “Possent amor”.

Leaving Maddalena he saw that he had caused the death of the one woman who might have redeemed him and, stricken with remorse, was revealed hanging when the jester pulled down the backcloth on his final “la maledizione”. Despite the frequent references, the latter
was no cripple but the largest man on stage, thus diminishing any potential sympathy for his situation. But, never a dull moment in Fred Fenner and Daniel Nunez-Adinolfi’s set of huge end-on pipes, with scaffolding added in the second half. They dressed the normal(?) world in grey and the Court in silver, white or neon colours. Monterone was murdered during “Si, vendetta”, there was some very explicit action during the Quartet and the scantily dressed girls waving bottles were ubiquitous, even during Gilda’s abduction. None the less, the action was all of a piece with the plot and never against the music.

George Oniani brought burnished Italianate tone to the Duke but more charm would have been welcome. Mark Morouse displayed a big, free voice throughout his range and perfect diction. His rhythm tended to be static so that he was best in recitative (“Pari siamo”) or the
outbursts but too literal in the long lines of his duets with Gilda. The latter was Operalia 20009 winner Julia Novikova; in addition to immaculate singing, she brought out the transition from stroppy
teenage, champing at her incarceration and rejecting her father’s attempts at consolation to the mature woman sacrificing herself for her lover. Ramaz Chikviladze was a suitably brutal Sparafucile and Anjara I. Bartz a lush Maddalena. Excellent singing and acting from Sibylle Wagner’s chorus. Alert, colourful conducting from Enrico Delamboye, though there were moments of dodgy contact with the stage early on."
CHRISTOPHER NORTON-WELSH

(Korrespondent des Magazin`s "OPERA", London)

 

"Party auf der Baustelle. Als das Regieteam erscheint, bricht ein Buhsturm los. Nichts dagegen, wenn den Leuten die Wut aus dem Bauch in die Kehle steigt - aber warum sie gerade Bruno Berger-Gorskis neue Bonner RIGOLETTO-Inszenierung dermaßen erbittert, bleibt unerfindlich ... Es gibt Neonlicht, Kostüme in grellen Signalfarben und eine Bühne, deren Ästhetik sich an etwas trashiger Pop-Art orientiert. Beherschend sind aus dem Hintergrund nach vorne ragende, virtuelle wie tatsächliche Röhren unterscheidlichen Durchmessers, deren größte als Zugangstunnel zur Bühne fungiert. Aber ist diese zeitgeistgemäße Aufmachung per se ein Gegenargument - gar ein Sakrileg am geheiligten Verdi? Entschieden nein, denn  immer weider wurde deutlich, wie gut die Musik in dieses Ambiente - umgekehrt natürlich: wie gut die Inszenierung zu dieser Musik passt. Verdis Charaktere haben halt diese 'Übersetzungspotenz' - wäre die Oper sonst überhaupt noch interessant in unseren Tagen? Wenn etwas gegen die Inszenierung spricht, dann eher das Stromlinienförmige, das allzu Geschmeidige, die Widerstandslosigkeit, mit der sich hier alles ineinanderfügt ...

Keine Buhs ernteten die musikalische Leistungen. Gleichwohl gilt es abzustufen: Überragend in der vogelgleichen Reinheit ihres Soprans, im ätherischen und raumfüllenden Schweben der großen Szene im zweiten Akt, im anrührenden sotto voce ihrer Sterbeszene die Gilda der Julia Novikova. Es fällt nicht schwer, dieser Sängerin eine große Zukunft vorauszusagen.

Die Männer haben es dagegen schwer: Mark Morouses Bariton ist der Titelpartie sicherlich gewachsen, es fehlt an Kraft und Eindringlichkeit bei der Differenzierung unterschiedlicher Seelenzustände. Eine glatte Enttäuschung ist George Onianis Duce ... Angemessen düster Ramaz Chikviladzes Sparafucile. Chor und Orchester agierten zuverlässig. Enrico Delmaboye am Pult ... entlockte den Seinen neben genau platzierten Details auch grob-draufhauerische Töne."

