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Bonner Kellerfenster mit düsterer Geschichte

Auf den ersten Blick ein unscheinbares Fenster an der Bonner Adenauerallee. Doch im Haus dahinter lag mal der einbalsamierte Körper von Eva Perón, sagt man.

Nach Eva Peróns Tod und dem politischen Sturz ihres Mannes Juan im Jahr 1955 verschwand die Leiche der ehemaligen First Lady Argentiniens aus der Öffentlichkeit. Die neuen Machthaber in Südamerika wollten den Mythos um sie und ihren Mann bekämpfen, ihre alten Anhänger befürchteten daher Schändung und Entführung des Körpers. So wurde der einbalsamierte Leichnam 1957 auf eine 17 Jahre lange Irrfahrt durch halb Europa geschickt.

Eine der Stationen war wohl die damalige Botschaft Argentiniens in Bonn: In einer Nacht-und-Nebel-Aktion soll die Leiche in das Gebäude an der Koblenzer Straße, der heutigen Adenauerallee, gebracht worden sein, um dort mehrere Wochen zwischengelagert zu werden. Der Legende nach im Keller des Bonner Gebäudes, hinter eben jenem eigentlich so unscheinbaren Fenster.

Mythos Evita

Im Heft 35/1995 berichtete der SPIEGEL von einer anderen Variante um das Exil der Leiche. Demnach sei lediglich eine Wachs-Kopie auf die siebzehn Jahre dauernde Odyssee geschickt worden, während der echte Leichnam in Mailand aufbewahrt wurde. "Evita" sei nicht im Keller, sondern auf dem Dachboden der argentinischen Botschaft in Bonn versteckt gewesen.

Fest steht: Das Verwirrspiel hatte Erfolg. Nach einigen weiteren Stationen kam Eva Peróns Leiche 1974 über Madrid zurück nach Argentinien. Veranlasst wurde dies von Juans dritter Ehefrau, Isabel Perón, die gerade neue Präsidentin geworden war. 1976 erfolgte die Beisetzung Eva Peróns auf dem Friedhof La Recoleta in Buenos Aires. Dort ist Eva Peróns letzte Ruhestätte zu einem regelrechten Pilgerort geworden: Insbesondere am Muttertag legen an ihrem Grab viele Menschen Blumen nieder.

Der Mythos um Eva Peróns Leben ist in dieser Spielzeit im Theater Bonn zu sehen. Alle Termine, Infos und Eintrittskarten zum Musical-Erfolg  EVITA gibt es HIER.

Foto des Kellerfensters an der Bonner Adenauerallee: Thilo Beu

Erstellt am 8. September 2016

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