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„Eine Ehre, die man nur einmal im Leben hat“

Sumi Hwang singt die Hymne bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in ihrem Heimatland. Kurz vor ihrem Auftritt haben wir mit unserem Ensemble-Mitglied über Lampenfieber, die eisigen Temperaturen während der Proben in Pyeongchang und ihr Sprachtraining mit einem Bonner Kollegen für diesen besonderen Moment gesprochen.

Beschreib mal dein Gefühl, als du davon erfahren hast, die Hymne bei der Eröffnung singen zu dürfen.

„Mein Herz schlägt immer noch, wenn ich mich an diesen Momente erinnere!“

Wie hast du denn davon erfahren?

„Es war schon eine große Überraschung, als ich von meiner koreanischen Agentur erfahren habe, dass Südkorea meinen Namen nominiert hat. Das hatte ich nicht erwartet.  Danach gab es noch zwei Sängerinnen. Und ein paar Tage später habe ich dann endlich den finalen Bescheid bekommen, dass ich die Olympische Hymne bei der Eröffnungsfeier singen darf. Meine Familie war sprachlos! Alle haben sich sehr darüber gefreut und sind natürlich stolz auf mich. Und ausgerechnet an dem Tag hat auch noch mein Mann Geburtstag. Was für ein Geschenk!“

Im Olympiastadion von Pyeongchang sind 35.000 Zuschauer, über eine Milliarde Menschen werden deinen Auftritt live an den Fernsehern verfolgen. Bist du da nervös?

„Ich bin nur voller Vorfreude, dort singen zu dürfen. Warum sollte ich nervös sein? Im Gegenteil, ich freue mich riesig drauf! Es ist wirklich eine einzigartige Sache und die Hymne zu singen ist eine große Ehre, die man nur einmal im Leben hat.“

In welcher Sprache wirst du die Hymne singen?

„Der Originaltext wurde ja in griechischer Sprache verfasst. In einigen Austragungsländern wurde anlässlich der Spiele eine Version in der jeweiligen Landessprache produziert. Bei den letzten Olympischen Winterspielen in Sochi, Russland, hat Anna Netrebko die Hymne auf Russisch gesungen. Viele berühmte Sänger wie Luciano Pavarotti, Placido Domingo oder Alfredo Kraus haben sie auch in ihren Heimatländern gesungen. Dieses Mal wollte das IOC, dass ich sie auf griechisch singe. Die Sprache habe ich übrigens von meinem tollen Kollegen aus Bonn, Giorgos Kanaris, gelernt.“

Auf der Bühne in Bonn singst du Opern. Ist die Olympische Hymne von Spyros Samaras eine besondere Herausforderung für dich?

„Besondere Herausforderung? Nein, ich singe ja normalerweise mehr Opern, aber auch dieses Lied wird von einem Orchester begleitet. Dadurch klingt es schon sehr klassisch. Und mutig, wie ein Marsch.“

Auf der Opernbühne herrschen aber andere Temperaturen als im Open-Air Stadion von Pyeongchang.

„Ja, ich habe schon ein paar Mal geprobt. Im offenen Stadion in Originalkostüm, mit Maske und Frisur. Das Thermometer zeigte -18 Grad, gefühlt waren es aber -25! Ich habe deswegen Wärmepflaster an meinem gesamten Körper getragen. Das ging, aber mein Gesicht war schon sehr frostig.“

Bei welchen Sportarten fieberst du nach der Eröffnung mit?

„Ich bin ein großer Fan von Eislaufen und Ski-Springen und hoffe, dass ich mir, wenn ich wieder zurück in Deutschland bin, möglichst viele Wettkämpfe anschauen kann. Und dann drücke ich meine Daumen ganz feste für alle koreanischen und deutschen Sportlerinnen und Sportler!“

Das Gespräch führte Sebastian Schug.

Foto: Thilo Beu.

Am THEATER BONN ist Sumi Hwang in dieser Spielzeit in vier Opern live zu erleben: Sie singt in CARMEN, GIANNI SCHICCHI & IL TABARRO, FIGAROS HOCHZEIT und TURANDOT.

Bilder und Videos von Sumi Hwangs Auftritt bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele gibt es bei Instagram und Twitter.

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