(Kölner Stadt-Anzeiger, 27.10.09)

 

"So etwas nennt man wohl einen Konflikt: Man muss sich Verdis RIGOLETTO in der Bonner Oper wirklich nicht anschauen, die Inszenierung ist furchterregend banal. Aber man sollte ihn sich unbedingt anhören, vor allem wegen der großartigen Julia Novikova. Die junge Russin hat in einem Ton mehr Gefühl als Regisseur Bruno Berger-Gorski in zwei Stunden voller mühseliger Mätzchen zustande bringt ... In seinem selbstverordneten Modernisierungszwang ist Berger-Gorksi unerbittlich ... Rigoletto haust mit seiner Gilda übrigens in der Kanalisation, was lediglich dazu geführt hat, dass die Ausstatter Fred Fenner und Daniel Nunez-Adinolfi die Bühne mit poppig aufgemachten Kanälen hergerichtet haben. Immerhin versucht sich der Regisseur in diesem Trivial-Verschneitt von Ober- und Unterwelt an ein paar Personen-Charakterisierungen ...

Es ist schon schwer, gegen die Belanglosigkeiten auf der Bühne anzusingen. Julia Novikova (Gilda) schafft das trotzdem mühelos: Ihr Sopran ist von funkelnder Helligkeit, halsbrecherische Koloraturen haben bei ihr immer auch Seele, Innigkeit paart sich mit Klarheit, kurzum: hier ist jeder Takt wunderbar durchgestaltet - eine Interpretation von berührender Schönheit. Mark Morouse muss erst zu seinem Rigoletto finden; dazu braucht er einen langen, ziemlich gleichförmig auf Kraft setzenden Anlauf; später gibt es freilich Wärme und fesselnde Dramatik. George Oniani ... hat zwar strahelnde, feste Höhen, aber seinem Tenor gehen Leichtigkeit und Sinnlichkeit ab. In kleineren Partien kam, wie an der Bonner Oper üblich, Zuverlässiges unter anderem von Martin Tzonev, Ramaz Chikviladze und Anjara I. Bartz. Das Beethoven Orchester unter ... Enrico Delamboye hatte seine großen, klangschönen Augenblicke in voll ausgekosteten lyrischen und dramatischen Episoden. Von federndem Elan und rhythmischer Straffheit war deutlich weniger zu spüren ..."

(General-Anzeiger, 27.10.09)

 

"Nun gehört RIGOLETTO zu den Verdi-Opern, bei denen man fast dankbar ist, wenn einer von Verdis Bühnenanweisungen abrückt ... Für Rigolettos Tragik ... hat Berger-Gorski eine soziale Schichtung probiert. Ganz unten ist Rigoletto, der durch einen Gullydeckel in seine Bleibe gelangt, wo er sich den Buckel abschnallt. Eine andere Ebene ist der Hausbesetzer und Auftragskiller Sparafucile, der in einem Abrissprojekt mit seiner Schwester Maddalena (Anjara I. Bartz) haust, nicht nur brüderlich. Ihn hetzt Rigoletto aus Rache auf den Herzog. Maddalena rettet diesen, für den sie dann Gilda töten und in den Sack stecken, den Rigoletto mit Entsetzensschrei öffnet. Mann kennt das, aber meistens deutlicher und oft auch besser als hier.

Am Pult des Bonner Orchesters stand dafür Enrico Delamboye. Er hat beide Seiten ordentlich bedient, das tragische Aufbäumen der Musik und das Schmettern der Italianità beim mittleren Verdi. Aber die Defizite an Klarheit hat auch er nicht ausgeräumt ...

Mark Morouse debütierte in der Titelrolle und kam mit der großen Partie stimmlich gut zurecht, auch mit ihrem lyrischen Farbanteil. Mit Julia Novikova war die Gilda ziemlich hoch besetzt, wenn auch noch etwas früh: Sie brillierte, doch Verdis Piano muss leise wirken, aber im großen Haus nicht wirklich leise sein. Die Duette klangen sehr schön. Die größte Röhre, abgesehen von der auf der Bühne verlegten, hatte der Samtbass von Ramaz Chikviladze. Bleibt der Monterone vom wieder sehr seriös singenden Martin Tzonev. Und vor allem der Herzog des leichtstimmigen und öfter in der Höhe sogar schön klingenden Oniani.

