Oper

Ensemble

David Alden

Regisseur

David Alden

Produktionen

2016/2017

LUCIA DI LAMMERMOOR

David Alden und sein eineiiger Zwillingsbruder Christopher wurden in einer eng mit dem Broadway verbundenen Show-Business-Familie geboren. Ihr Vater war der Bühnenautor Jerome Alden, ihre Mutter die Tänzerin Barbara Gaye, die in den ersten Produktionen von On the Town und Annie Get Your Gun mit Ethel Merman tanzte. Mit acht Jahren hörten sie zu Hause Schallplatten mit Operetten von Gilbert und Sullivan, und als Teenager kauften sie häufig Stehplatzkarten in der Metropolitan Opera.

Im Alter von dreizehn Jahren hatten sich beide entschieden, Opernregisseur zu werden.David studierte an der University of Pennsylvania und begann seinen Weg als Regisseur (wie sein Bruder) an der Opera Omaha. 1976 reiste er nach Europa, wo er die Opernregie im Stil von Giorgio Strehler, Harry Kupfer, Hans Neuenfels und Ruth Berghaus kennenlernte. Diese Generation von Regisseuren setzten die Tradition des Expressionismus und insbesondere Bertolt Brechts fort. Für Alden enthüllte diese Begegnung intensive Leidenschaften, die er schon lange im Musiktheater umsetzen wollte.

Seine erste europäische Produktion war RIGOLETTO an der Scottish Opera in den späten Siebzigerjahren, die von der Kritik angegriffen wurde, denn es war, wie Alden sagt, für diesen Stil „in England noch sehr früh, einen Stil, mit dem ich versucht hatte, das Publikum direkt anzusprechen, und auf der Bühne Leidenschaftlichkeit und Schizophrenie darzustellen.“ Im Jahre 1980 engagierte die Metropolitan Opera Alden als Ersatz für den verstorbenen Herbert Graf für die Neuproduktion von WOYZECK sowie für die Wiederaufnahmen 1985 und 1988.

John Rockwell schrieb damals in der New York Times: „Aldens Inszenierung steht in der Tradition expressionistischer Filme wie Das CABINET DES DR: CALIGARI, voller kahler Umrisse und torkelnder Zombies.“

1984 wurde der frühere künstlerische Leiter des Chicago Symphony Orchestra Peter Jonas zum Intendanten der English National Opera berufen. Gemeinsam mit dem Chefdirigenten Mark Elder und dem Chefregisseur David Pountney begann Jonas die sogenannte „Kraftwerk-Ära“ („powerhouse years“) an der English National Opera mit modernen Inszenierungen klassischer Stücke und Produktionen von Auftragswerken. Eine kontrovers diskutierte David-Alden-Inszenierung von MAZEPPA (Tschaikowskij) wurde gleich im ersten Jahr der Jonas-Intendanz zum Aushängeschild der neuen Spielplanpolitik.

Am Ende des zweiten Aktes, wenn der Held Kotschubej und sein Freund Iskra zur Hinrichtung geführt werden, schockierte Alden das Publikum mit einem grausigen Kettensägen-Massaker, so dass sich die gesamte Produktion im Bewusstsein des Londoner Opernpublikums als „Kettensägen-Mazeppa“ einprägte und „eine Art Stenogramm für das gesamte Jonas-Projekt wurde – brutal, kompromisslos, ein Muss, der ultimative ‚succès de scandale‘“.

Im Laufe der folgenden Jahre spielte Alden weiterhin die Rolle des Provokateurs mit vielen Produktionen an der English National Opera wie u.a. SIMON BOCCANEGRA, UN BALLO IN MASCHERA, ARIODANTE (Händel), LA DAMNATION DE FAUST (Berlioz) und TRISTAN UND ISOLDE. Seine JENUFA-Inszenierung gewann einen Laurence Olivier Award als beste neue Opernproduktion.

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