Oper

Ensemble

Julian Anderson

Julian Anderson

Produktionen

2014/2015

THEBANS

Der britische Komponist Julian Anderson gilt mit zahlreichen Aufführungen seiner Werke in seiner Heimat und aller Welt als seiner der angesehensten und einflussreichsten Komponisten seiner Generation.

Anderson wurde 1967 in London geboren. Bereits in jungen Jahren lernte er selbständig das Lesen von Partituren und unternahm erste Kompositionsversuche. Später studierte er bei John Lambert, Alexander Goehr und Tristan Murail. Seinen kompositorischen Durchbruch erlangte er mit Diptych für Orchester, für das er 1992 den RPS Composition Prize erhielt. Neben den Erfolgen als Komponist schlug er eine akademische Laufbahn ein, so war er von 1996 bis 2004 Senior Composition Professor am Royal College of Music und leitete die Abteilung fünf Jahre lang. Von 2004 bis 2007 bekleidete er eine Professur an der Harvard University. Seither ist er Kompositionsprofessor und Composer in Residence an der Guildhall School of Music & Drama. Darüber hinaus ist Anderson als Konzertveranstalter und Moderator tätig und war er von 2002 bis 2011 künstlerischer Leiter der Reihe "Music of Today" an der Royal Festival Hall.

Seine engen Verbindungen zum City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Cleveland Orchestra und dem London Philharmonic Orchestra begünstigten Andersons bemerkenswertes Orchesterschaffen.

Für das im Auftrag des Cleveland Orchestra komponierte Fantasia (2009) erhielt er einen British Composer Award. The Discovery of Heaven (2011) – komponiert für das London Philharmonic Orchestra und die New York Philharmonic – wurde mit einem South Bank Sky Arts Award ausgezeichnet.

Auch mit Ensembles der zeitgenössischen Musik arbeitete Anderson häufig zusammen, darunter mit der Birmingham Contemporary Music Group, dem Nash Ensemble, der London Sinfonietta und dem Asko/Schönberg Ensemble. Book of Hours (2004) erhielt den RPS Award und die Einspielung mit der Birmingham Contemporary Music Group unter der Leitung von Oliver Knussen einen Gramophone Award.

Neben seinem umfangreichen instrumentalen Werk ist das Chorschaffen von Anderson sehr bekannt. Four American Chorusses (2003) wurde vom Groot Omroepkoor im Concertgebouw Amsterdam uraufgeführt. Das Oratorium Heaven is Shy of Earth (2006/2009) erlebte seine Uraufführung bei den BBC Proms mit dem BBC Symphony Orchestra und Chorus unter der Leitung von Sir Andrew Davis. Für dieses Werk erhielt Anderson den BASCA Award für Chormusik. Alleluia für Chor und Orchester (2007) eröffnete die erste Spielzeit nach der Sanierung des Southbank Centre in London.

Thebans, Andersons Oper nach dem Ödipus-Mythos, wurde nach der Uraufführung an der English National Opera im Mai 2014 von der internationalen Kritik einhellig gelobt. Die deutsche Erstaufführung findet 2015 in Bonn statt. Zahlreiche Choreographen verwenden Andersons Musik für ihre Projekte, darunter Mark Baldwin 2009 mit seinem Erfolgsballett "The Comedy of Change".

Komponistenportraits mit Andersons Werken sind bei den Labels NMC (2005), Ondine (2006) und LPO Live (2013) erschienen. In Kürze wird LPO Live eine weitere CD veröffentlichen, die Andersons Zeit als Composer in Residence beim London Philharmonic Orchestra dokumentiert.

Anderson ist derzeit Composer in Residence an der Londoner Wigmore Hall. Unter seinen aktuellen Kompositionsprojekten findet sich ein neues Violinkonzert für Carolin Widmann und das London Philharmonic Orchestra. Der Uraufführung im März 2015 folgen weitere Aufführungen durch die Mitauftraggeber, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin und das Seattle Symphony Orchestra.

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