Zieht man das Beiläufige mancher Spielzüge und die oft undifferenzierte Personenregie ab, konnte man sich mit der Optik der Aufführung gut abfinden."

(Bonner Rundschau, 27.10.09)

 

"Das absolut Verrückte: Diese komplett vergeigte Inszenierung ist gleichzeitig musikalisch das Beste, was seit langem in der Oper zu hören war! Wegen Mark Morouse mit seinem saftigen, vollen Bariton - ein ganz großer, überzeugender Rigoletto! Und wegen Julia Novikova als verührter und missbrauchter Gilda - lyrisch, mit traumhaften Koloraturen, voller Schmelz und Leidenschaft. Ein Gänsehaut-Erlebnis. Dafür gab es Beifallsstürme und Jubelrufe."

(Bonner Express, 27.10.09)

Fragen und Kommentare zum Stück

Frage/Kommentar:

ab wann sind Karten für den 5.11.09 buchbar? herzlichen Gruss H.Meyer

Antwort:

Hallo! Karten für die Oper aber November sind ab 5.10.09 buchbar, viele Grüsse, THEATER BONN

Frage/Kommentar:

Ich gehöre zwar nicht mehr zur "jungen Generation", war aber heute Abend (5.11) restlos begeistert, vor allem von der, in meinen Augen genialen Inszenierung. Prostitution, Vergewaltigung, Kinderpornographie und -missbrauch , eine korrupte, käufliche Gesellschaft, Minderheiten, die sich in einer solchen Gesellschaft hochkämpfen müssen, ein Vater, der seine Tochter überbehütet nicht erwachsen werden lässt, Themen, die heute genau so brandaktuell sind, wie vor knapp 180 Jahren bei der Uraufführung in Paris. Unglaublich eindrucksvoll, wie Bruno Berger-Gorskis diesen modernen RIGOLETTO inszeniert. Der Duce, der kiffend und angetrunken jeden Rock "abarbeitet"; seine Höflinge- jede prekäre Situation mit ihren Kameras festhaltend -erinnerten mich an Schülerhorden, die die Gewaltexzesse auf ihren Schulhöfen mit ihren Handys aufnehmen, anstatt den Geprügelten zur Seite zu stehen. Gelungen auch die Freudenmädchen (in ihren weissen Slips und roten ...ja was war das denn eigentlich, was die da anhatten? ), die ihre Liebes-(Lebens)-Lust nur noch zugedröhnt mit Alkopops zeigen können, weil auch ihre Illusionen wie Seifenblasen zerplatzt sind. Dann der "Bucklige", der "Aussenseiter, der Ausgestossene, der nur durch einen Kanaldeckel in sein Versteck unter der Erde gelangen kann, sich tagsüber seinen Lebensunterhalt mit Drogenhandel verdient und alles und jeden provoziert. Oder Sparafucile, der gedungene Mörder, der seine eigene Schwester missbraucht und auf den Strich schickt. Und schliesslich Gilda, von ihrem Vater "in Watte gepackt" , erlebt ihre erste grosse Liebe. Ihr Vater ist von dem Jupy-Freund der Tochter natürlich überhaupt nicht begeistert, und verordnet 30 Tage Stubenarrest. Und wie in vielen Vater-Töchter-Beziehungen heute auch, nützt das Einsperren genauso wenig wie das Diskutieren. Selbst als der Vater seiner Tochter vorführt, dass ihr Freund sie mit einer anderen betrügt, ist Gilda nicht von ihrer blinden Liebe zum "wandelnden Testosteron" ( in der Stretchlimousine, einfach herrlich!!!) abzubringen. Sie wählt ihren eigen Tod, da ihr Lebenstraum wie eine grosse Seifenblase (genialer Einfall der Regie!!!) zerplatzt. Ich persönlich vermute ja, dass sie sich auch deswegen umbringen liess, weil sie womöglich durch den ersten Sex in ihrem unerfahrenen, jungen Lebens dummerweise geschwängert worden ist, warum sonst ausgerechnet 30 Tage Isolationshaft? Harry v.d.Plas als Herzog hat mir zwar stimmlich nicht so gut gefallen, aber dafür brachte er den Herzog schauspielerisch wunderbar rüber, es fehlte nur noch der berühmte "Jackson Griff" in den Schritt. Auch Daniela Denschlag als Maddalena hab ich schon schöner singen gehört, wobei ich natürlich sehr gut verstehen kann, dass man bei dem Geturne im Gerüst sich mehr auf das Halten des Gleichgewichts als des Tons konzentrieren muss. Egbert Herold als "Mafioso" Sparafucile und Ulrike Gmeiner als (korrupte) Kinderfrau Giovanna waren gesanglich und besonders auch schauspielerisch wunderbar. Super auch die Leistung von Tito You, stimmlich und schauspielerisch ein wahrer Ohren-/Augenschmaus. Bei Gilda- Julia Novikova lief mir ein Schauer nach dem anderen über den Rücken, und ich frage mich, habe ich da heute Abend etwa schon die zweite Anna Netrebko gehört und gesehen? Nun möchte ich fragen, ob es diese wunderbare Aufführung auch als DVD zu kaufen gibt? Solch ein brandaktuell inszeniertes Musikerlebnis sollte zur Pflichtveranstaltung in jeden Musikunterricht an unseren Schulen gehören. Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich jede der nächsten Vorstellungen besuchen, weil man an nur einem Abend gar nicht alle wundervollen Details der Inszenierung wahrnehmen und gar nicht genug von dem herrlichen Gesang bekommen kann. Danke für diesen wunderbaren Abend, Hildegard Meyer, Ahrbrück

