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Geisterstunde der Bonner Prominenz

In diesem Jahr feiert die Uni Bonn ihr 200jähriges Bestehen. Zu dem Jubiläum kooperiert das THEATER BONN mit der Fakultät für ein ganz besonderes Projekt. Ein Gespräch mit Regisseurin Christina Schelhas und Projektleiterin Charlotte Lösch.

Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität wird 200 Jahre alt – der perfekte Anlass für die Bonner Regisseurin Christina Schelhas und die Geschäftsführerin des Zentrums für Religion und Gesellschaft  (ZERG) Charlotte Lösch, genauer hinter die Kulissen der Bonner Universitätsgeschichte zu blicken. Gemeinsam mit Studierenden entwickeln sie eine Theaterperformance, in der nicht nur altbekannte Bonner Persönlichkeiten zum Leben erweckt werden, sondern auch die Frage verhandelt wird, welchen Wert Geisteswissenschaften und Theologien für uns heute noch haben.

Die Performance ist ein Kooperationsprojekt. Wie kam es zu der Zusammenarbeit zwischen der Uni und dem Theater?

Charlotte Lösch: Die Kooperation besteht bereits seit mehreren Jahren. Unser schon etabliertes Theaterseminar ist ein idealer Rahmen, um Geschichte lebendig darzustellen. Dieses Jahr haben wir nun zum ersten Mal eine gemeinsame Theaterproduktion geplant, bei der die Studierenden aktiv mitwirken dürfen. Hierzu brauchten wir künstlerisch professionelle Hilfe, und so kam Christina ins Spiel, die als Regisseurin nicht nur eng mit dem THEATER BONN verbunden ist, sondern auch viel Erfahrung mit Laienschauspielern und dokumentarischem Theater hat.

Wie sieht die Zusammenarbeit praktisch aus?

Christina Schelhas: Schon seit Januar durchforsten wir Archive und sprechen mit großartigen Professor*innen der Uni Bonn. Für das Seminar haben wir bekannte Persönlichkeiten ausgewählt, die an der Uni Bonn gewirkt haben. Karl Marx zum Beispiel, Friedrich Nietzsche, Gottfried Kinkel – sie alle haben hier studiert. Zusammen mit den Studierenden nähern wir uns im Seminar nun den Figuren an und entwickeln gemeinsam eine Stückfassung. Und natürlich machen wir auch klassische Schauspielübungen, denn die Studierenden werden ja am Ende selbst auf der Bühne stehen.

Wie wird der Abend denn aufgebaut sein?

Lösch: Das Szenario ist eine Krisenkonferenz. Sie findet in naher Zukunft zur Geisterstunde im historischen Hörsaal 1 statt. Fritz Tillmann, der ehemalige Direktor von 1921, hat eingeladen, denn die Geisteswissenschaften und die Theologien sollen abgeschafft werden, um die Uni in eine wirtschaftsorientierte und rentable Business Academy mit profitablen Wohnungsresidenzen umzugestalten. Berühmte Vertreter dieser Fakultäten diskutieren, ob und wie man dies verhindern kann.

Schelhas Das Theater hat die Kraft, Ideen und Gedankengut anders zu vermitteln, und erfahrbar zu machen. Wir lassen die Geschichte der Universität und ihre prominentesten Vertreter wieder aufleben und fragen, welche Relevanz sie in unserer Gesellschaft noch besitzen. Und manchmal schreiben natürlich auch Anekdoten Geschichte. Karl Marx zum Beispiel hat wilde Saufgelage in Bonn gefeiert. Es geht also auch um private Skandale, alles kommt auf den Tisch – kurzum: ein informativer und unterhaltsamer Abend zugleich. 

 

Mehr Informationen zu ALS NIETZSCHE NOCH VOR DEM REGAL STAND gibt es HIER.

 

Foto: Thilo Beu

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