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Einer für alle, alle für Rosa!

Im Rahmen des Festivals 100 JAHRE NOVEMBERREVOLUTION bringen die drei Regieassistenten Julie Grothgar, Emanuel Tandler und Frederik Werth sowie Ausstattungsassistentin Maria Strauch eine Uraufführung zu Rosa Luxemburg auf die Werkstatt-Bühne.

Nicht nur thematisch ist das multimediale Gemeinschaftswerk über Rosa Luxemburg als Uraufführung eine ganz besondere Produktion. Auch organisatorisch ist EURE ORDNUNG IST AUF SAND GEBAUT eine Herausforderung, Julie Grothgar, Emanuel Tandler und Frederick Werth berichten über den Alltag als Regieassistenten und Maria Strauch über ihre Arbeit als Ausstattungsassisten am Theater Bonn.


Frederik Werth: "Regieassistenten-Alltag ist nämlich zunächst immer der Alltag der anderen. Man organisiert den Probenalltag für Schauspieler und Regieteams und kümmert sich um alles, von Kaffee und Obst über Requisiten bis zu Probenraumwechseln. Mit jeder Produktion lernt man neue künstlerische Konzepte und Sichtweisen auf Theater und Texte kennen, saugt sie auf und versucht, als Schnittstelle zwischen künstlerischer Vision und Stadttheater alles zu ermöglichen: ein Eintauchen in einenspannenden Kosmos. Dazu gehört auch immer, eigene Gedanken und Ideen zu entwickeln."

Julie Grothgar: "Zum Beispiel in diesem Projekt. Gemeinsam mit unserer Dramaturgin Male Günther haben wir einen Textfundus kreiert. Dieser spezielle Arbeitsprozess hat uns einen guten Einblick in die Arbeitsweise und Denkformen des jeweils anderen ermöglicht,was mir persönlich viel wert ist und wovon ich künstlerisch profitiere. Unsere Blickwinkel auf Rosa Luxemburg waren sehr unterschiedlich, was die große Stärke und Vielfältigkeit des Projektes ausmacht, da sich die verschiedenen Ansätze auf der Bühne vermischen."

Emanuel Tandler: "Es ist ein vieldimensionaler Versuch, Rosa Luxemburg nicht einfach einem sinnentleerten Kulturkalenderjahr zu überlassen. Luxemburgs Ermordung im Januar 1919, ihre privaten Leidenschaften oder politischen Vorstöße sind genauso Thema wie ihre Unsterblichkeit bis hin zum digitalen Profilbild in sozialen Netzwerken. Und mittendrin die Frage, ob die „Revolutionsuhr“ zu Ende getickt hat oder mit neuen Batterien „unsere Ordnung“ in Sand auflöst und sich „rasselnd in die Höh’ richtet“."

Maria Strauch: "Diese Vieldimensionalität findet sich auch in Bühne und Kostüm wieder. Der symmetrisch-klare Raum mit seiner isolierenden Wirkung auf den Körper ermöglicht sowohl das Einbrechen der gesellschaftlichen Erwartungshaltung durch Videoprojektionen, als auch einen Fokus auf die Innerlichkeiten Luxemburgs. Diese werden im Kostümbild noch einmal vergrößert: Es stellt die Verletzlichkeit und die Weiblichkeit innerhalb patriarchaler Strukturen in den Vordergrund, als Sinnbild für die inneren Wunden, von denen Rosa Luxemburg ausgeht und die letztendlich, wie auch ihre Revolution, nie zum Besseren aufgelöst oder überwunden werden können."

 

Das Gemeinschaftswerk läuft an zwei Terminen am Theater Bonn. Mehr Informationen und Eintrittskarten gibt es HIER.

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