Antwort:

Sehr geehrte Frau Meyer,

 

vielen Dank für Ihre ausführliche mail. Es freut mich sehr, dass Ihnen der Rigoletto gefallen hat und ich leite Ihre Nachricht gerne an Herrn Berger-Gorski weiter. Eine DVD gibt es derzeit leider nicht. Mit herzlichem Dank und besten Grüssen, THEATER BONN

Frage/Kommentar:

Die vortreffliche Besetzung würde in einer konzertanten Aufführung dem Publikum einen unvergesslichen Abend bereiten. Die Inszenierung ist jedoch ein Ärgernis. Teile des Bühnenbildes beeinträchtigen die Akustik, die Musik wird in den Hintergrund gedrängt und eine wunderbare Verdioper bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Wahrlich schade um die Mühe und die Arbeit, die das Ensemble und die Werkstätten investiert haben, schade um das Geld, das in diese Inszenierung geflossen ist

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Da ich hier sehe, wie kontrovers die Inszenierung von Bruno Berger-Gorski diskutiert wird, möchte auch ich etwas zur Diskussion beitragen zu einer Diskussion, ohne die Oper überhaupt keinen Sinn machen würde. Die Oper an sich hat ein grundsützliches Problem: sie stammt aus einer vergangenen Zeit! Viel zu wenig zeitgenössische Opern finden ihren Weg auf die grossen Bühnen in Deutschland und die immer gleichen Stücke werden rauf und runter gegeben. Zugleich überaltert das Publikum zusehends und den Jungen ist nicht zu vermitteln, was sie mit den scheinbar angestaubten Themen anfangen sollen. Nur an Häusern, wo es gelingt, die Aktualität der alten Stoffe herauszuarbeiten, ist dieser Prozess der Überalterung aufzuhalten. Mit seiner Inszenierung erreicht auch Herr Berger-Gorski eine Aktualisierung des schwierigen Stoffes und regt damit zum Nachdenken und zur Hinterfragung der überkommenen Denkmuster an. Die Diskussion in diesem und anderen Foren zeigt, dass der Regisseur das wichtigste Ziel überhaupt mit seiner Inszenierung erreicht hat: er rüttelt an den gewohnten Seh- und Hörweisen, von denen sich das gemütliche Opernpublikum nicht trennen mag. Auch wenn man der Interpretation in manchen Punkten vielleicht persönlich widersprechen mag, stellt sie doch einen starken Denkanstoß dar. Wenn dies nicht gelänge, könnte man tatsächlich dazu übergehen, Opern nur noch "konzertant aufzuführen". Dann wären aber der Zauber und die Kraft der Oper verloren, die nur auf einer Bühne mit schauspielernden Sängern und starken Bildern funktioniert. Man kann allen Beteiligten daher nur gratulieren, ein derartig lautes und vor allem kontroverses Echo hervorgerufen zu haben. Schliesslich hatte auch die erste Fassung der Oper sowie das Stück von Victor Hugo "Le roi s'amuse" den Obrigkeiten wegen der abstossenden Unmoral und obszönen Trivialität missfallen. Dass es in der heutigen Zeit noch gelingt, die Gemüter derart zu erhitzen, sollten alle als Lob und Bestätigung ihrer Arbeit verstehen. Ich bedanke mich herzlich für den aufregenden Abend. M.G.

