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Die Kunst_der Vernetzung: Juli Zeh zu Besuch im Theater Bonn

18|04|2014 - Juli Zeh im Gespräch über das Internet, den Sicherheitswahn und die Verteidigung des Privaten.

Noch vor kurzem galt das Internet als revolutionäres Mittel freier Kommunikation. Erstmals seit der Erfindung des Buchdrucks schien ein neues, wahrhaft subversives Massenmedium entstanden zu sein: ein weltumspannendes, für jedermann zugängliches Informationsnetzwerk, ein virtueller Lebensraum jenseits der Macht, ohne Hierarchien, unkontrollierbar für Regierungen und eine Bedrohung für Diktaturen jeglicher Art – das Internet als Lebenselixier der Demokratie.

Mit den Enthüllungen des CIA-Mitarbeiters Edward Snowden hat das Online-Zeitalter seine Unschuld schlagartig verloren. Die grenzenlose Freiheit im Netz hat sich als gefährliche Illusion erwiesen, seit bekannt wurde, mit welcher Leichtigkeit Geheimdienste weltweit massenhaft Kommunikationsdaten „absaugen“. Angesichts der Tatsache, dass jedes private Notebook über die Webcam zur staatlichen Überwachungskamera umfunktioniert werden kann, wird die bisher so bequeme Rundumvernetzung unseres Alltags unheimlich.

Ein großangelegter „Angriff auf die Freiheit“ ist im Gange, sagt die Autorin Juli Zeh in ihrem gleichnamigen Buch. Sie kritisiert den gesellschaftlichen Sicherheitswahn, der das Informations- in ein Kontrollzeitalter verwandelt, als existenzielle Gefahr für die Demokratie. Was kann jeder einzelne dagegen tun? Was ist vom Staat zu fordern? Und nicht zuletzt: Welche Verantwortung haben Kunst und Künstler für den Fortbestand der Freiheit, im Netz und außerhalb?

Über diese Fragen diskutiert Moderator David Eisermann [WDR 3, „Mosaik“] mit der aus Bonn stammenden Juli Zeh [„Spieltrieb“, „Nullzeit“] in der dritten Folge unserer Gesprächsreihe in Kooperation mit der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland am Sonntag, den 27. April, um 17 Uhr im Foyer der Halle Beuel. Der Eintritt ist frei.

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