Oper

Monatsspielplan

FREITAGSKONZERT 7 UNVOLLENDET

Opernhaus

Krzysztof Penderecki *1933
Kaddisz

Franz Schubert 1797-1828
Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 Unvollendete

Arnold Schönberg 1874-1951
Ein Überlebender aus Warschau op. 46



Kaddisz: So lautet der Name eines der wichtigsten jüdischen Gebete, in der Gott in seiner Heiligkeit angerufen wird. Mehrere Komponisten des 20. Jahrhunderts haben es als Grundlage von Musikstücken verwendet und sich mit den großen Themen unserer Zeit, den unfassbaren Gegensätzen von Gottesglaube und Leid, von Heilserwartung und humanitären Katastrophen, beschäftigt. Eines der jüngsten dieser Werke ist von 2012 und stammt aus der Feder von ­Krzysztof Penderecki. Es entstand anlässlich des 65. Jahrestages der Liquidation des jüdischen Ghettos in der polnischen Stadt Łódź. Der Komponist mischt Texte eines jugendlichen Ghettobewohners und Verse aus dem Buch Daniel und den Klageliedern des Jeremia. Das Kaddisz steht am Schluss: »Begleitet von ruhigen Liegetönen der Streicher und gelegentlichen Einwürfen des Männerchores, der die Gemeinde verkörpert, trägt der Tenor das traditionelle Gebet eindringlich vor.«

Schon 60 Jahre zuvor griff Arnold ­Schönberg auf die Kombination von Sprecher und Männerchor zurück. Sein Überlebender aus Warschau bezieht sich ebenfalls auf ein Ereignis während der natio­nalsozialistischen Herrschaft in Polen: die Ghettobewohner in Warschau lehnten sich vergeblich gegen die Besatzer auf. Kaum ein anderes musikalisches Werk über den Holocaust hat eine solch andauernde Wirkung gezeitigt wie dieses kurze, zwölftönige Stück Schönbergs. An seinem Ende steht das »Höre Israel«, das  jüdische Glaubensbekenntnis. In die Mitte dieser Klammer aus gewaltigen Werken unserer Zeit stellen wir Franz Schuberts 7. Sinfonie h-Moll, die wie kaum ein anderes Stück die offenen Fragen symbolisiert, die Musik an uns stellt: Unvollendet-vollendet, offen und geschlossen, das  Hier und Jetzt und das Dasein in seinem Schmerz und seiner Schönheit abbildend und  doch auf eine andere Welt hinweisend.

Besetzung

Ben Becker (Sprecher)
Herren des Philharmonischen Chors der Stadt Bonn e. V.
Paul Krämer (Einstudierung)
Beethoven Orchester Bonn
Jurek Dybal (Dirigent)

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