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Die junge Generation weiss sehr wohl etwas mit den "angestaubten Themen" der Opern zu anzufangen! Gerade die besten Opern zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Thematik zeitlos ist und keiner Modernisierung bedürfen. Persönlich kenne ich (und ich gehöre zur jungen Generation) mehr Komilitonen, die von modernen Inszenierungen abgeschreckt werden, als solche, die daran Gefallen finden. Manchmal wäre es in der Tat besser ein Stück konzertant aufzuführen, als es, so wie hier geschehen, derart zu verunstalten. Sicher geht dann ein Teil des Zaubers der Oper verloren. Dann bleibt aber wenigstens der Zauber der Musik ungetrübt erhalten und wird nicht vom Ärger über die Inszenierung überschattet.

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Die B-Premiere am 1. November mit Sigrun Palmadottir als Gilda hat mir besser gefallen als die Premiere. Frau Palmadottir hat sehr gut gesungen, und ihre darstellerische Leistung hat mich beeindruckt..

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Die nächste Rigoletto-Vorstellung von Frau Palamdottir ist am 13.11.2009. Außerdem wird sie im Dezember als Musetta in La Bohème zu hören sein. Mit besten Grüssen, THEATER BONN

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War am Sonntag in der Aufführung und es war fast wie bei einem Popkonzert ! Wusste nicht wie modern Oper "klingen" kann, war echt klasse!

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Was für eine wundervolle Inszenierung, endlich einmal wieder eine Inszenierung des Rigoletto, die zum Ursprung zurückführt und gleichzeitig brandaktuell ist. Der Ursprung und Sinn der Oper ist nicht , dass die Zuschauer sich zurücklehnen und in eine Insel der Vergangenheit flüchten, eine Insel der Harmonie, in eine Traumwelt, weil Musik so schön ist, der Sinn der Oper liegt doch darin, politisch zu sein, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, wachzurütteln, auch einmal den Finger in die Wunden zu legen, provokant und aneckend, brandstiftend zu sein, ob es nun den Zuschauern passt oder nicht. Genau dies ist dem Regisseur Bruno Berger-Gorski gelungen. Damit hat auch das Theater Bonn Klasse bewiesen. Ich kann nur sagen, weiter so, wischen Sie den allzu hohen Staub von den wundervollen Opern weg und führen Sie sie in die Gegenwart. Die Oper muss lebendig sein und genau dies hat diese Inszenierung erreicht. Die Missstände unserer Gesellschaft sind Prostitution, Vergewaltigung, Kinderpornographie und Kindesmissbrauch und genau darauf weist uns diese Oper in einer Art und Weise hin, die wir gar nicht sehen möchten in unseren heilen Welt und die weh tut. Endlich einmal eine Inszenierung der Oper, die der Gegenwart gerecht wird, weiter so.

