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Krimi für Kinder

VERSCHWUNDEN ist Märchen und Kriminalfall zugleich - mit einem echten historischen Hintergrund. 2010 Charles Way dafür mit dem Deutschen Kindertheaterpreis ausgezeichnet.

2008 verschwindet in England die neunjährige Shannon Matthews spurlos. Kurze Zeit später tritt Shannons Mutter vor die Presse und bittet unter Tränen um Spenden, denn anscheinend wurde das Mädchen entführt und nun muss sie irgendwie das Lösegeld für ihre Tochter aufbringen. Doch am Ende stellt sich heraus, dass sie selbst die Entführung arrangiert hat.

Der britische Autor Charles Way verknüpft diesen echten Kriminalfall in seinem Theaterstück VERSCHWUNDEN mit dem Märchen HÄNSEL UND GRETEL. Im Stück macht sich Hans auf die Suche nach seiner Schwester. Er ahnt, dass etwas nicht stimmt. Seiner Stiefmutter hat er von Anfang an nicht über den Weg getraut und immer wieder stellt er dieselbe Frage: „Wo ist Grete?“ Getragen durch die Liebe zu seiner Schwester, gibt er nicht auf und ist bereit, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen.

Ein Stück mit viel Liebe und Verständnis für die Figuren

Charles Way überführt das Märchen in einen gesellschaftskritischen Krimi für junges Publikum ab 11 Jahren. Dabei gelingt es ihm, die Geschichte der beiden Geschwister zu erzählen, ohne dabei anzuklagen und in Klischees zu verfallen. Als Zuschauer taucht man ein in die innere Gedanken- und Lebenswelt jeder einzelnen Figur, die auf der Bühne zu sehen ist.

Der niederländische Regisseur Theo Fransz wird das Stück für das THEATER BONN inszenieren: „Das Wichtigste ist für mich das Thema Armut. Es gibt so wenig Stücke darüber. Viele kennen das nur aus Märchen. Was tun Menschen, wenn sie arm sind und keinen Ausweg sehen? Wozu sind sie fähig? Ich liebe die Analogie mit Hänsel und Gretel. Das Stück ist wunderbar geschrieben mit viel Liebe und Verständnis für die einzelnen Figuren. Es geht um Ängste, Verlorensein, große Liebe und den Versuch, als ‚kleine Menschen‘ zu überleben.“

Wie zwei Engel, die über die Menschen wachen

Neben den vier Schauspielern wird in der Bonner Inszenierung auch eine Cellistin des Beethovenorchesters mit auf der Bühne sein, für die Markus Reyhani die Musik komponiert. Welche Rolle das Cello in seiner Inszenierung spielen soll, beschreibt Theo Fransz so: „Das Cello bedeutet für mich Mitgefühl, Verbindung und Hoffnung, während wir uns abmühen, kämpfen und strudeln. Es steht sozusagen über den Dingen. Wie in dem Film DER HIMMEL ÜBER BERLIN, in dem zwei Engel abseits vom Geschehen über die Menschen wachen.“

VERSCHWUNDEN läuft ab Donnerstag, 11. Januar 2018 am THEATER BONN. Mehr Informationen, weitere Aufführungstermine und Eintrittskarten gibt es HIER.

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