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Ich komme soeben aus der Vorstellung von "Rigoletto" und habe mich wie viele andere Zuschauer auch über die Produktion geärgert. Nicht weil sie modern ist, sondern weil sie platt, plakativ und letzlich unprofessionell wirkt. Am meisten nervt es mich, wenn ein Regisseur den Sängern so viel - unnötige - Aktion auf der Bühne abverlangt, dass der Gesang letztlich auf der Strecke bleibt (so. z. B. im ersten Bild). Sorry, aber auch Frau Novikova konnte bei mir keine positive Stimmung mehr erzeugen. Es war übrigens wahnsinnig kühl im Zuschauerraum. MfG, RH

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Uns hat diese moderne Inszinierung gefallen. Die schlechte Kritik im General-Anzeiger teilen wir nicht und sind froh, dass wir uns nicht davon abbringen liessen, die Aufführung zu sehen und zu hören. Einzig am Anfang waren die Eindrücke zu wuchtig: Orchester Musik, Gesang, bewegte Bilder in der Kugel, Szenen in den Fenstern und auf der Bühne, Übersetzungstext. Ich wüsste nicht, wofür ich mich entscheiden sollte ... worauf sollte ich verzichten? Großartig der Gesang der Gilda, d.h. der Julia Novikova

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Die Inszenierung hat nicht nur Mut zur Moderne - sicherlich plakativ - bewiesen und war im Gegensatz zu vielen Kommentaren GANZ NAH AM LIBRETTO, die Ausstattung, v.a. das beeindruckende Bühnenbild war endlich wieder einmal ein "geschaffener Raum" und kein reduziertes "Etwas". Schön und lobenswert, dass sich die Oper Bonn "traut", auch einmal tradierte Wege zu verlassen. Danke und "weiter so".

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Endlich mal eine Inszenierung für die junge Generation...war super!

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Danke! Die Vorstellung am 13.11. soll vor allem Jugendliche ansprechen - mit günstigen last minute ticktes. Viele Grüsse, THEATER BONN.

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Diese Inszenierung ist eine rundum gelungene Angelegenheit, die man nur empfehlen kann! Die Kritik im GA, von der ich mich habe verleiten lassen, diese Produktion im Vorfeld zu verurteilen, finde ich nun absolut unsinnig, nachdem ich mir einen eigenen Eindruck verschafft habe. Ich hatte das Gefühl, dass es den meisten Besuchern an diesem Abend ähnlich erging. Erstaunlich war ausserdem, dass mir junge Zuschauer aufgefallen sind, die ansonsten weniger in der Oper anzutreffen sind. Also - weiter so und herzlichen Dank für die tolle Arbeit! L. E.

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Wie lange dauert die Premiere?

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Rigoletto wird ca. 2 h 30 Min. dauern

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Da mein Beitrag gelöscht wurde, wiederhole ich es noch mal: Ich gehöre zur jungen Generation und fand diese Aufführung SCHRECKLICH! Ich hatte mich so auf den Abend gefreut und bekam etwas völlig anderes geboten, als was im Libretto stand. Ich finde es traurig, dass in Bonn nicht eine Inszenierung im Repertoire ist, die genau dem Libretto entspricht. Immer ist irgend etwas modernisiert, schrill oder überinterpretiert. Selbst bei "Hänsel und Gretel" gibt es keine Engel sondern komische Tannenbaumwurzelzwerge. Richtig schade! Und dann erst die Bohème mit diesem Jack the Ripper. Voll albern! Wenn ich Fotos in alten Opernführern sehe, dann wünsche ich mir, Oper mal so erleben zu dürfen!!!!!!!

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Seit wann ist Sex pfui? Die Menschheit wird weiter bestehen! Na, so was!? Und das sogar im prüden 19.Jahrh.

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Wer singt die Gilda am 05.12.2009 ?

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Die Gilda in der Vorstellung am 5.12.09 wird Julia Novikova singen (Änderungen vorbehalten). Mit freundlichen Grüssen, THEATER BONN

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Wie lang wird die Oper in etwa dauern? Wir haben einen Gast, der vor Abflug die 16 Uhr-Vorstellung am 22.11. mit uns besuchen möchte. Gruss, Dr. Georg Gansen, Basteistrasse 94, 53173 Bonn, gegabo@gmail.com

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Die Aufführung dauert ca. 2h30min. Wir wünschen Ihnen eine schöne Vorstellung. Mit besten Grüssen, THEATER BONN

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